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Gewitter-Bilanz: 13'000 Blitze, Orkan-Böen und volle Keller

13'000 Blitze, Orkan-Böen und volle Keller: Bilanz des Gewitterabends (heute geht's weiter)

24.06.2022, 07:4924.06.2022, 13:31

Am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag sind teils kräftige Gewitter von Westen her über die Schweiz gezogen. Gebietsweise kam es zu grossen Hagelniederschlägen, Sturmböen sowie grossen Regenmengen in kurzer Zeit.

Bereits am späteren Donnerstagnachmittag und frühen Abend zogen mehrere Gewitterzellen über den Kanton Bern. Eine Superzelle baute sich laut SRF Meteo gegen 17 Uhr nordwestlich von Thun auf.

Mancherorts ging Hagel nieder. Namentlich in der Region Gruzelen, Seftigen, Wattenwil prasselten grosse Hagelkörner nieder. Gegen 20 Uhr beruhigte sich die Wettersituation in Bern. News-Scouts berichteten Medien von Stromausfällen im Berner Oberland und im Kanton Solothurn sowie vereinzelt im Kanton Bern.

Die Gewitterlinie zog im weiteren Verlauf des Abends in die Region Zürich und in die Ostschweiz. In Zürich wurde dabei durch den heftigen Sturm ein Baugerüst von einem Gebäude gerissen und landete auf Tramgleisen.

Insgesamt entluden sich während des Abends über 13'000 Blitze. 3024 davon gingen im Kanton Bern nieder, 1451 im Thurgau, wie Meteo News gemessen hat.

Heftige Böen im Flachland

In Teilen der Schweiz gab es kräftige Sturmböen, etwa in Koppigen BE mit 119 Kilometern die Stunde, in Freiburg (84 km/h) oder in Mathod VD (83 km/h). Begleitet waren die Böen, die teilweise Orkanstärke erreichten, von kräftigem Regen. So fielen in Koppigen 62 Millimeter Regen. Das sind knapp 60 Prozent der Juni-Norm. Auch in Locarno TI wurden mehr als 60 Millimeter Regen gemessen.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Bei der Kapo Solothurn gingen innerhalb weniger Stunden über 130 Meldungen von Wassereinbrüchen in Liegenschaften ein. Dabei gab es zahlreiche überschwemmte Keller, die Feuerwehren standen im Dauereinsatz. Weiter berichtet die Kapo von rund zwei Dutzend Meldungen über umgestürzte Bäume oder Baustellen-Abschrankungen. Verletzt wurde niemand. Die Kantonspolizei Aargau meldet 23 Einsätze, hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume und Baustellenabschrankungen. Betroffen war vorwiegend der Westaargau. Auch hier liegen keine Meldungen über Verletzte vor.

Beeinträchtigungen am Flughafen

Die starken Böen beeinträchtigten auch die Starts und Landungen am Flughafen Zürich. Es kommt zu beträchtlichen Verspätungen, wie ein Blick auf die An- und Abflüge auf dem Tableau im Internet zeigt. Der «Blick» hatte zuerst über den eingeschränkten Flugbetrieb berichtet.

Nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung muss laut MeteoNews am Freitagnachmittag und -abend mit erneut teils kräftigen Gewittern gerechnet werden. Auch dann seien wieder Starkregen, Sturmböen und Hagel möglich. (sda)

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21 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amseilruntertaucher
24.06.2022 07:43registriert August 2021
Komischer Titel! Das Gewitter ist über grosse Teile der Schweiz gezogen, nicht nur über Zürich!
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Naraffer
24.06.2022 07:40registriert März 2014
Gut dass die Gewitterzelle gemäss Titel nur über Zürich gezogen ist. Dann hat die restliche Deutschschweiz ja Glück gehabt
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