Schweiz
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Imker Bienen

Bild: shutterstock.com

Böse Zeiten für Schweizer Bienen: 2019 war die Honigernte so schlecht wie noch nie



Erste Umfragen liessen es bereits erahnen, nun haben wir Gewissheit: Die Honigernte in der Schweiz ist noch nie so mager ausgefallen wie 2019. Dies ergab eine Onlineumfrage von apisuisse, dem Dachverband der Schweizer Imkerschaft.

An der Umfrage haben 1165 Imker und Imkerinnen mit 1376 Standorten teilgenommen. Aus den gemeldeten Zahlen wird ersichtlich, dass die Honigernte 2019 schweizweit auf ein Rekordtief mit einer durchschnittlichen Gesamterntemenge von 13,0 kg pro Volk fiel. Das sind insgesamt mehr als 10 kg Honig pro Volk weniger als in den Vorjahren 2017 und 2018.

Mhh, Honig. Hier ein paar Rezept-Ideen:

Der Frühling ist schuld

Grund ist der Ausfall der Frühlingsernte: Ein warmer März und April liessen die Bienenvölker zwar rasant wachsen, aber ein kühler und nasser Mai verhinderte im Mittelland den Honigeintrag. Die Sommerhonigernte mit ihrem Waldhoniganteil konnte dies nur regional etwas verbessern. Oberhalb von 1000 Metern ist die durchschnittliche Honigernte besser ausgefallen.

Der Mai ist im Schweizer Mittelland der Blütemonat schlechthin. Die Obstbäume und Wiesenblumen haben heuer auch geblüht, aber die kalten Temperaturen und der Regen verunmöglichte den Bienen, genügend Nektar für die Honigproduktion zu sammeln.

Laut Meteo Schweiz war der Mai 2019 auf der Alpennordseite der kälteste und nässeste seit 30 Jahren. In der kalten Maiperiode brauchten die Bienenvölker selbst sehr viel Futter, um ihre Brutnester warm zu halten. Der bis anhin gesammelte Honig wurde von den Bienen wieder verbraucht.

Ertragseinbussen in zweistelliger Millionenhöhe

Wetterbedingt fiel so die Frühlingshonigernte 2019 schweizweit auf ein Zehnjahrestief mit einer Durchschnittsmenge von 3,5 kg pro Volk. Die Sommerhonigernte mit 9,5 kg pro Volk konnte das Ergebnis regional aufbessern und führt zu einer durchschnittlichen Gesamternte von 13,0 kg pro Volk.

Mit rund 25 kg Honig pro Volk wurde im Tessin am meisten Honig geerntet. Auch Graubünden liegt mit rund 22 kg Honig pro Volk in den Top 4. Sonst ist der Westen der Schweiz gegenüber dem Osten im Vorteil. Appenzell und das Fürstentum Liechtenstein bilden den Schluss der Rangliste. Für die Schweizer Imkerschaft bedeuten diese geringen Honigernten eine Ertragseinbusse in zweistelligerMillionenhöhe. (dfr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Simih 29.10.2019 18:56
    Highlight Highlight Wer Bienen liebt, kauft Bio. Ich glaube schon, dass ein kühler Mai massive Einbussen verursacht. Aber immer noch tolerieren wir, dass Bauern die Umwelt vergiften und das schlimmste daran ist, dass sie sogar dafür bezahlt werden (Stichwort IP). Man müsste einfach jeglichen Einsatz von Pestiziden verbieten.
    Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann wird's immer schlimmer - ein Pestizid wird vom Markt genommen, weil man eindeutig nachweisen kann, dass es mega gefährlich ist, ein neues kommt - solange bis man auch bei diesem dessen Schädlichkeit feststellt. Es geht immer nur ums Geld, leider
  • poperoger 29.10.2019 10:31
    Highlight Highlight Danke für den Bericht. Ich habe selber 6 Völker, je drei an zwei verschieden Standorten im Oberaargau. Blütenhonig gab es keinen, das lag definitiv am Wetter.

