bedeckt
DE | FR
16
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Schweiz
Tier

Der Nationalrat diskutiert vorbeugende Abschüsse von Wölfen

Der Nationalrat diskutiert vorbeugende Abschüsse von Wölfen

08.12.2022, 07:09

Die Zahl der in der Schweiz umherstreifenden Wölfe steigt. Der Nationalrat befasst sich am heutigen Donnerstag mit der Frage, ob die geschützten Grossraubtiere künftig präventiv geschossen werden dürfen, um Schäden zu vermeiden und Menschen nicht zu gefährden.

Ausgearbeitet hatte die Änderungsvorschläge im Jagdgesetz die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerates (Urek-S). Im Zentrum steht die proaktive Regulierung der Wölfe. Bestandesregulierungen beim geschützten Wolf sollen künftig ebenso möglich sein wie beim geschützten Steinbock.

Die Kantone sollen Wölfe vom 1. September bis zum 31. Dezember regulieren dürfen, mit Zustimmung des Bundes. Die Abschüsse dürfen die Population nicht gefährden, und sie müssen nötig sein, um Lebensräume zu schützen, die Artenvielfalt zu erhalten sowie Schäden und Gefährdungen zu verhindern. Das will der Ständerat.

ZUR ANPASSUNG DER JAGDVERORDNUNG, WONACH WOELFE SCHNELLER ABGESCHOSSEN WERDEN KOENNEN, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 22. DEZEMBER 2014, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG – Three two-month old baby ar ...
Ein Jungtier im Zoo von Servion, Schweiz.Bild: KEYSTONE

Mehrere Minderheitsanträge

Eine knappe Mehrheit der Umweltkommission des Nationalrates (Urek-N) unterstützt diese Entscheide im Grundsatz. Mit den Bestimmungen soll der raschen Zunahme von Wölfen begegnet werden. Laut der Kommission verdoppelte sich der Bestand der Tiere innerhalb von drei Jahren. Allerdings liegen mehrere Minderheitsanträge vor.

Zu reden geben dürfte im Nationalrat auch die fachgerechte Nachsuche von bei der Jagd verletzten Tieren, zugunsten des Wildtierschutzes. Die Mehrheit der Urek-N möchte die Nachsuche im Jagdgesetz verankern. Eine knappe Mehrheit der Kommission wünscht zudem eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über Grossraubtiere.

Die Vorlage ist ein neuer Anlauf für eine Revision des Jagdgesetzes. 2020 scheiterte an der Urne eine Vorlage, mit der die Wolfsjagd neu geregelt worden wäre. Bei einem Ja hätten Wölfe geschossen werden dürfen, auch wenn sie noch keinen Schaden angerichtet haben. Die Gegnerinnen und Gegner sprachen damals von «Abschüssen auf Vorrat».

Pochen auf Herdenschutz

Die Umweltorganisationen Pro Natura, Birdlife, WWF und Gruppe Wolf Schweiz wiesen vor kurzem darauf hin, dass das geltende Jagdgesetz für Eingriffe in die Wolfsbestände in der Schweiz ausreiche. Im laufenden Jahr seien 24 Wölfe zum Abschuss freigegeben worden und ein Viertel der Schweizer Rudel reguliert worden.

Die vier Organisationen plädierten für mehr Herdenschutz. 2022 seien im Wallis über zwei Fünftel aller Schäden auf Weiden entfallen, die amtlich anerkannt schützbar seien. Schadenprotokolle von Rissen in angeblich geschützten Herden zeigten zudem, dass der Herdenschutz oft nicht den Vorgaben entspreche.

(yam/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

16 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
ELMatador
08.12.2022 08:37registriert Februar 2020
Also ich weiss ja nicht, wir hatten erst doch eine Abstimmung.


Lieber Nationalrat, könnt ihr nicht mal wichtigeres Themen angehen wie die steigenden Krankenkassenkosten, die wuchernden Mietpreise oder die steigende Working Poor und die immer grösser werdende gesellschaftliche Vermögensschere.

Mir ist egal, ob nächstes Jahr Wahlen sind und sich niemand die Finger verbrennen möchte. Bitte macht euren Job.
216
Melden
Zum Kommentar
avatar
Allesklärchen
08.12.2022 09:05registriert August 2021
Klar über den Wolf muss diskutiert werden, aber das die KK, Strom und Heizkosten durch die Decke schiessen und Mieten wohl bald auch ist ja nicht so wichtig. Ist dem Nationalrat nun ein paar Schafe wichtiger als die mehrheit der CH Bevölkerung?
206
Melden
Zum Kommentar
16
Fall Berset zeigt: So einfach können Staatsanwälte auf private E-Mails zugreifen
Die Corona-Leaks offenbarten, wie einfach die Staatsanwaltschaft in der Schweiz auf private Mails zugreifen kann. Die Betroffenen werden teilweise nicht einmal darüber informiert. Das soll sich nun ändern.

Die Corona-Leaks-Affäre rund um Bundesrat Alain Berset, seinen ehemaligen Kommunikationschef Peter Lauener und das Medienhaus Ringier hat bei allen beteiligten Parteien Staub aufgewirbelt. Und auch bezüglich Datenschutz bei E-Mails wirft der Fall Fragen auf – er zeigt nämlich auf, wie einfach die Staatsanwaltschaft in der Schweiz auf private Mails zugreifen kann und wie machtlos Betroffene demgegenüber sind. Denn grundsätzlich können die Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz auf alle Mails auf einheimischen Servern ohne richterliche Genehmigung zugreifen, sofern ein Strafverfahren läuft.

Zur Story