Wirtschaft
Schweiz

Swissmedic meldet Verlust von 32 Millionen Franken

A NGO volunteer receives a dose of experimental vaccine "cAd3-EBOZ Lau" from a nurse at the Lausanne University Hospital (CHUV) in Lausanne, Switzerland, Tuesday, November 4, 2014. Swissmedi ...
Das Heilmittelinstitut Swissmedic ist gerade nicht sehr gesund und braucht eine Finanzspritze.Bild: KEYSTONE

Swissmedic meldet Verlust von 32 Millionen Franken

12.06.2026, 15:3512.06.2026, 15:35

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Verlust von knapp 32 Millionen Franken abgeschlossen. Der Verlust führte zu einem deutlichen Rückgang der Reserven, wie Swissmedic am Freitag mitteilte.

Diese sanken von gut 91 Millionen auf 59,5 Millionen Franken. Als Gründe für das Defizit nannte das Institut eine strukturelle Unterdeckung, einen Mehraufwand bei Betrieb und Personal sowie die Senkung einer Abgabe im Jahr 2022. Der Mehraufwand sei unter anderem durch die verschärfte Medizinprodukte-Regulierung und Investitionen in die IT entstanden, teilte das Heilmittelinstitut weiter mit.

Um die Finanzen zu stabilisieren, hatte der Institutsrat im November des vergangenen Jahres einschneidende Massnahmen ergriffen: Bis 2027 sollen 45 von 510 Vollzeitstellen abgebaut werden. Zudem sollen die Sachkosten um rund sechs Millionen Franken sinken.

Bund springt ein

Zur Verbesserung der Lage sollen auch ein erhöhter Bundesbeitrag ab 2027 und eine neue Gebühr für Medizinprodukte beitragen. Der Bundesrat hatte Ende Mai zusätzliche 2,7 Millionen Franken für Swissmedic gesprochen. Damit steigt der Bundesbeitrag auf neu 22 Millionen Franken.

Der Bundesbeitrag macht rund 17 Prozent der Finanzierung des Heilmittelinstituts aus; die restlichen 83 Prozent stammen laut der Landesregierung aus Gebühren und Aufsichtsabgaben in der Regulierung und Überwachung der Pharmabranche.

Auch für die folgenden Jahre rechnet das Heilmittelinstitut unter den derzeitigen Bedingungen mit Defiziten. Bereits 2024 schrieb Swissmedic einen Verlust von 23,4 Millionen Franken.

Die Leistungsfähigkeit im Kerngeschäft blieb laut dem Bericht derweil konstant hoch. Swissmedic liess 40 Humanarzneimittel mit neuen Wirkstoffen und 24 Tierarzneimittel zu, wie es weiter hiess. Zudem intensivierte das Institut seine Aufsichtstätigkeit und behandelte über 6000 Fälle von illegalen Arzneimittelimporten.

Fortschritte gab es laut Swissmedic auch bei der digitalen Transformation: Im Rahmen des Programms «Transformation Swissmedic Plattformen» wurde die Basis für die weitere Digitalisierung geschaffen, unter anderem durch den Wechsel zu einer privaten Cloud-Infrastruktur. Die vollständige Ablösung veralteter IT-Systeme werde sich jedoch verzögern und soll nun bis 2030 abgeschlossen sein. (sda)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Neruda
12.06.2026 17:01registriert September 2016
Sparvorschlag: Medis, die in der EU zugelassen sind zum freien Import zulassen. Würde auch den Menschen hier sehr viel Geld sparen. Warum gibt es eine Personenfreizügigkeit aber keine Medikamentenfreizügigkeit?
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ch.vogel
12.06.2026 16:38registriert Mai 2014
Ein Grossteil der 6000 Fälle von illegalen Arzneimittelimporten würde sich wohl erledigen, wenn wir EU-Zulassungen und Abgabekategorien übernehmen würden statt ein eigenes Süppchen zu kochen...

Haarwuchsmittel (Minoxidil) z.B. kann in praktisch jedem anderen Land einfach online bestellt werden.
Einige liefern sogar in die Schweiz (entweder weil sies nicht besser wissen, oder das Risiko für abgefangene Pakete einfach auf die Kunden abwälzen).

In der Schweiz hingegen brauchts ein Rezept oder persönlicher Besuch in der Apotheke. (Und kostet natürlich das Doppelte).
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El Ninio
12.06.2026 17:26registriert Juni 2020
Wenn der Mehraufwand zu einem guten teil als Investition in neue IT gewesen ist. Dan sollte dieser posten ja im nächsten Jahr nicht mehr auftauchen. Klar IT verursacht immer kosten aber eigentlich sollten doch durch IT Investitionen, kosten gespart werden.
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