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Sie muss der EVZ auch heute aus dem Spiel nehmen: Topskorer Denis Malgin und Sven Andrighetto.
Sie muss der EVZ auch heute aus dem Spiel nehmen: Topskorer Denis Malgin und Sven Andrighetto.Bild: keystone
Analyse

Wie Zug im Playoff-Final ein Eishockey-Wunder schaffen kann

Ganz wird der EV Zug die ZSC-Starlinie um Denis Malgin, Sven Andrighetto und Denis Hollenstein nie neutralisieren können. Doch wie die drei zu ihren Chancen kommen, wird entscheidend sein.
27.04.2022, 12:5627.04.2022, 15:19

Nach dem 4:1-Auswärtssieg im Hallenstadion hat der EV Zug wieder Hoffnung geschöpft. Kann die Mannschaft heute Abend im fünften Playoff-Finalspiel (20 Uhr) gegen die ZSC Lions nachlegen, ist das schier Unmögliche vielleicht doch noch möglich – eine Wende nach einem 0:3-Rückstand in einem Final.

In der Schweiz hat es das so noch nie gegeben. Alle spektakulären Playoff-Wenden nach 0:3-Rückstand in der Serie fanden im Viertelfinal statt. Nur ein längst vergangenes Beispiel aus der NHL macht den Zugern Mut: 1942 gewannen die Toronto Maple Leafs nach einem 0:3 im Final noch den Stanley Cup.

Die grossen Playoff-Wenden im Schweizer Eishockey

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Die grossen Playoff-Wenden im Schweizer Eishockey
quelle: keystone / ennio leanza
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Dass der EVZ drei Mal in Serie gegen die Lions gewinnen kann, hat er in der Regular Season bewiesen, als er die ersten drei Direktduelle allesamt gewann. Doch damit dies auch in den verbleibenden drei Finalspielen gelingen kann, muss es dem Team von Dan Tangnes insbesondere gelingen, den ZSC-Traumsturm mit Denis Malgin, Sven Andrighetto und Denis Hollenstein in Schach zu halten. Das Trio war in der bisherigen Finalserie der grösste Unruheherd vor dem Tor von EVZ-Goalie Leonardo Genoni.

Malgin und Co. ausbremsen

Am Sechseläutenmontag ist dies Zug einigermassen gut gelungen. Zwar waren Malgin und Co. immer noch die gefährlichsten ZSC-Spieler auf dem Eis – sie kontrollierten bei ihren Einsätzen rund 55,6 Prozent aller Chancen. Doch insgesamt kam das Trio zu weniger Chancen als in Spiel 2 und Spiel 3. Insbesondere Malgins Einfluss aufs Spiel war so klein wie noch nie in dieser Serie.

Doch es ist nicht nur wichtig, ob das Trio Infernale der Zürcher zu Chancen kommt, sondern vor allem wie. Am gefährlichsten sind Denis Malgin und Co., wenn sie schnell umschalten und beim Konter auch noch etwas zusätzlichen Platz vorfinden, um ihr Talent auszuspielen. Das beste Beispiel dafür war die ZSC-Führung am Montag im Spiel 4, als Malgin für einen kurzen Moment etwas zu viel Platz erhielt.

Sobald sich die Zuger in der eigenen Zone installiert haben, verteidigen sie sehr gut – auch gegen Malgin und Konsorten. Umso wichtiger wäre es also, dass der EVZ gegen diese Linie schnelle Gegenstösse und den direkten Zug aufs Tor verhindern kann. Das ist den Zentralschweizern am Montag denn auch oft relativ gut gelungen. Die fünf Beispiele im folgenden Video zeigen: Wenn Zug mit genügend Spielern nach hinten arbeitet, können sich die Zürcher nicht richtig entfalten.

Video: MysportsVideo: streamable

Auf Forechecking verzichten

Sobald sich dieses Trio aber eine kurze Überzahl erarbeitet, wird es gefährlich – neben dem 1:0 zeigt dies auch dieses Beispiel vom Montag.

Video: MysportsVideo: streamable

Insgesamt hatten diese Szenen am Montag aber Seltenheit.

Die Zuger betreiben im Normalfall äusserst aggressives und auch erfolgreiches Forechecking. Gegen die Malgin-Andrighetto-Hollenstein-Linie waren sie aber fast gezwungen, dieses etwas zurückzufahren. Denn wenn die forecheckenden Stürmer überspielt werden, kommt es im Gegenangriff eben zu diesen brandgefährlichen Überzahlsituationen. So haben die EVZ-Spieler schon ab Spiel 3 darauf geachtet, gegen diese Sturmformation konservativer zu agieren und stets einen Stürmer zu haben, der die Verteidiger unterstützt. So gelang es ihnen vermehrt, das ZSC-Trio zu neutralisieren und in Richtung Bande abzudrängen. Im vierten Spiel kreierte es so wenig Expected Goals nach Transition wie noch nie in der Finalserie.

Disziplin zeigen

Zusätzlichen Platz erhalten die Zürcher Stürmer natürlich auch dann, wenn ein Zuger auf der Strafbank sitzt. Umso wichtiger ist es, dass sich die EVZ-Spieler diszipliniert zeigen. Auch das ist ihnen, je länger die Serie dauert, umso besser gelungen. Gestanden die Zentralschweizer den Lions im ersten Spiel noch fünf Überzahlsituationen zu, war es am vergangenen Montag genau noch eine – bei vier eigenen Powerplay-Gelegenheiten.

Natürlich liegen in dieser Finalserie weiterhin alle Vorteile bei den Zürchern. Noch ein weiterer Sieg und sie feiern den zehnten Meistertitel der Klubgeschichte. Aber sollte es der EVZ schaffen, Malgin und Co. heute Abend noch einmal zu neutralisieren und am Ende auch zu gewinnen, beginnen die ZSC Lions vielleicht doch noch zu grübeln.

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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27.04.2022 15:35registriert April 2021
Komplett unsachlich und subjektiv: das letzte Spiel war das erste der Finalserie, dass ich ganz gesehen habe. Und ich muss sagen, es war ziemlich schwierig als neutraler Beobachter zu verstehen, wie der EVZ in dieser Serie 0:3 hinten lag. Das Spiel am Montag hatten sie meines Erachtens verdient gewonnen und dies ohne grössere Ausreisser. Kann auch sein, dass der Z einfach viel schwächer auftrat als in den vorangegangenen Spiele. War auf jeden Fall geiles Eishockey, freue mich auf eine intensive Partie heute Abend!
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