Schweiz
Gesundheit

Swiss verschärft Attestpflicht – Kritik bei Flugbegleitern

Swiss-Crew swiss airline
Mitglieder der Swiss Cabin Crew müssen künftig schon ab dem dritten Krankheitstag ein Arztzeugnis vorlegen. (Symbolbild)Bild: Keystone

Swiss verschärft Attestpflicht – Flugbegleiterin hält Änderung für «gefährlich»

11.05.2026, 18:4011.05.2026, 18:40

Die Swiss verschärft ihren Sparkurs und passt ab Juni die Regeln für Krankmeldungen beim Kabinenpersonal an: Künftig ist bereits ab dem dritten Krankheitstag ein Arztzeugnis erforderlich. Bisher galt die Pflicht erst ab dem fünften Tag.

Die Airline begründet den Schritt mit einem deutlichen Anstieg kurzfristiger Krankmeldungen, vor allem an Wochenenden.

Flugbegleiterin: Massnahme ist «gefährlich»

Innerhalb der Cabin Crew sorgt die neue Regelung für Kritik. Eine Flugbegleiterin bezeichnet die Massnahme gegenüber 20 Minuten als «fahrlässig» und «gefährlich». Sie warnt davor, dass Mitarbeitende künftig trotz Krankheit fliegen könnten. Anders als in vielen Bürojobs gebe es im Flugbetrieb weder Homeoffice noch eingeschränkte Einsätze: Crew-Mitglieder seien entweder flugtauglich oder nicht. Bereits leichte Erkältungen oder Probleme mit der Stimme könnten an Bord zum Risiko werden. «In einer Notsituation müssen wir topfit sein», sagt die Flugbegleiterin gegenüber dem Onlineportal.

Viele würden heute schon krank fliegen gehen, schreibt «20 Minuten» unter Berufung auf die Flugbegleiterin weiter. Es fühle sich wie eine Kollektivstrafe an.

Auch die Gewerkschaft Kapers lehnt die Verschärfung gegenüber «20 Minuten» ab. Sie befürchtet, dass zusätzlicher administrativer Aufwand und mögliche Arztkosten Mitarbeitende davon abhalten könnten, sich krankzumelden. Gerade im Flugbetrieb dürften derartige Regeln nicht dazu führen, dass Angestellte gesundheitliche Beschwerden ignorieren.

Swiss weist Kritik zurück

Die Swiss weist die Kritik gegenüber dem Onlineportal jedoch zurück. Die frühere Einreichung eines Attests solle helfen, Personalreserven verlässlicher zu planen und die Belastung innerhalb der Crew zu reduzieren. Die Massnahme sei kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber den Mitarbeitenden. Wer krank sei, solle sich weiterhin abmelden und nicht fliegen, betont die Airline laut «20 Minuten». (hkl)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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CISG
11.05.2026 19:33registriert Oktober 2023
War bei uns auch so. Ab 3. Tag braucht’s ein Arztzeugnis. Wenn man deswegen zum Beispiel zum Arzt muss holt man halt gleich noch ein paar Medikamente und lässt sich gleich für eine Woche krankschreiben. Ist ja nicht blaumachen sondern dann kuriert man sich gleich richtig gut aus. Gut für die Gesundheit und worklife Balance.
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Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol
11.05.2026 20:26registriert August 2019
Ich finde schon seit immer, dass der Betrieb dann auch die angeordnete Konsultation bezahlen müsste - wenn ich nur für das Arztzeugnis zum Arzt gehen muss! Frechheit!
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Kong
11.05.2026 22:18registriert Juli 2017
Als wir so was ähnliches in der Firma „befohlen“ hatten, ging der Schuss nach hinten los. Statt 1-3 Tage waren es dann 5-7 Tg im Schnitt, weil Ärzte es verlängerten. Besser klappte ein Monitoringund Führungsgespräch mit notorischen Wiederholern die aufgefallen waren (z.B. Schönwetter“Kurzgrippe).
Zudem… gutes (Arbeits)Klima verbesserte die Statistik.
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