Schweiz
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Ein Rega-Helikopter im Einsatz beim Titlis OW. Bild: zvg rega

Das schöne Winterwetter sorgt bei der Rega für einen Einsatzrekord

1540 Mal musste die die Rega diesen Winter bereits bei Wintersportunfällen ausrücken – der höchste Wert seit fünf Jahren. Auch Spitäler hatten wegen verletzten Skifahrern und Snowboardern mehr zu tun.



Viel Schnee, viel Sonne, gute Pistenbedingungen: Die Skiorte in der Schweiz freuen sich über eine bislang gelungene Wintersaison. Bereits über die Festtage waren die Besucherzahlen erfreulich. Das prächtige Wetter während des wichtigen Skiferienmonats Februar lockte erneut unzählige Ski- und Snowboarder in die Berge.

Was Bergbahnen, Hoteliers und Restaurantbetrieber freut, bedeutet für andere mehr Arbeit. Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega musste bis Ende Februar in der Kategorie «Wintersportunfall» so viele Einsätze fliegen wie noch nie in den vergangenen fünf Jahren. Das zeigen aktuelle Zahlen, welche die Rega auf Anfrage von watson ausgewertet hat.

Diese Einsatzzahlen umfassen ausschliesslich Unfälle auf Pisten. Nicht berücksichtigt werden Bergunfälle, etwa beim Klettern, oder Einsätze wegen anderen gesundheitlichen Problemen auf der Piste. Die genannten Zahlen umfassen nicht ausschliesslich Helikoptereinsätze. Auch von der Rega organisierte bodengebundene Einsätze der Spezialisten der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) werden dazu gezählt.

«Die Einsatzzahlen der Rega widerspiegeln die Wetterbedingungen und das Freizeitverhalten der Menschen in der Schweiz», sagt Rega-Sprecher Mathias Gehrig. Erfahrungsgemäss bedeuteten Schönwetterperioden, gute Pistenverhältnisse oder Schulferien höhere Einsatzzahlen.

Spital Interlaken verzeichnete mehr Unfälle

Auch in den Krankenhäusern der Wintertourismusgebiete merkt man den schönen Winter. Im Spital Interlaken zählte man zwischen dem 1. Dezember 2018 und dem 25. Februar 2019 500 Patienten, die aufgrund eines Skiunfalls behandelt worden sind. Im gleichen Zeitraum während der letzten Wintersaison waren es 455, in der Saison 2016/17 lediglich 404.

«Wir nehmen an, dass der schöne Februar mehr Leute auf die Pisten gelockt hat und es dadurch auch minim mehr Unfälle gegeben hat», sagt Sprecherin Katrin Uhlmann. Bei den Snowboardunfällen hingegen liegt die diesjährige Zahl mit 71 im Mittel der Vergleichsperiode der vergangenen Wintersaisons.

Sortie de l'hélicoptère, le matin, à la base Rega de Lausanne.

1540 Einsätze wegen Wintersportunfällen: Viel zu tun für die Rega. Bild: zvg Rega

Auch für die Oberwalliser Spitäler in Brig und Visp war die Bettenauslegung Ende Februar laut einem Bericht des «Walliser Boten» sehr hoch. Der Februar ist auf den dortigen Notfallstationen üblicherweise der Rekordmonat.

«Geschwindigkeit dem eigenen Können anpassen»

«Die Anzahl Unfälle hängt unter anderem von den Expositionszeiten ab», erläutert Nicolas Kessler von der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu. Mit Expositionszeit ist die Anzahl Stunden gemeint, die insgesamt mit Wintersport verbracht wird. Diese Zeit steige an, je schöner das Wetter ist und je mehr Tage die Skigebiete insgesamt geöffnet haben – weil dann die Leute mehr Zeit auf den Pisten verbringen.

