Schweiz
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Roger Köppel will in den Nationalrat

Köppel würde sich gegebenenfalls über das Amtsgeheimnis hinwegsetzen



Der Chefredaktor der «Weltwoche», Roger Köppel, will für die SVP in den Nationalrat. An einer Pressekonferenz in Zürich hat er seine Kandidatur begründet.

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Kian
Roman Rey
Petar Marjanović
14:50
Pressekonferenz ist fertig
Alle Fragen scheinen geklärt zu sein, die Pressekonferenz ist beendet. Nicht aber unsere Berichterstattung.
14:49
Amtsgeheimnis? «Ich könnte nicht immer schweigen»
watson-Redaktor fragt: «Sie werden sich in Kommissionen an das Amtsgeheimnis halten müssen und so einige gute Geschichten als Journalist verlieren. Wie entscheiden Sie sich?» – «Ich bin nicht einer, der alles ausplaudert. Die Frage ist, was mache ich, wenn ich einen Missstand sehe. Schweige ich? Das könnte ich nicht machen.» Er werde sich aber an das Amtsgeheimnis halten. In ganz schlimmen Fällen bleibe er aber Chefredaktor der Weltwoche.
Der Publizist und Verleger Roger Koeppel spricht an der Medienkonferenz der SVP Zuerich am Donnerstag, 26. Februar 2015 in Zuerich. Die SVP Zuerich nominiert Koeppel als Kandidaten fuer die Nationalratswahlen 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)
14:43
«Linke Mehrheit im Parlament»
Wir haben uns nicht verhört, Köppel spricht tatsächlich von einer «linken Mehrheit» im Parlament. Dies begründet er mit der Forderung nach der Frauenquote. Er habe aber nichts gegen Frauen.
14:41
«Mir hat es den Nuggi gelupft»
Köppel erklärt nochmals seine politischen Positionen. Es gehe ihm um eine «weltoffene und unabhängige Schweiz». Die Reaktion der Bundesräte auf das Ja zur Einwanderungs-Initiative habe ihm «den Nuggi gelupft».
14:38
Köppel zahlt nichts für Listenplatz
«Wir sind nicht die FDP, bei uns kann man sich keinen Listenplatz erkaufen», sagt SVP-Präsident Alfred Heer gegenüber watson. Der Listenplatz sei abhängig vom Renomée, der Bekanntheit und dem Engagement. «Schlussendlich wird es aber einen parteiinternen Kampf um den Listenplatz.»
14:36
Zeitverschwendung?
Auf die Frage, ob Köppel wie Blocher im Nationalrat seine Zeit verschwenden werde, sagt er: «Sie sehen hier den ersten fundamentalen Meinungsunterschied zwischen mir und Herrn Blocher.» Er wolle sein politisches Schaffen im Bundeshaus auch für seine Arbeit bei der «Weltwoche» nutzen.
Portrait of Roger Koeppel, editor in chief and publisher of the weekly Swiss magazine "Weltwoche", at the editorial office in Zurich, Switzerland, pictured on October 27, 2008. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Roger Koeppel, Chefredaktor und Verleger des Wochenmagazins Weltwoche, aufgenommen am 27. Oktober 2008 in der Redaktion in Zuerich, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
14:32
Listenplatz unklar
Noch laut Parteipräsident Alfred Heer nicht klar, auf welchem Listenplatz Roger Köppel kandidiert. «Aber sicher nicht auf Platz 34.»
14:31
Schluss mit der gesellschaftlichen Ächtung der SVP
Köppel wiederholt die Legende von der linken Mehrheit im Bundeshaus und will die bürgerliche Zusammenarbeit gegen die «übermächtige» Linke stärken.
14:29
Drei Minuten «Weltwoche»-Werbung
Jetzt folgt Köppels Werbespot für die «Weltwoche». Wir haben nicht mitgezählt, wie oft die «Weltwoche »in den letzten drei Minuten «bahnbrechend», «meinungsvielfältigst» und «relevant» sei. Gefühlt fiel der Markenname «Weltwoche» 16 Mal.
14:26
Köppel schon staatsmännisch am Rednerpult
tel: 078 956 95 92
köppel koppel
Köppel versichert, er habe keine Midlife-Crisis, er werde sich weiterhin mit aller Kraft der «Weltwoche» widmen. Diese bleibe weiterhin unabhängig.
14:25
Einreisesperren gegen Russen als Affront
Jetzt folgt das obligate Bundesrats-Bashing. Dieser gebe die Neutralität auf und verhänge Einreisesperren gegen Russen. Das habe ihm unter anderem «den Entscheid aufgedrängt» in die Politik einzusteigen.
14:24
Schweiz in fremde Hände übergeben?
Köppel gerät langsam in Fahrt und übt schon mal für das Rednerpult im Nationalrat. Die Unabhängigkeit der Schweiz von der EU und die direkte Demokratie seien das Rückgrad der Schweiz. Köppel fürchtet sich offenbar vor einer «Armada von Politikern und Richtern», die das Schicksal des Landes in fremde Hände übergeben wollten.
14:21
«Ich muss in den Strudel rein»
«Als Verleger konnte ich nicht viel bewirken. Ich muss in den Strudel rein und dort Einfluss nehmen, wo die Politik entschieden wird.»
14:20
Köppel kritisiert Menschenrechte
Köppel stört sich insbesondere daran, wie das Verhältnis zwischen nationalem und internationalem Recht steht: «Es ist gefährlich im Namen der Menschenrechte sich in die Gesetzgebung der Schweiz einzumischen.» Er setze sich für die Volksrechte ein.
14:18
«Ja, es stimmt, ich kandidiere»
«Es stimmt, was man gerüchteweise bereits hören konnte. Ich habe der SVP Kanton Zürich mitgeteilt, dass ich bei den nächsten Nationalratswahlen kandidieren werde.» Köppel begründet seine Kandidatur mit der «verheerende und alarmierenden Politik der Linken im Bundeshaus».
Heer eröffnet Pressekonferenz
Alfred Heer eröffnet die Pressekonferenz: «Wir sind froh, dass Roger Köppel bereit ist, für die SVP in die Hosen zu steigen.»
14:09
Roger Köppel und Alfred Heer betreten den Raum
Jetzt ist klar, wer durch die Versammlung führen wird: Es sind der Zürcher SVP-Präsident und Nationalrat Alfred Heer und Roger Köppel persönlich. Die Pressekonferenz wird gleich beginnen.
14:05
Köppel tritt SVP Küsnacht bei
Roger Köppel, der gemäss Communiqué der SVP bislang parteilos war, wird der SVP Küsnacht beitreten, wo er das Bürgerrecht inne hat. Die Partei bezeichnet Köppel als «mutigen, unbequemen und hartnäckigen Vertreter der Interessen der Schweiz».
14:00
Journalisten versammeln sich
Die Ankündigung von Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel scheint zu interessieren. Rund ein Duzend Journalisten haben sich im noblen Schweizerhof in Zürich versammelt. Wir berichten live vor Ort.
tel: 078 956 95 92
koeppel
Zur Erheiterung: Wird die «Weltwoche» nun gratis?
SVP-Fraktionschef Amstutz: «Ich glaube doch nicht einfach einem ‹Blick›-Bericht»
von Roman Rey
Wie schon Oskar Freysinger erfährt auch Adrian Amstutz, Präsident der SVP-Fraktion, durch watson von Roger Köppels Nationalratskandidatur. Er scheint offenbar sogar daran zu zweifeln: «Ich glaube doch nicht einfach einem ‹Blick›-Bericht», so Amstutz. Er wolle erst nach der offiziellen Medienkonferenz Stellung nehmen.

