DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

CS-Chef Thiam: Ich wusste nichts von der Khan-Beschattung



Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam kann im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg seiner Bank verkünden. (Archiv)

Bild: KEYSTONE

CS-Konzernchef Tidjane Thiam hat sich erstmals öffentlich zur Beschattungsaffäre geäussert. Er habe niemanden autorisiert, den früheren Leiter der internationalen Vermögensverwaltung, Iqbal Khan, zu beschatten, und nichts von der Beschattung gewusst.

Er habe auch nicht in Betracht gezogen zurückzutreten, sagte Thiam am Mittwoch an einer Medienkonferenz anlässlich der Zahlen zum dritten Quartal 2019 auf eine entsprechende Frage.

Über die Affäre waren sein COO und Vertrauter Pierre-Olivier Bouée und der CS-Sicherheitschef Remo Boccali gestrauchelt. Sie mussten die Bank Anfang Oktober verlassen. Einer Untersuchung zufolge, mit welcher der Verwaltungsrat eine Anwaltskanzlei beauftragt hatte, ordnete Bouée die Beschattung in Eigenregie an, nachdem bekannt geworden war, dass Khan zur UBS wechseln wollte.

Beteuerungen

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sprach von einem «schwerwiegenden Reputationsschaden» für die Credit Suisse. Der Auftrag zur Überwachung von Khan, sei «falsch und unverhältnismässig» gewesen, so das Urteil des Aufsichtsgremiums nach der internen Untersuchung. Thiam selbst wurde aber durch den Verwaltungsrat der Rücken gestärkt.

Dennoch hat sich die Position des Konzernchefs durch den Skandal nach Meinungen am Markt geschwächt. In Medienberichten wird auch darüber spekuliert, wie glaubwürdig es sei, dass weder Thiam noch Rohner Bescheid gewusst haben. Auf die Frage, wie das sein könne, dass er nichts gewusst habe, wiederholte Thiam am Mittwoch lediglich: «Ich habe es nicht gewusst.»

Die Ereignisse hätten derweil das Geschäft der Grossbank nicht beeinträchtigt. Es habe keine Beschwerden von Kunden in dem Zusammenhang gegeben, betonte der CEO.

Während eine Überwachung (surveillance) von Händlern üblich sei, sei eine Beschattung (observation) von Mitarbeitern - wie in dem vorliegenden Fall - es nicht, sagte er zu einer entsprechenden Frage.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Ob die Ereignisse seine Vergütung beeinflussen könnten, dazu wollte Thiam sich ebenfalls nicht äussern. Denn diese liege nicht in seiner Verantwortung. Weiteres könne er zu der Angelegenheit wegen der laufenden Untersuchungen nicht sagen.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft prüft derzeit, ob sich jemand in Zusammenhang mit der Überwachung strafrechtlich fehlverhalten hat. Denn Khan erstattete im September Anzeige wegen Nötigung und Drohung. Medienberichten zufolge richtet sich die Untersuchung auch gegen CS-Mitarbeiter und nicht nur gegen Mitarbeiter des Detektivbüros, das mit der Beschattung beauftragt worden war.

Seit Anfang Oktober ist der abtrünnige Khan bei der UBS Co-Leiter der Sparte «Global Wealth Management». Währenddessen ist bei der CS im «International Wealth Management» der vorherige Finanzchef Philipp Wehle als Spartenchef nachgerückt. (aeg/awp/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der neue Mann an der CS-Spitze

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Liste mit 12'000 Nazis in Argentinien entdeckt – Konten bei der SKA

In Argentinien ist eine Liste mit den Namen von 12'000 Nazis aufgetaucht, die ab den 1930er-Jahren in dem südamerikanischen Land gelebt haben sollen. Ein argentinischer Ermittler sei in einem alten Lagerhaus in Buenos Aires auf die Liste mit Sympathisanten des Hitler-Regimes gestossen.

Eine Grosszahl der Nazi-Sympathisanten zahlte demnach Geld auf eines oder mehrere Konten bei der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA) ein, der heutigen Grossbank Credit Suisse mit Sitz in Zürich, wie das …

Artikel lesen
Link zum Artikel