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Wolfsjagd: Mehr Rudel, aber weniger Schäden – Bund zufrieden

Ein Wolf, mutmasslich "M35", aufgenommen beim Dorfeingang von Bellwald im Obergoms, Wallis, am 28. Mai 2013. Der Wolf hat in der Nacht auf Freitag, 7. Juni 2013 im Wallis erneut zugeschlagen ...
Wölfe dürfen in der Schweiz seit kurzem auch präventiv geschossen werden.Bild: KEYSTONE

Mehr Rudel, aber weniger Schäden: Bund zufrieden mit der Wolfsjagd

Seit drei Jahren dürfen in der Schweiz präventiv Wölfe geschossen werden. Das wirke sich positiv aus, bilanziert das zuständige Bundesamt.
19.05.2026, 12:1119.05.2026, 12:11
Michael Graber
Michael Graber

Knapp 250 Wölfe wurden in der Schweiz seit 2023 geschossen. Der grösste Teil davon proaktiv – seit drei Jahren sind solche präventiven Abschüsse in der Schweiz erlaubt. Damit dürfen die Tiere auch erlegt werden, bevor sie Schaden angerichtet haben. Wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilt, konnte mit dieser Massnahme «das rasche Wachstum der Wolfspopulation» gebremst werden.

Gleichzeitig steigt die Anzahl der Wolfsrudel, die in der Schweiz umherziehen. «Nach der Regulierungsperiode 2025/2026 wurden 30 vollständig in der Schweiz lebende und 10 grenzüberschreitende Rudel gezählt», schreibt das Bundesamt. Im Vorjahr waren es noch gesamthaft 36 Rudel. Dabei haben vor allem die Wolfssippen zugenommen, die sich ausschliesslich in der Schweiz aufhalten. Ob das ein Trend sei, werde sich aber erst «nach mehreren weiteren Regulierungsperioden mit Sicherheit bestätigen», so das Bafu.

Insgesamt geht man beim Bundesamt von einem Wolfbestand von rund 350 Tieren aus. Dabei sind die Grenzgänger eingerechnet. Während zwischen September 2025 und Januar 2026 insgesamt 77 Wölfe abgeschossen wurden, rechnet das Bafu für das vergangene Jahr mit «mindestens 155 Welpen», die zur Welt gekommen sind.

Es werden deutlich weniger Nutztiere gerissen

Dass der Bund ein insgesamt positives Fazit zieht, liegt aber auch daran, dass die Schadenszahlen weiter zurückgingen. Diese hatten ihren Höchststand 2022 erreicht, als knapp 1800 Nutztierrisse durch den Bund vergütet wurden. In der letzten Berichtsperiode waren das noch 808 Tiere. Allerdings haben sich dabei auch die Modalitäten geändert: Entschädigt werden nun nur noch Angriffe auf Nutztiere, die in geschützten Situationen stattfanden, oder wenn nach einem Angriff Sofortmassnahmen ergriffen wurden.

Für den Rückgang verantwortlich sei neben der Wolfsregulierung auch der  Ausbau des Herdenschutzes mit zusätzlichen finanziellen Mitteln, schreibt das Bundesamt. Der Herdenschutz bleibe «integraler Bestandteil» im Umgang mit dem Wolf. (aargauerzeitung.ch)

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