Es stellt sich die Frage: Warum hat die SVP bei so einer wichtigen Kandidatur nicht einmal den Fraktionschef informiert?
Adrian Amstutz, Praesident des Nutzfahrzeugverbandes ASTAG, waehrend der Pressekonferenz "Gueterverkehr und Logistik, Loesungsvorschlaege der Wirtschaft, fuer eine starke und vernetzte Schweiz", am 19. Febraur 2015 in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)
Wieviel «Weltwoche» verträgt das Parlament?
Kein beispielloser Vorgang
Wer sich fragt, ob es sich hier um einen beispiellosen Vorgang handelt, für den Hat Blogger @cloudista schon die Antwprt parat: Nein. In den 1930er Jahren sass der damalige NZZ-Chefredaktor Willy Bretscher für die FDP im Nationalrat.
«Er hat mit der Weltwoche eine politische Mission»
von Petar Marjanović
Der Chefredaktor der Südostschweiz, David Sieber, sagt zu Köppels Kandidatur: «Es überrascht mich nicht. Wir Journalisten sind aber keine Überzeugungstäter. Beim Köppel ist das anders. Seine Nähe zur SVP war kein Geheimnis. «Er hat mit seiner Weltwoche eine politische Mission.» Ich frage mich jedoch, ob er sich selbst nicht zu viel zumutet: Im Nationalrat ist man erfolgreich, wenn man über Parteigrenzen hinweg Lösungen entwickeln kann. Ob er dazu fähig ist, wage ich zu bezweifeln.»
HANDOUT - David Sieber, in einem Portrait vom 29. August 2007. - Die Tageszeitung "Suedostschweiz" erhaelt ab 2009 mit David Sieber einen neuen Chefredaktor, wie die Suedostschweiz Medien am Montag 27. Oktober 2008 bekannt gaben. Der 46-jaehrige Sieber uebernimmt diesen Posten von Andrea Masueger, der publizistischer Direktor der Suedostschweiz Medien wird und ein neues Projekt verfolgt. (KEYSTONE/SUEDOSTSCHWEIZ/Alex Spichale) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN ***
Köppels eigene Aussagen in der Vergangenheit
Will er oder will er nicht in die Politik? Roger Köppel selbst lieferte mit seinen Aussagen immer wieder Anlass zu Spekulationen. So sagte er vor einem Jahr gegenüber dem «Sonntagsblick». «Es kann der Zeitpunkt kommen, wo man in diese Arena steigen muss.»
Blocher über Köppel: «Der soll ja nicht in die Politik! Das wäre das Dümmste!»
Noch im letzten Mai sagte Blocher über eine Kandidatur von Köppel: «Der soll ja nicht in die Politik! Das wäre das Dümmste!»

