Sport

Olympia 2020: Kariem Hussein gibt nach seiner Doping-Sperre Auskunft

Kariem Hussein, LC Duebendorf, nach dem 400 Meter Lauf am Biel/ Bienne Athletics Leichtathletik-Hallenmeeting, am Sonntag 31. Januar 2021 in Magglingen. (KEYSTONE /Marcel Bieri)
Kariem Hussein darf im Tokio bei den Olympischen Spielen nicht an den Start. Bild: keystone

Kariem Hussein über seine Sperre: «Ich war absolut überzeugt, dass ich das nehmen darf»

24.07.2021, 11:3924.07.2021, 11:39
Rolf Bichsel / Keystone-SDA

Einen Tag, nachdem seine Dopingsperre für neun Monate publik geworden ist, versucht sich der 400-m-Hürdenläufer Kariem Hussein zu erklären. Er sagt, er sei überzeugt gewesen, dass er das Coramin nehmen durfte.

Wohlverstanden: Der Europameister von 2014 will niemandem ausser sich selber für das Vergehen die Schuld zuweisen. Immer wieder betonte er: «Es war mein Fehler.» Seit Herbst 2019 schleckte er immer wieder dieses Leistungs-Sugus (Gly-Coramin).

Er, der Arzt und Mediziner, habe vor zwei Jahren gewiss überprüft und danach gewusst, dass er dieses Täfeli nur im Training, aber nicht an Wettkämpfen schlecken darf. «Aber jetzt hatte ich das nicht mehr auf dem Radar. Ich war absolut überzeugt, dass ich das nehmen darf - im Training und im Wettkampf.»

Karim Hussein geht es jetzt primär um Schadensbegrenzung. Hussein gestand und spielte bei der Dopingbehörde mit offenen Karten. Deshalb wurde der «Fall Hussein» vom positiven Ergebnis der Probe bis zum Urteilsspruch in rekordverdächtigen fünf Arbeitstagen abgewickelt. Antidoping Schweiz hatte zwölf Monate Sperre für Hussein beantragt; neun wurden es.

Angst vor negativen Reaktionen

Nun hofft Hussein, dass ihm auch die Fans Glauben schenken, dass er kein gewöhnlicher Doper ist. Reputationsschaden oder Kollateralschäden - davor hat Hussein «die grösste Angst». Der 32-jährige Leichtathlet fürchtet sich vor den Reaktionen. Die Stunden, die er in der letzten Woche geschlafen habe, liessen sich an zwei Händen abzählen, sagt er. «Ich schotte mich ab. Ich lese nichts mehr. Nicht einmal mehr meine SMS.»

So erklärt Kariem Hussein seinen positiven Dopingtest

Video: extern / rest/zvg

Klar ist für Kariem Hussein: «Für mich gibt es eine Karriere nach der Sperre.» Weil er mit gnädigen neun Monaten davon kommt, darf er nächstes Jahr ab Mitte April wieder starten. Auf diese Starts plangt er, nachdem er wegen eines Muskelfaserrisses schon die Saison 2018 verpasst hat und die letzte Saison wegen der Coronavirus-Pandemie ins Wasser gefallen ist. Hussein: «Auf jeden Fall sind die Weltmeisterschaften 2022 ein Ziel.»

Noch hat ihm niemand eröffnet, was er als Gesperrter in den nächsten neun Monaten noch darf und was nicht. «Aber ich bin ein Einzelathlet. Ich brauche eine Laufbahn und einen Kraftraum, mehr nicht. Ich gehe nicht davon aus, dass ich Probleme beim Trainieren bekommen werde.»

Noch hat Hussein keinen konkreten Plan. Aber fürs Planen bleibt ihm in den nächsten neun Monaten ausreichend Zeit. (dab/sda)

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