Schweiz
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Ohrfeige für Ermotti und Co.: UBS-Aktionäre verweigern den Chefs die Décharge



Kirt Gardner, Chief Financial Officer, Markus U. Diethelm, Group General Counsel, Sergio P. Ermotti, Group Chief Executive Officer, Axel A. Weber, Chairman of the Board of Directors, and Markus Baumann, Group Secretary, from left, pictured during the general assembly of the UBS in Basel, Switzerland, on Thursday, May 2, 2019. (Georgios Kefalas/Keystone via AP)

Bild: AP/Keystone

An der Generalversammlung der UBS am Donnerstag in Basel wehte dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung ein kalter Wind entgegen. Die Aktionäre erteilen der Konzernspitze die Décharge für 2018 nicht.

Die Anlagestiftung Ethos, die Schweizer Aktionäre und dabei vor allem Pensionskassen vertritt, empfahl zuvor den Mitaktionären, alle Anträge in Bezug auf die Vergütungen des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung abzulehnen und die Entlastung der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung (Décharge) zu verweigern.

Vincent Kaufmann zeigte sich im Namen von Ethos «beunruhigt über die hohen Risiken durch Rechtsfälle». Er erwähnte dabei nicht nur die Causa Frankreich, wo die Bank vor zwei Monaten erstinstanzlich zu einer hohen Busse verurteilt wurde, sondern auch den Fall der sogenannten Ramsch-Hypotheken (Subprime-Hypotheken) in den USA. Auch in diesem Fall hat sich die Bank nicht - wie andere vergleichbare Institute - mit den Justizbehörden auf einen aussergerichtlichen Vergleich geeinigt.

epa07542011 Sergio P. Ermotti, Group Chief Executive Officer of Swiss Bank UBS, speaks during the general assembly of the UBS in Basel, Switzerland, during the general assembly of the UBS in Basel, Switzerland, 02 May 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Sergio Ermotti. Bild: EPA/KEYSTONE

Ausserdem betonte Kaufmann, dass die Vergütungen nicht im Einklang mit der Aktienkursperformance stünden und die Kernkapitalquote Ende 2018 erstmals seit längerer Zeit wieder unter 13 Prozent gefallen sei. Daher seien die Vergütungen abzulehnen und der Antrag auf Entlastung der verantwortlichen Kreise komme zu früh. Gemäss Schweizer Recht haben Aktionäre bekanntlich eine Frist von sechs Monaten, um eine Klage einzureichen. Dies aber nur, falls sie der Décharge nicht zugestimmt haben.

Eine weitere Aktionärin bezeichnete die Rückstellungen der UBS für die beiden Rechtsfälle als viel zu tief. Sie forderte ein «verantwortungsvolles Management» und schlug vor, die Boni um 50 Prozent zu kürzen. Etwa um zu verhindern, dass die Boni für Angestellte im Mutterschutz gekürzt würden. Das Thema Vereinbarung von Arbeit und Familie sei für die UBS von hoher Wichtigkeit, antwortete VR-Präsident Axel Weber.

«In Richtung Nachhaltigkeit»

Ansonsten war im ersten Teil der GV vor allem die Nachhaltigkeit der Bank ein Thema. Die Anlagestiftung Actares, die das nachhaltige Wirtschaften in den Fokus stellt, bedankte sich bei der UBS-Spitze zwar für die Dialogbereitschaft, bezweifelte aber, dass die UBS in Sachen Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder auch Menschenrechten schon genug fortgeschritten sei.

epa07542002 Axel A. Weber, Chairman of the Board of Directors of Swiss Bank UBS, speaks during the general assembly of the UBS in Basel, Switzerland, during the general assembly of the UBS in Basel, Switzerland, 02 May 2019.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Axel Weber. Bild: EPA/KEYSTONE

VR-Präsident Weber wies dabei darauf hin, dass die Bank die «Balance» immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit verschiebe, was aber ein langwieriger Weg sei. Überhaupt würden die Standards in Bezug etwa auf Terrorfinanzierung oder Korruption angezogen.

Anwesend waren zu Beginn der Generalversammlung gemäss den Angaben 1254 Aktionäre. Mit den Aktienstimmen, die vom unabhängigen Stimmrechtsberater vertreten werden, sind 76 Prozent der stimmberechtigten Aktienstimmen anwesend. (aeg/awp/sda)

Chronologie: Die teuersten Bussen der UBS

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • make_love_not_war 03.05.2019 04:30
    Highlight Highlight wie kann man freiwillig ubs kunde sein?
  • Gipfeligeist 02.05.2019 23:33
    Highlight Highlight Die UBS, CS und PostFinance sind die dreckigsten schweizer Banken wenn es um Investitionen in fossile Brennstoffe geht. Von Nachhaltigkeit keine Spur.

    Deswegen ZBK oder --> Alternative Bank
  • The oder ich 02.05.2019 23:30
    Highlight Highlight
    Benutzer Bild
  • Avalon 02.05.2019 20:03
    Highlight Highlight Na, endlich bekommen sie einen Schuss vor den Bug :-)
  • Zeit_Genosse 02.05.2019 19:49
    Highlight Highlight Das Titelbild ist bezeichnend.

