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Gewitter in der Stadt Zürich: Gegen 19 Uhr wurde es plötzlich dunkel. bild: watson

Gewitter: Sturm deckt Notdächer ab +++ Autofahrerin tödlich verletzt



Gewitter am Dienstag:

Am frühen Dienstagnachmittag ist ein neues Unwetter, von Westen her kommend, über die Schweiz gezogen.

Wie die Luzerner Polizei mitteilte, gingen bei ihr am Dienstagnachmittag rund 40 Ereignismeldungen ein. Insgesamt wurden zwölf Feuerwehreinheiten aufgeboten. Der Wind habe Notdächer abgedeckt, Wasser sei in Gebäude geflossen und Abwasserschächte seien überlastet gewesen, hiess es in der Mitteilung.

Die Gewitterlinie ist danach rasch in Richtung Bodensee (Nordosten) gezogen. Auf ihrem Weg hat die Gewitterzelle für viel Wind, erneute Starkniederschläge und teilweise auch Hagel gesorgt. Eine Sturmböe in Aesch (BL) erreichte gemäss Messungen gar 103 km/h.

Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen bei dem Gewitter vom Dienstagnachmittag niemand. Am Montagabend waren bei einem Hagelsturm in Wolhusen mehrere Personen durch herumfliegende Teile und Hagelkörner verletzt worden.

Über weite Teile der Schweiz sind erneut heftige Gewitter mit Sturmböen, Hagel und Starkregen hinweggefegt. Die Hagelzüge vom Montagabend erreichten mit mindestens 260 Millionen Franken die Schadenssumme von der gesamten letzten Woche – 60 Millionen alleine im Kanton Luzern. Im Kanton Bern starb eine Person infolge des Unwetters. (adi/sda)

Gewitter am Montag:

In weiten Teilen der Schweiz sind am Montagabend erneut heftige Gewitter mit Orkanböen, Hagel und Starkregen hinweg gefegt. Stark betroffen waren die Westschweiz sowie die Kantone Bern und Solothurn. Es gab mehrere Verletzte.

Die Gewitter waren am späten Montagnachmittag aus Westen aufgezogen. Am Jura Südfuss wehten laut Wetterdiensten Böen von 101 km/h, so in Cressier NE. Auf dem Chasseral erreichte eine Orkanböe 122 km/h, wie Meteonews am Montagabend twitterte.

Mancherorts erreichten die Körner die Grösse von Golfbällen, so in La-Chaux-de-Fonds oder Epsach BE. In Nottwil LU hatten die Hagelkörner einen Durchmesser von sieben Zentimetern, wie SRF Meteo schrieb. Am Abend zog die Gewitterfront auch über die Zentralschweiz und Zürich, bis sie schliesslich die Ostschweiz erreichte.

Auch Ostschweiz betroffen

In St. Gallen musste die Feuerwehr rund 20 Mal ausrücken. Betroffen war vor allem die Region rund um Wil, wie die Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage mitteilte. Die Rettungskräfte mussten Keller auspumpen, die wegen des starken Regens überschwemmt worden waren.

Die Autobahn A1 zwischen Wil und Münchenwilen musste zeitweise gesperrt werden, da sie unter Wasser stand. Insgesamt rund 90 Einsätze der Feuerwehr verzeichnete der Kanton Thurgau. Die Unwetter führten an diversen Orten im Kanton zu überschwemmten Kellern.

Starkregen begleitete auch andernorts die aussergewöhnlichen Gewitter, wie SRF Meteo schrieb. In Opfikon ZH wurden in einer Stunde 36,8 mm Niederschlag gemessen, in Lohn SH waren es 45,6 mm, wie der Wetterdienst twitterte. Davon fielen jeweils rund 20 mm in nur zehn Minuten.

Verheerende Hagelzüge

Hagelzüge richteten namentlich im Berner Seeland sowie zwischen Bern und Thun erhebliche Schäden an Pflanzen und Bäumen an, wie Bildern auf diversen Nachrichtenportalen zeigen und Augenzeugen berichteten. Die Schadenbilanz wegen Unwettern dürfte damit weiter gestiegen sein.

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watson-User zeigen Donut-grosse Hagelkörner. (Wenn du auch Bilder gemacht hast, kannst du sie gerne in den Kommentaren posten.) bild: watson-user

Bis letzten Freitag schätzten Versicherungsgesellschaften die Schadensumme auf mindestens 260 Millionen Franken. Es gab zehntausenden Schadenfälle, allen voran wegen Hagelbeulen an Fahrzeugen und Gebäudeschäden wegen überfluteter Keller.

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Ein watson-User aus Baar zeigt uns Hagelkörner, die so gross wie Golfbälle sind. bild: user

Sechs Kinder im Spital

In der Westschweiz wurde der Kanton Freiburg stark in Mitleidenschaft gezogen. Rund 300 Meldungen gingen bei der Einsatzzentrale ein. Arg in Bedrängnis kam laut Kantonspolizei Freiburg eine 16-köpfige Schulklasse mit ihren zwei erwachsenen Begleitpersonen, die in Bulle von einem Hagelzug überrascht wurde.

Sechs Kinder und eine erwachsene Begleitperson wurden vom Rettungsdienst betreut und zur Untersuchung in ein Spital gebracht. Laut einem Leservideo auf Blick.ch durchschlug in Bulle der Hagel das Dach einer Coop-Filiale. Die Polizei warnte vor beschädigten Dachziegeln, die von Gebäuden fallen könnten.