Zur grösseren Unfallzahl trage aber nicht das Gedränge auf den Pisten bei: «In der Wintersaison 17/18 gingen lediglich 7.8 Prozent der Unfälle auf Kollisionen zwischen mehreren Personen», erläutert Kessler. 91 Prozent waren Selbstunfälle. Gemäss der Auswertung der bfu kam es in der vergangenen Wintersaison zu insgesamt 13'051Wintersportunfällen.

Unfälle liessen sich am besten vermeiden, wenn man die FIS-Regeln befolge und auf die die Ausrüstung achte: «Ein Helm gehört auf jeden Fall dazu. Für Snowboarder empfiehlt sich auch Handgelenkschützer. Und Skifahrer sollten ihre Bindung vor jeder Saison im Fachgeschäft überprüfen lassen», sagt Kessler. «Auf der Piste sollte man unbedingt die Geschwindigkeit dem eigenen Können anpassen und keine unnötigen Risiken eingehen.»

Dieser Streit über Winter eskaliert schnell

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Video: watson/Corsin Manser, Emily Engkent

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Citizen321 06.03.2019 13:59
    Highlight Highlight Unbestritten, die Rega ist eine tolle Institution! Trotzdem, ich bin oft in den Bergen unterwegs und habe das Gefühl, dass die Rega vermehrt auch bei Bagatellunfällen gerufen wird. Hierzu wären Statistiken interessant!
    • ReziprokparasitischerSymbiont 06.03.2019 16:17
      Highlight Highlight Bei Unfällen auf der Piste entscheidet normalerweise der Pistenrettungsdienst, ob sie den Verunfallten selber ins Tal transportieren können, oder ob Hilfe aus der Luft erforderlich ist. Das hängt nebst den Verletzungen auch vom Gelände ab.
      Ausserhalb der Skigebiete wird die Rega meistens direkt von den Betroffenen bzw. deren Begleitern alarmiert. Aber hier ist ein Weiterkommen oft auch bei kleineren Verletzungen schwierig bis unmöglich.
    • Thomas_v_Meier 06.03.2019 16:36
      Highlight Highlight Definiere Bagatellunfällen?
      Etwas was in einer Ortschaft ohne Ambulanz gelöst werden kann ist in den Bergen plötzlich schwerwiegende Probleme nach sich ziehen.....
    • Citizen321 06.03.2019 17:18
      Highlight Highlight @Thomas_v_Meier
      Ein Bagatellunfall ist für mich z.B. eine gebrochene Hand. Sowas muss sich auch ohne Helieinsatz machen lassen.
  • Lisbon 06.03.2019 11:32
    Highlight Highlight Danke, Rega, für deine Einsätze.
  • Doeme 06.03.2019 10:55
    Highlight Highlight Sehr merkwürdig, dass auch die Spitäler mehr zu tun haben, wenn die Rega mehr Einsätze fliegt🤔
  • elgrey 06.03.2019 10:53
    Highlight Highlight Die 10 FIS-Regeln sind leider vielen nicht bekannt oder man hält sich einfach nicht daran.

    Vielen mangelt es an Rücksicht auf andere und auch an Übersicht was um einen herum los ist. Ab und zu einen Blick zurück schadet nicht, vorallem in Traversen und bei plötzlichem Pistenseitenwechsel.

    Wäre schön würden alle etwas mehr an die andern denken.
    • Charlie B. 06.03.2019 12:48
      Highlight Highlight Wie denn bei den zum Teil massig überfüllten Pisten?
    • swisscheese 06.03.2019 12:59
      Highlight Highlight «Wäre schön würden alle etwas mehr an die andern denken.»
      Wie eigentlich überall im Leben! Was hätten wir für eine Party auf dieser Kugel!
    • Master_Bruce 06.03.2019 13:08
      Highlight Highlight Charlie B. ganz einfach: Tempo anpassen, zurück- und vorausschauen, bremsen - wie beim Auto fahren in dichtem Verkehr. Ah, Moment...

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