Schweiz
Unfall

Gefährliches Wendemanöver im Gotthardtunnel: Fahrer wird nun verurteilt

Deutsches Auto wendet im Gotthardtunnel, Dezember 2022
Immer wieder kommt es zu solchen Wendemanövern im Gotthardtunnel.bild: Kantonspolizei Uri

Gefährliches Wendemanöver im Gotthardtunnel: Fahrer wird nun verurteilt

Im Dezember wendete ein Mann im Gotthardtunnel – nun wird er verurteilt. Aber er ist nicht der Erste, der dieses gefährliche Manöver durchgezogen hat.
27.04.2023, 10:4127.04.2023, 13:24
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Gegenverkehr, doppelte Sicherheitslinien – das ist der Gotthardtunnel. Und trotzdem gibt es immer wieder Auto- oder Lastwagenfahrer, die im Tunnel zu gefährlichen Wendemanövern ansetzen.

So auch im Dezember: Ein Mann aus Deutschland fuhr am frühen Nachmittag durch den Gotthard-Strassentunnel in Richtung Süden. Auf Höhe der Gemeinde Göschenen fuhr er in eine Nische, wendete sein Auto und fuhr wieder in Richtung Norden zurück. Dabei überfuhr er die doppelte Sicherheitslinie. Der Grund dafür ist nicht bekannt.

Später stellte sich heraus, dass der Mann auch keine gültige Autobahnvignette hatte. Für diese beiden Vergehen wurde der Autofahrer nun verurteilt.

Laut der Staatsanwaltschaft Uri hat der Mann mit seiner Fahrweise eine «besondere Gefahr» für alle geschaffen. Er habe auch nicht über mögliche Folgen seines Verhaltens nachgedacht oder darauf Rücksicht genommen. Was die fehlende Vignette angeht, wirft die Staatsanwaltschaft ihm pflichtwidrige Unvorsichtigkeit vor. Das Gericht erklärt ihn nun wegen grober Verkehrsregelverletzung und Benutzung einer abgabepflichtigen Nationalstrasse ohne die für die Abgabeperiode erforderliche Vignette für schuldig.

Der Mann wird nun zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt, wobei die Strafe bedingt ausgesprochen wird, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Noch dazu kassiert der Mann eine Busse von 800 Franken und er muss für die Verfahrenskosten aufkommen.

50 Verfahren im Jahr

Dass Autofahrerinnen und Autofahrer im Gotthard wenden, ist keine Seltenheit. Oberstaatsanwalt Thomas Imholz sagt gegenüber 20 Minuten, dass es pro Jahr deswegen im Schnitt zu 40 bis 50 Verfahren komme. Meistens handle es sich um Personen auf der Durchreise.

Solche Wendemanöver können sehr gefährlich sein.Video: YouTube/Keystone-SDA-ATS

«Glücklicherweise mussten in den vergangenen Jahren keine Unfälle in direktem Zusammenhang mit Wendemanövern im Gotthard-Strassentunnel verzeichnet werden», sagt Imholz. «Allerdings kommt es immer wieder zu konkreten Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer, die aufgrund solcher Wendemanöver ihre Fahrzeuge stark abbremsen oder gar ausweichen müssen.»

Im Tunnel gibt es keine Wendemöglichkeit. Wer die Richtung also wieder ändern möchte, muss durch den ganzen Tunnel fahren und in Airolo oder Göschenen umkehren.

(oee)

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107 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lingua
27.04.2023 09:57registriert Juni 2022
Also der Typ wendet im Gotthard und kriegt 20 Tagessätze?

Andere kriegen 50 Tagessätze für zu nahes Auffahren auf der Autobahn.

Lächerlich so eine milde Strafe.
20110
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Bikemate
27.04.2023 10:09registriert Mai 2021
Die Strafe ist viel zu mild. Nicht wegen der Vignette, aber wegen dem gefährlichen Manöver.
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-C-
27.04.2023 10:01registriert Februar 2016
Wenn man sieht, zu welchen Strafen Klimakleber teilweise verurteilt werden, hätte dieser Kandidat mit derselben Argumentation mindestens für versuchten Totschlag schuldig gesprochen werden sollen - Mal ganz angesehen von einem lebenslangen Ausweisentzug...
12844
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