Schweiz
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Harry Hohmeister, CEO SWISS, anlaesslich einer Medienkonferenz der Beschwerde gegen die umstrittenen Flughafengebueren, am Montag, 16. Dezember 2013 in Kloten. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Swiss-Management um CEO Harry Hohmeister erntet erneut Kritik. Bild: KEYSTONE

Strategie-Video stösst sauer auf

Swiss-Piloten fühlen sich erneut provoziert – verliert Swiss-Management nun jegliches Vertrauen?

Die Fluggesellschaft Swiss will am Montag ihre neue Strategie veröffentlichen. Ein Video, welches die Grundpfeiler dieser Strategie zusammenfasst, sorgt nun bei den Piloten für Unmut.



Nachdem die Swiss-Führung den Gesamtarbeitsvertrag mit der Pilotengewerkschaft «Aeropers» vergangene Woche aufkündigte, wächst der Unmut unter den Piloten nun erneut. Der Grund: Nächsten Montag will die Lufthansa-Tochter an einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit über ihre neue Strategie informieren. 

Ein Video, welches die Strategie des Managements zusammenfasst, stösst den Piloten jedoch sauer auf. Gemäss Video beruht die Strategie der Swiss auf mehreren Grundpfeilern – darunter auf «motivierte Mitarbeiter» und eine «verbesserte Kostenstruktur und Effizienz». Der Clip macht inzwischen im Internet die Runde:

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Video: Youtube/Watson

«Bei vielen Mitarbeitern der Swiss stösst die Strategie sauer auf», berichtet ein Swiss-Angestellter* gegenüber watson. Als das Video an einem Diskussionsanlass vor versammelten Mitarbeitern präsentiert wurde, musste Swiss-CEO Harry Hohmeister den Film auf «Drängen der Mitarbeiter» ausschalten. 

Swiss-Führung verliert Vertrauen bei Piloten

«Es ist fast schon zynisch, dass die Swiss die motiviertesten Mitarbeiter möchte, aber gleichzeitig in Deutschland massiv bestreikt und von den Angestellten in Österreich und der Schweiz verklagt wird», berichtet derselbe Swiss-Mitarbeiter gegenüber watson. In der Woche zuvor reichte die Pilotengewerkschaft Aeropers eine Klage gegen die Swiss-Führung ein. Sie werfen der Fluggesellschaft vor, den Gesamtarbeitsvertrag gebrochen zu haben, weil die Swiss neue Langstreckenflugzeuge von Regionalpiloten fliegen lassen will.

Derweil scheint die Swiss-Führung jegliches Vertrauen bei den Piloten zu verlieren. Ein weiterer Grund für den Unmut ist auch die Lohnverteilung: Während das Management in GAV-Gesprächen stets Einsparungen auf der Seite der Piloten gefordert hat, stockte sie die Vorstandslöhne auf über das Doppelte auf. 2003 betrugen die Löhne aller Vorstandsmitglieder 2.7 Millionen Euro, letztes Jahr erhöhte sich der Betrag auf 6.5 Millionen Euro (7.8 Millionen Franken). Der Swiss-Mitarbeiter: «Das Management möchte Effizienz und eine ‹verbesserte Kostenstruktur› – dies aber vor allem bei den eigenen Mitarbeitern.»

«Die Mitarbeiterumfrage vor einem Jahr zeigte, dass die Mitarbeiter kein Vertrauen in das Management haben», sagt der Pressesprecher der Aeropers, Tobias Mattle, gegenüber watson. «Würde die Mitarbeiterumfrage jetzt erneut gemacht, wären die Ergebnisse nochmals massiv schlechter.» Zur Mitarbeiterumfrage wollte die Swiss am Samstagmorgen keine Stellung nehmen. «Wir haben beim internen Feedback jedoch auch positive Rückmeldungen erhalten», sagt Sonja Ptassek, Pressesprechering der Swiss gegenüber watson.

* Name der Redaktion bekannt

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