    Die UBS-Bosse hocken auf der hohen Bühne hinter bunkerähnlichen Pulten tief verschanz vor den Aktionären. So möchte ich auch niemanden entlasten, der sich versteckt.

    Die Bosse in den USA stehen gerne ohne Hilfsmittel auf der Bühne und versuchen Nähe aufzubauen.
  • Ich mein ja nur 02.05.2019 19:27
    Highlight Highlight So tun als wäre das von Bedeutung ist Irreführung der Leser*innen. Es läuft alles wie geölt für die UBS Chefs.
  • Sir Konterbier 02.05.2019 17:41
    Highlight Highlight Voilà, so bewegt man Dinge, nicht mit Weltfremden Initiativen. Die Abzocker-Initiative war so viel besser als die 1:12-Initiative...
  • TanookiStormtrooper 02.05.2019 16:44
    Highlight Highlight Dann muss sich Ermotti seine Tränen in Zukunft eben mit der 200er Note und nicht mehr mit der 1000er trocknen...
    • Ich mein ja nur 02.05.2019 19:28
      Highlight Highlight Wieso, kriegt er weniger Geld?
  • Charivari 02.05.2019 16:41
    Highlight Highlight Schön und gut, mir ist aber noch nicht wirklich klar, was denn so eine Entlastung genau ist. Was ist eine Décharge genau? Inwiefern unterscheidet sie sich von anderen Boni und Vergütungen? Weiss das hier jemand?
    • Sandro Lightwood 02.05.2019 16:51
      Highlight Highlight Geht nicht um die Boni an sich: Unter Entlastung Décharge versteht man die Billigung der Geschäftstätigkeit eines Organs durch die dazu durch Gesetz oder Vertrag berufenen Aufsichtsgremien.

      Im Prinzip verliert man das Klagerecht bezüglich der vorgelegten Rechnungsperiode, wenn die Décharge erteilt wird. Im Sinne von: alles OK soweit (indirekt: weiter so).
    • fabsli 02.05.2019 17:52
      Highlight Highlight Wenns im Portemonnaie nicht weh tut wirds dem Wurscht sein.
  • Sandro Lightwood 02.05.2019 16:19
    Highlight Highlight Zum Glück können die Herren (!) sich tiptop hinter den massigen Pulten verstecken.
  • My Senf 02.05.2019 16:03
    Highlight Highlight Was jetzt? Im Ernst?

    Nachdem allen Mitarbeitern Mini Boni (wegen schlechten Geschäften -wer ist denn dafür verantwortlich?-) ausbezahlt wurden, sollen jetzt die Vergütungen der oberen zusammengestrichen werden!

    Darf man das glauben?
    • Stehaufmännchen 02.05.2019 17:19
      Highlight Highlight Na endlich, denn der Fisch fault bekanntermassen vom Kopf her
  • DichterLenz 02.05.2019 15:57
    Highlight Highlight Das Leben ist kein Boni-Hof.

    (sorry)
    • Trollerix 02.05.2019 17:47
      Highlight Highlight 😂
    • Projektionsfläche 02.05.2019 19:35
      Highlight Highlight Grande! Made my day, dankeschön. 🙏😂
    • sowhat 02.05.2019 22:10
      Highlight Highlight Flach; Aber gut 😀😱
  • Coffeetime 02.05.2019 15:19
    Highlight Highlight Zu, da haben die UBS Aktionäre mehr Rückgrat als die von der CS, chapeau!👍🏻
  • einmalquer 02.05.2019 14:28
    Highlight Highlight Vom Bundesrat im Stich gelassen,
    von den Aktionären im Stich gelassen,
    vom Wetter im Stich gelassen -

    es sind harte Zeiten für die UBS-Chefs -

    denn jetzt werden sie auch noch vom Mitleid im Stich gelassen,
    das einzige, das sie nicht im Stich lässt, ist die Schadenfreude - die nützt den Freunden, die den Schaden haben, aber auch nix.
    • Trollerix 02.05.2019 17:47
      Highlight Highlight Herrlich zusammengefasst. Diese armen Chefs.
  • Hercules Rockefeller 02.05.2019 14:25
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • FrancoL 02.05.2019 16:13
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • road¦runner 02.05.2019 18:26
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Cas 02.05.2019 19:35
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fczzsc 02.05.2019 14:19
    Highlight Highlight Und was sind die Konsequenzen? Die Kohle fliesst trotzdem. Vergütungsbericht wurde genehmigt.
    Diese GVs sind nichts anderes als Alibiübungen. Von Ohrfeige kann keine Rede sein.
    What a joke...
    • Astrogator 02.05.2019 16:09
      Highlight Highlight Es gibt keine unmittelbaren Konsequenzen aus einer verweigerten Décharge, aber es ermöglicht Klagen von Aktionären gegen die Bank und die Konzernleitung haftet mit dem persönlichen Vermögen.Das Problem in der Schweiz, seit der Änderung des Zivilprozesrechts ist eine Klage nur noch für institutionelle Anleger finanzierbar.

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