So wütete das Gewitter im Kanton Zug:

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Schäden im Kanton Zug
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Hagelkörner verletzen Velofahrerin

In Cham ZG wurde eine Velofahrerin durch Hagelkörner am Kopf verletzt. Die 29-jährige Frau musste mit dem Rettungsdienst Zug ins Spital eingeliefert werden. In Baar ZG wurde eine Autofahrerin durch Glassplitter leicht verletzt, als der Hagelschauer ihre Frontscheibe beschädigte. Insgesamt gingen bei der Kantonspolizei Zug rund 100 Meldungen ein.

In Wolhusen LU wurde eine Person durch herumfliegende Gebäudeteile und zwei weitere durch Hagelkörner verletzt, wie die Luzerner Polizei am Montagabend mitteilte. Insgesamt gingen 450 Meldungen bei der Einsatzzentrale ein.

Die Berner Kantonspolizei erhielt über 300 Schadenmeldungen. In Meikirch sei es zu einem schweren Unfall mit einem Auto gekommen. Details dazu will die Polizei am Dienstagmorgen bekanntgeben. Wie Alertswiss zu entnehmen war, waren die Gemeinden Mühlethurnen und Lohnstorf im Kanton Bern am Abend wegen eines Wasserleitungsbruches von der Wasserversorgung abgeschnitten.

Bei Schutz&Rettung Zürich gingen fast 400 Notrufe ein. Sie betrafen vor allem umgestürzte Baugerüste, entwurzelte Bäume, herabgefallene Äste und Wasser in Gebäuden. In Solothurn stürzte wegen des Unwetters das Gerüst beim Rathaus in der Altstadt ein.

Probleme auf Strassen und Schiene

Wie der Bahninformation der SBB zu entnehmen war, kam es am Nachmittag auf den Linien Bern-Belp-Thun, Burgdorf-Solothurn, Bern-Schwarzenburg und Bern-Kerzers FR zu Störungen. Letztere konnte am späten Montagabend behoben werden.

Die Autobahn A6 zwischen Münchenbuchsee und Schüpfen im Kanton Bern war laut der Verkehrsinformation während mehrerer Stunden beeinträchtigt, wegen der überfluteten Fahrbahn kam es auch dort zu Staus. Wegen Hochwassers bleibt der Schiffsbetrieb zwischen Solothurn und Biel bis 2. Juli eingeschränkt, wie die SBB mitteilt.

Neue Gewitter nach Verschnaufpause

Bis am frühen Dienstagmorgen beruhigte sich die Lage etwas. Nach einer kurzen Verschnaufpause dürften tagsüber aber bereits neue heftige Gewitter aufziehen und erneut Sturmböen, Starkregen und Hagel bringen, wie SRF Meteo auf Twitter schreibt.

Während sich die Lage im Norden beruhigte, zogen in der Nacht auch in Teilen des Kantons Tessin Gewitter auf. In Bosco/Gurin und Airolo fielen seit dem späten Abend rund 50 mm Regen, teilweise sogar mehr, wie MeteoNews am frühen Dienstagmorgen auf Twitter mitteilte.

Starkregen und Hagel begleiteten die starken Winde. Laut SRF Meteo betrug die Hagelschicht teilweise bis zu 5 Zentimeter. In La-Chaux-de-Fonds erreichten die Hagelkörner die Grösse von Golfbällen, wie Online-Portalen zu entnehmen war, Fensterscheiben seien zerbrochen.

Laut dem Online-Portal der Westschweizer Zeitung Arcinfo kam es zu Verkehrsbehinderungen im Val-de-Travers, Strassen waren mit Ästen und Hagelkörnern übersät. Auf der Bahnlinie zwischen Payerne und Kerzers kam es wegen eines umgestürzten Baumes zu Verspätungen, wie der Bahnverkehrsdienst Railinfo schrieb. Auch die Bahnlinie zwischen Lausanne und Biel war von einer Störung betroffen, diese konnte gegen 18 Uhr behoben werden konnte.

Laut SRF Meteo war der Montag «blitzintensiv», es seien in der Schweiz bereits 10'000 Blitzeinschläge registriert worden. Bereits letzte Woche hatte es in der Schweiz mehr als üblich im Juni geblitzt.

Bereits am Dienstag vor einer Woche hatten heftige Unwetter Cressier heimgesucht, es kam zu Schlammlawinen und Überschwemmungen. Zurzeit sind hunderte Armeeangehörige an Aufräumarbeiten in der Neuenburger Gemeinde beteiligt.

Autofahrerin bei Bern durch umgestürzten Baum getötet

Die Unwetter vom Montagabend haben im Kanton Bern ein Todesopfer gefordert. In Meikirch bei Bern wurde eine Autofahrerin durch einen umgestürzten Baum tödlich verletzt. Das teilte die Kantonspolizei Bern am Dienstag mit.

Der genaue Unfallhergang ist noch nicht bekannt. Die Polizei sucht Zeugen. Nach ersten Erkenntnissen war das Auto um etwa 17 Uhr bei einem Waldstück von einem umstürzenden Baum getroffen worden. Die Autolenkerin wurde im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Die Rettungskräfte konnten vor Ort nur noch den Tod der Frau feststellen.

Laut Polizei bestehen konkrete Hinweise auf die Identität der Verstorbenen. Die formelle Identifikation steht aber noch aus. (cma/saw/sda)

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