    Sommer-/Walhonig hingegen hatte ich an einem Standort 19kg/Volk. Der andere Standort liegt etwa 5km weit entfernt und dort gab es keinen Ertrag.

    Dafür waren meine Erträge 2018 und 2017 eher bescheiden.
  • Peter Sager 29.10.2019 09:55
    Highlight Highlight Nicht der Frühling ist Schuld. Sondern unser Handeln als Mensch mit immer mehr Autos, Flugzeuge und am meisten gefährlich die neue 5 G Handy Masten mit der Strahlung.
    • DerHans 29.10.2019 10:27
      Highlight Highlight Wie war das heute Morgen beim Artikel über das Internet? Die Intelligenten werden intelligenter und die...
      Hier haben wir es wohl mit einem Lauten zutun.
  • Daniel B (1) 29.10.2019 09:51
    Highlight Highlight Ich habe noch nie so viele apathische Bienen gesehen wie dieses Jahr. Bei perfektem Wetter sind die einfach auf dem Asphalt gelandet und starben.
    Sehr merkwürdig!
  • aglio e olio 29.10.2019 09:47
    Highlight Highlight Wusstet ihr eigentlich, dass Tannenhonig zum Grossteil aus Honigtau besteht?
    Im Grunde genommen ist er von Bienen ausgekotzte Blattlauskacke. Schmeckt aber super.😀
    • Heimwerkerkönig 29.10.2019 11:39
      Highlight Highlight Der ausgekotzte Nektar finde ich besser. Vor allem wenn er gerührt ist.
  • Thennis 29.10.2019 09:09
    Highlight Highlight Wir haben unseren Bienen den gesamten Honig selber überlassen. Weder auf dem Land in Basel noch mitten in Zürich gabs für uns Honig. Warten wir mal 2020 ab.
  • Vecchia 29.10.2019 08:25
    Highlight Highlight Das Wetter kann ein Problem sein. Wobei ehrliche Imker die Ausfälle 2019 als verkraftbar bezeichnen, weil das Vorjahr optimal war.

    Der Einsatz von Pestiziden und andere menschgemachte Einflüsse sind langfristig viel schlimmer.

    Besonders schlimm:
    https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/pflanzenschutz/illegaler-stoff-bienensterben-im-aargau-52369.html.

    Aber auch bei deklarierten Pestiziden hat es Hinweise betreffend Gefährdung der Bienen und sie werden trotzdem gespritzt - nicht bei Kälte und Regen...

    https://www.syngenta.ch/products/search/crop-protection/crop/raps-6096/type/insektizide-1
    • Nüübächler 29.10.2019 09:24
      Highlight Highlight Vecchia
      Nicht vergessen, der Ausbau des Handynetzes könnte einen sehr grossen Einfluss auf die Bienen und allg. auf die Insekten haben. Es muss nicht immer unbedingt überall die alleinige Schuld der Landwirtschaft sein.
      Ich denke da auch an Hobbygärtner welche vielfach überdosiert alte noch auf Lager gehaltene
      Pestizide verwenden welche in der Landwirtschaft seit Jahren verboten sind.
      Zudem machen immer mehr mit Importgütern eingeführte Schädlinge den Bienen zu schaffen. Beispiel Varroa, asiatische Killerhornisse. Und das sind Folgen der Globalisierung.
    • WID 29.10.2019 09:52
      Highlight Highlight Ja und wir können diesem Treiben bald ein Ende setzen. Geht abstimmen!
    • DerHans 29.10.2019 09:56
      Highlight Highlight Ich hatte diesen Sommer ein interessantes Gespräch, als ich unverhofft in eine Runde Imker geraten bin. Angesprochen auf das Bienensterben waren die Sorgen über die Milbe weit grösser als die Pestizide, was mich selber erstaunt hat.
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