Und weiter: «Köppel würde im Parlament verarmen.» Er habe auch ausserhalb des Parlaments «eine politische Bedeutung».

Auch von der Weltwoche als SVP-Zeitung warnte Blocher und sagte: «Jede Zeitung braucht eine gewisse Breite.»

Und schon dreiviertel Jahre später ist alles anders...

Das ganze Interview hier
SP-Fraktionschef Tschümperlin rechnet Köppel «gute Chancen» aus
von Roman Rey
Andy Tschümperlin, Fraktionspräsident der SP, sieht Köppel in einer guten Position für eine Wahl: «Er ist national bekannt und hat eine pointierte Meinung. Somit hat er gute Chancen.» Entscheidend sei aber, auf welchen Listenpatz ihn die SVP setze. «Ich bin mir sicher, dass Roger Köppel auch in der SVP nicht nur Freunde hat», so Tschümperlin.

«Natürlich stellt sich die Frage, ob Herr Köppel neben seinem Job als Weltwoche-Chefredaktor Zeit für ein Nationalratsmandat hat», fügt Tschümperlin hinzu. «Aber er wird sich das schon gut überlegt haben.»
Andy Tschuemperlin spricht an einer Medienkonferenz der SP-Fraktion, am Freitag, 17. Februar 2012 in Bern. Der Schwyzer Nationalrat und bisheriger Vizepraesident der SP-Bundeshausfraktion Andy Tschuemperlin uebernimmt ab der kommenden Fruehjahrssession die Leitung der SP-Bundeshaus-Fraktion.  (KEYSTONE/Marcel Bieri)
«Man weiss jetzt, was in der Weltwoche drin ist»
Der Medienjournalist Nick Lüthi bezeichnet Köppels Entscheid als «ehrlichen Schritt»:
Nick Lüthi Luethi Medienjournalist
«Die Kandidatur überrascht mich nicht. Roger Köppel sah sich schon immer in der Tradition der alten Chefredakteure, die im Beispiel der NZZ für die FDP auch im Nationalrat sassen. Heute ist dies zwar unüblich, weil sich die meisten Zeitungen als Forumszeitungen verstehen. Im Falle der Weltwoche passt dieser Entscheid jedoch: Die Nähe zur SVP ist offenkundig, insofern ist die Kandidatur ehrlicher Schritt. Man weiss jetzt, was drin ist.»
SVP-Nationalrat Oskar Freysinger wusste von nichts, ist aber «hoch erfreut»
SVP-Nationalrat Oskar Freysinger scheint von der Nachricht überrascht: «Ist das wirklich wahr?» Ja, wirklich wahr. «Da bin ich hoch erfreut. Köppel ist kritikfähig, spricht unangenehme Wahrheiten unverblümt aus, gute Feder, heller Kopf, Schnelldenker – ideal, solche Leute braucht die Demokratie.» Freut er sich auf die Zusammenarbeit, sollte es klappen? «Absolut.»
Le conseiller d'Etat valaisan Oskar Freysinger parle lors d'une conference de presse apres une annee au Gouvernement du canton du Valais ce jeudi 15 mai 2014 a Sion. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Die ersten Reaktionen auf Twitter
Köppel arbeitete als Journalist bei der NZZ, war Chefredaktor des «Tages-Anzeiger»-Magazins und Chefredaktor der deutschen «Welt». Mit seinen pointierten Auftritten in diversen in- und ausländischen Medien hat er grosse Bekanntheit erlangt.
Der 49-Jährige Köppel führte bei seinem Stellenantritt die «Weltwoche» auf einen rechtskonservativen Kurs und vertrat in vielen Belangen die Parteilinie der SVP. Nicht zuletzt deshalb kamen immer wieder Gerüchte auf, er wolle für die Partei aktiv werden.
Findest du, Roger Köppel wäre eine Bereicherung für den Nationalrat?

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