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«Leonardo gehört allen» - Auf den Spuren des Universalgenies



Er wird weltweit fast wie ein Heiliger verehrt. Heute jährt sich Leonardo da Vincis Todestag zum 500. Mal. Der Universalkünstler starb am 2. Mai 1519 im Schloss von Amboise, Frankreich.

Die Reise auf den Spuren von Leonardo da Vinci, dem Schöpfer der weltberühmten Mona Lisa, beginnt in Vinci, einem kleinen Ort mit einigen Tausend Einwohnern in der Nähe von Florenz.

Leonardo kam am 15. April 1452 in einem Steinhaus bei Vinci als uneheliches Kind des Notars Ser Piero und der Magd Caterina zur Welt. Heute kann man das Haus umringt von Olivenbäumen und Rosmarinsträuchern besichtigen, eine kleine Ausstellung gibt es hier auch.

Seine Kindheit verbrachte Leonardo mit seinem Grossvater Antonio in Vinci, bevor er zu seinem Vater nach Florenz zog - die Stadt der Dynastie der Medici. Der Aufenthalt sollte wegweisend sein. In Florenz arbeitete er in der Werkstatt bei einem der wichtigsten Renaissance-Künstler, Andrea del Verrocchio. Weil aber Mailand noch mehr Einfluss hatte, ging er 1481 dort an den Hof. Gemälde wie «Das Abendmahl» oder die «Felsgrottenmadonna» entstanden in der Mailänder Zeit.

Wissensdurst und Neugier

Doch Leonardo war weit mehr als nur Maler. Er war schier unersättlich, er wollte alles wissen. Er entwarf Kriegsmaschinen genauso wie Wasserkanäle, er studierte den Tier- und Menschenkörper in unzähligen Studien. Er wollte Flugmaschinen, Schiffe und Gebäude bauen. Er kannte keine Grenzen, daher der Name Universalgenie.

Er arbeitete für Päpste, Könige und Herzöge. Er war Bildhauer, Tüftler, Architekt, Ingenieur, Designer und Maler in einem. Vieles blieb unvollendet, trotz - oder gerade deshalb? - wird er fast wie ein Heiliger verehrt. Leonardo fasziniert, weil sein Blick stets in die Zukunft gerichtet war.

Leonardo habe eine unermessliche Neugier gehabt, «um Grenzen zu überwinden», sagt Vincis Bürgermeister Giuseppe Torchia. «Leonardo gehört nicht Vinci, er ist Kulturerbe für die ganze Menschheit. Leonardo gehört allen.» Sein Leben und seine letzte Reise nach Frankreich hätten eine europäische Dimension gehabt.

Tod im reich verzierten Himmelbett

Leonardo war 64 Jahre alt, als er mit seinen Schülern Francesco Melzi und Salai sowie seinem treuen Diener Batista de Vilanis in Amboise ankam. In seinem Gepäck hatte er neben zahlreichen Dokumenten und Zeichnungen die Bilder «Johannes der Täufer», «Anna selbdritt» - und die um 1503 entstandene «Mona Lisa», die von König Franz I. erworben wurde und heute der Star im Pariser Louvre ist.

Der junge Regent überliess seinem Gast als Domizil das Schloss Clos Lucé, ein herrliches Herrenhaus mit Wehrmauer aus roten Ziegeln und grauen Tuffsteinen unweit des Königsschlosses Amboise.

In Clos Lucé ist Leonardo da Vinci in seinem reich verzierten Himmelbett mit roten schweren Veloursvorhängen gestorben. Heute ist aus der letzten Verweilstätte ein Pilgerort geworden, in den jedes Jahr mehr Besucher strömen. Rund 400'000 Menschen besuchten 2018 in Amboise den Alterssitz des Genies. (sda/dpa)

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