Swiss verschärft Attestpflicht – Flugbegleiterin hält Änderung für «gefährlich»
Die Swiss verschärft ihren Sparkurs und passt ab Juni die Regeln für Krankmeldungen beim Kabinenpersonal an: Künftig ist bereits ab dem dritten Krankheitstag ein Arztzeugnis erforderlich. Bisher galt die Pflicht erst ab dem fünften Tag.
Die Airline begründet den Schritt mit einem deutlichen Anstieg kurzfristiger Krankmeldungen, vor allem an Wochenenden.
Flugbegleiterin: Massnahme ist «gefährlich»
Innerhalb der Cabin Crew sorgt die neue Regelung für Kritik. Eine Flugbegleiterin bezeichnet die Massnahme gegenüber 20 Minuten als «fahrlässig» und «gefährlich». Sie warnt davor, dass Mitarbeitende künftig trotz Krankheit fliegen könnten. Anders als in vielen Bürojobs gebe es im Flugbetrieb weder Homeoffice noch eingeschränkte Einsätze: Crew-Mitglieder seien entweder flugtauglich oder nicht. Bereits leichte Erkältungen oder Probleme mit der Stimme könnten an Bord zum Risiko werden. «In einer Notsituation müssen wir topfit sein», sagt die Flugbegleiterin gegenüber dem Onlineportal.
Viele würden heute schon krank fliegen gehen, schreibt «20 Minuten» unter Berufung auf die Flugbegleiterin weiter. Es fühle sich wie eine Kollektivstrafe an.
Auch die Gewerkschaft Kapers lehnt die Verschärfung gegenüber «20 Minuten» ab. Sie befürchtet, dass zusätzlicher administrativer Aufwand und mögliche Arztkosten Mitarbeitende davon abhalten könnten, sich krankzumelden. Gerade im Flugbetrieb dürften derartige Regeln nicht dazu führen, dass Angestellte gesundheitliche Beschwerden ignorieren.
Swiss weist Kritik zurück
Die Swiss weist die Kritik gegenüber dem Onlineportal jedoch zurück. Die frühere Einreichung eines Attests solle helfen, Personalreserven verlässlicher zu planen und die Belastung innerhalb der Crew zu reduzieren. Die Massnahme sei kein Ausdruck von Misstrauen gegenüber den Mitarbeitenden. Wer krank sei, solle sich weiterhin abmelden und nicht fliegen, betont die Airline laut «20 Minuten». (hkl)
