Schweiz
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ANLAESSLICH DER BEKANNTGABE DER BILANZ DER NZZ MEDIENGRUPPE FUER DAS JAHR 2014 AM FREITAG, DEM 13. MAERZ 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Die Schweizer Tageszeitung

Immer weniger Leute lesen die «NZZ». Bild: KEYSTONE

Deutlich weniger Leser bei Printausgaben von «NZZ» und «Blick» – «Tages-Anzeiger» kann zulegen

Nach schwierigen Jahren mit schwindender Leserschaft haben sich die Schweizer Tageszeitungen aufgefangen. Die Leserinnen und Leser halten mit wenigen Ausnahmen ihrer Zeitung die Treue. Das gilt namentlich für die Regionalzeitungen.



Einen Sprung nach vorn taten in der Frühjahreserhebung 2016 gegenüber den Herbstdaten 2015 laut der WEMF AG für Werbemedienforschung die Zürcher Regionalzeitungen, die neu auf 402'000 Leserinnen und Leser (+4,4 Prozent) kommen.

Der Winterthurer «Landbote» verbesserte die Reichweite gar um 10 Prozent auf 108'000, wie die WEMF am Dienstag bekanntgab. Andere Regionalblätter wie die «Thurgauer Zeitung», der «Walliser Bote», der «Bote der Urschweiz» oder das «Bieler Tagblatt» legten ebenfalls zu.

Die Reichweite der «Südostschweiz» ging leicht auf 205'000 Leser (-1,4 Prozent) zurück, während die AZ Nordwestschweiz unverändert gut 461'000 Leser zählte. In beiden Fällen sind aus methodischen Gründen die Zahlen nicht mit den Daten vom Herbst 2015 vergleichbar.

Grosse Zeitungen verlieren

Die grossen Blätter mussten dagegen Federn lassen. Leserstärkste Zeitung bleibt das Pendlerblatt «20 Minuten» mit 1,43 Millionen Leser in der deutschen Schweiz. Das sind 2,6 Prozent weniger als bei der letzten Erhebung im Oktober 2015. Der Rückgang hält damit an, waren es vor zwei Jahren doch noch 1,57 Millionen gewesen.

Die Pendlerzeitung «Blick am Abend» konnte dagegen ihre Reichweite mit 672'000 Lesern halten. Sie verfügt jedoch verglichen mit «20 Minuten» nur über eine halb so grosse Leserschaft. Bei den bezahlten Zeitungen fällt auf, dass der «Tages-Anzeiger» gegen den Trend zulegen konnte (+3,7 Prozent auf 474'000 Leser).

Weiter deutlich Terrain eingebüsst hat der «Blick», der neu noch auf eine Reichweite von 609'000 Lesern (-7,0 Prozent) kommt. Der Ringier-Konzern, zu dem der «Blick» gehört, setzt stark auf digitale Medien. So lag Blick Online bei der Erhebung im letzten Oktober klar auf Platz zwei hinter dem Portal von «20 Minuten».

Journalisten an einer Sitzung im Newsroom von Ringier, der Redaktion fuer den Sonntagsblick, Bilck, Blick am Abend und blick.ch, aufgenommen am 30. Januar 2012 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Beim «Blick» setzt man auf das digitale Geschäft.  Bild: KEYSTONE

NZZ wird weniger gelesen

Die grossen Regionalzeitungen konnten ihre Leserschaft halten. Bei der «Neuen Luzerner Zeitung» waren es 302'000 und beim «St.Galler Tagblatt» 278'000 Leser. Die NZZ, die eine internationale Ausstrahlung hat, erreicht noch 263'000 Leser (-4,0 Prozent).

Nach vielen erfolgreichen Jahren kämpfen die Sonntagsblätter mit einem Leserschwund. Der «SonntagsBlick» hat mit 638'000 Lesern zwar die Nase noch knapp vorn, verlor aber im letzten halben Jahr 8,2 Prozent seiner Leserschaft. Knapp dahinter folgt auf Platz zwei die «SonntagsZeitung» mit 616'000 Lesern (-1 Prozent).

Rang drei belegt die «NZZ am Sonntag», die in der Deutsch- und Westschweiz noch 413'000 Leser (-2,4 Prozent) hat. Die Reichweite der «Schweiz am Sonntag» schrumpfte dagegen um 5,7 Prozent auf 345'000 Leser. Gut zu halten vermögen sich auf den folgenden Plätzen die «Zentralschweiz am Sonntag» und die «Ostschweiz am Sonntag».

Weltwoche und WoZ legen zu

Politisch eher polarisierende Medien wie die «Weltwoche» (+4,7 Prozent) und die «WoZ» (+26 Prozent) waren im Aufwind. Der gegenteilige Effekt ist offenbar bei der «Basler Zeitung» zu beobachten, an der Christoph Blocher beteiligt ist. Hier ging die Leserschaft markant um 12,3 Prozent auf 114'000 zurück.

Bild

Büsis ziehen auch im Print: Das Magazin Landliebe legt erneut zu. bild: landliebe.ch

Spezial-Titel, die teilweise eine hohe Reichweite erzielen, schnitten gut ab. Das «Migros-Magazin» und die «Coopzeitung» konnten leicht zulegen, während der «Drogistenstern» weiter an Leserschaft verlor. Ungebrochen ist der Siegeszug der «Landliebe», die mittlerweile eine Reichweite von 627'000 Lesern erzielt.

Ein gemischtes Bild zeigt die Wirtschaftspresse. Während die «Handelszeitung» um über 5 Prozent zulegen konnte, büsste die «Bilanz» weiter Terrain ein (-6,3 Prozent). Die «Finanz und Wirtschaft» konnte ihre Reichweite halten.

Junge lesen Pendlerzeitungen

Ein Blick in die Detailzahlen zur Altersstruktur der Leserschaft bestätigt die Erwartungen. Während die Pendlerzeitungen «20 Minuten» und «Blick am Abend» vor allem bei der jüngeren Leserschaft Beachtung finden, ist es bei den traditionellen Tageszeitungen die ältere Generation, die diese Titel liest.

Ein etwas anderes Bild zeigt sich in der Romandie. Hier konnte das Pendlerblatt «20 Minutes» nochmals leicht auf 537'000 Leserinnen und Leser (+1,3 Prozent) zulegen. Einbussen mussten die grösseren Blätter in der Westschweiz («Le Matin», «Tribune de Genève») hinnehmen.

Einzelne Regionaltitel («Nouvelliste», «Quotidien Jurassien») erhöhten die Reichweite. Bei «24 Heures» und «Le Temps» blieb die Leserschaft stabil. Die Sonntagszeitung «Le Matin dimanche» musste weiter Federn lassen und zählt noch 452'000 Leser.

Im Tessin büsste «20 Minuti» knapp 8 Prozent auf 81'000 Leser ein. Die «La Regione» verzeichnete kleine Verluste, während der «Corriere del Ticino» im Aufwind war. Die Sonntagsblätter «Caffè della Domenica» sowie «Mattino della Domenica» standen wie die Sonntagstitel in der Deutsch- und Westschweiz auf der Verliererseite. (cma/sda)

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