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Wallis

Rettung durch Air Zermatt am Matterhorn: Nicht alle zahlen Rechnungen

HANDOUT - Rescue helicopters stand on the mountain landing site of the Petit Combin summit in Valais, Switzerland, Tuesday, April 2, 2024. Three people lost their lives when a helicopter crashed on Tu ...
Ein Walliser Rettungshelikopter am Petit Combin.Bild: keystone

Nach Rettungsaktion am Matterhorn: «Bleiben jährlich auf über 100'000 Franken sitzen»

Die spektakuläre Rettungsaktion für zwei vietnamesische Berggänger am Matterhorn sorgte für Wirbel – unter anderem wegen der hohen Kosten solcher Einsätze. Laut einem Air-Zermatt-Sprecher zahlen längst nicht alle Geretteten die Kosten.
10.11.2024, 14:0412.11.2024, 14:05

Die Geschichte der Rettung zweier Vietnamesen, die in Trainerhosen und mit Turnschuhen bei schlechten Wetterverhältnissen versucht haben, das Matterhorn zu bezwingen, sorgte für viel Aufsehen.

Neben der spektakulären und mutigen Aktion der Rettungskräfte, die sich wegen der schlechten Witterung selbst zu Fuss zu den feststeckenden Berggängern begaben, und der Unverantwortlichkeit dieser, dominierte auch ein anderes Thema die Kommentare: die hohen Kosten solcher Aktionen.

Bruno Kalbermatten, Mediensprecher des Helikopterunternehmens Air Zermatt, erklärte nun gegenüber dem Blick, in welcher Grössenordnung sich diese tatsächlich bewegen:

«Allein der Rettungshelikopter mit Crew kostet pro halber Stunde über 3000 Franken.»

Hinzu kämen die Kosten für den Einsatz der Bergretter.

Die Betroffenen müssen alles selbst bezahlen, wenn sie eine Rettungsaktion verursachen, so auch die beiden Vietnamesen. Ob diese die Rechnung bereits beglichen haben, kommentiert Kalbermatten aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht.

Klar ist aber, dass längst nicht alle Geretteten für die Kosten, die sie verursachen, aufkommen:

«Wir bleiben jährlich auf offenen Rechnungen von über 100'000 Franken sitzen»

Air Zermatt führt jährlich rund 2000 Rettungsaktionen durch. Ein rentables Geschäft ist das ohnehin nicht, wie Kalbermatten erklärt:

«Rein mit den Rettungen könnten wir nicht überleben.»

Deshalb müsse das Unternehmen den wichtigen Rettungsbereich querfinanzieren, beispielsweise mit Transportaufträgen oder Tourismusangeboten. Auch Gönner tragen würden dazu beitragen, Löcher in der Kasse zu stopfen, so der Mediensprecher. (con)

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51 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Peter90
26.09.2024 07:34registriert Januar 2023
Nicht in ordnung, aber ich denke verkraftbar wenn man schaut wie kürzlich ein konflikt um die zuständigkeit entbrannt ist. Handelt sich offenbar um ein rentables Geschäft.
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schoscho
26.09.2024 06:56registriert Januar 2017
Die Pässe der ausländischen Touris zurückbehalten bis die Rechnung bezahlt ist. Kann ja nicht sein dass Armutsbetroffene sich Bergsteigen leisten.
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