Schweiz
Waffen

Aargauer Dschihadist Cendrim R. benutzte Handgranaten der Schweizer Rüstungsfirma Ruag

Aargauer Dschihadist Cendrim R. benutzte Handgranaten der Schweizer Rüstungsfirma Ruag

Der ausgewiesene Aargauer Dschihadist Cendrim R. hat bei einem Anschlag in der Türkei neben diversen Waffen auch Handgranaten aus der Schweiz benutzt. Das geht aus seiner Anklageschrift hervor.
31.07.2016, 09:2831.07.2016, 09:47

Der in Brugg aufgewachsene Cendrim R. wurde 2013 aus der Schweiz ausgewiesen. Der 25-jährige serbisch-montenegrinische Staatsbüger radikalisierte sich, schloss sich dem «IS» in Syrien an und wurde zum Attentäter.

Cendrim R. (Bild: az)

In der türkischen Stadt Nigde verübte er mit anderen Extremisten einen Anschlag, bei dem drei Menschen starben.

«Die Ruag hat nie Kriegsmaterial nach Syrien geliefert.»
Ruag-Sprecher Jiri Paukert

Jetzt zeigt sich: Beim Attentat hatte Cendrim R. neben diversen Kalaschnikows, Pistolen und Bajonetten auch Handgranaten bei sich. Sie stammen aus der Schweiz. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die der Zeitung «Sonntagsblick» vorliegt.

Waffen

Vermerkt seien laut der Zeitung je zwei Handgranaten des Typs HG85 SM8-03 und OHG92 SM6-03 1. Hergestellt wurden sie vom Schweizer Rüstungskonzern Ruag. Dieser lieferte im Jahr 2003 Über 220’000 Stück an die Vereinigten Arabischen Emirate. Der Golfstaat gab das Kriegsmaterial weiter an Jordanien, von wo es in die Türkei und nach Syrien gelangte.

Ruag-Sprecher Jiri Paukert betont gegenüber dem «Sonntagsblick»: «Waffen gehören nicht in die Hände von Terroristen.» Deshalb beliefere man nur Staaten, die nach den Schweizer Exportvorschriften offen sind. «Die Ruag hat nie Kriegsmaterial nach Syrien geliefert.»

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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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auslandbasler
31.07.2016 09:41registriert Februar 2015
So verlogen. Man weiss, dass Waffen über Saudi Arabien in die Hände von Terroristen gelangen. Die Einflüsterer der Politiker, die von den Waffenherstellern bezahlt werden, haben es aber geschafft, Saudi Arabien "weiss zu waschen". Neutralität oder tödliche Augenwischerei?
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Vater der Blume
31.07.2016 10:09registriert Dezember 2015
So verlogene und heuchlerische Branche. Ihr würdet auch Hitler beliefern solange das nötige Cash rein kommt.
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TheDude10
31.07.2016 09:41registriert November 2015
Das Problem ist, dass waffen in länder geliefert werden dürfen, wo bekannt ist das sie diese weiterreichen inklusive in länder, welche in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt sind, oder sogar im offenen krieg sind.
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