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LONDON, ENGLAND - JANUARY 02:   Phil Taylor of England in action  during his quarter final match against  Vincent van der Voort of the Netherlands on day twelve of the 2015 William Hill PDC World Darts Championships at Alexandra Palace on January 2, 2015 in London, England.  (Photo by Ben Hoskins/Getty Images)

Power und Präzision: Der tätowierte Wurfarm von Phil Taylor. Bild: Getty Images Europe

Darts-WM in London

«The Power» wankte, aber er fiel nicht – Traum-Halbfinal zwischen Taylor und van Barneveld

Darts-Ikone Phil Taylor hat nach wie vor die Chance, zum 17. Mal Weltmeister zu werden. Der Engländer schlug in einem sehr ausgeglichenen Match den Holländer Vincent van der Voort mit 5:3. Im Halbfinal trifft Taylor nun auf dessen Landsmann Raymond van Barneveld.



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Am Ende machte die Erfahrung des 16-fachen Weltmeisters Phil Taylor den Unterschied aus. Der Engländer kämpfte sich gegen Vincent van der Voort nach einem 2:3-Rückstand in die Partie zurück, wendete sie und liess in der Entscheidung nichts mehr anbrennen. Der Holländer war jedoch absolut auf Augenhöhe mit der Darts-Legende: Die Drei-Dart-Durchschnitte waren nahezu identisch (100,08 für Taylor, 99,22 für van der Voort) und beide Spieler gewannen jeweils 17 Legs.

«Ich bin einfach froh, dass ich durch bin», sagte ein erleichterter Taylor nach dem Weiterkommen. Er lobte van der Voort, der eine sehr starke Leistung gezeigt habe. «Ich bin auf dem richtigen Weg», tröstete sich der Verlierer, der zum zweiten Mal nach 2011 im WM-Viertelfinal stand.

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«Nana nana nana nana nana naaa, Vincent van der Voort!» Trotz des Outs des Holländers ein Gassenhauer im «Ally Pally». Video: Youtube/smagill80

VdV macht aus Schwäche eine Stärke

Taylor begann das Match besser. Er nutzte im letzten Leg des ersten Satzes eine Breakchance, um in Führung zu gehen. Van der Voort hatte anfänglich Mühe, über das Doppelfeld auszuchecken. Das nutzte «The Power» auch im zweiten Satz, um auf 2:0 zu stellen.

Doch dem Holländer, als Nummer 24 der Weltrangliste der Aussenseiter, gelang es, zuzulegen. Plötzlich war das Beenden eines Legs keine Schwäche mehr, sondern sein grosser Trumpf. Van der Voort gewann drei Sätze in Serie und wendete die Partie, führte nun mit 3:2. In dieser Phase checkte der «Dutch Destroyer» unter anderem 113, 107 und 104 aus.

Der Fussballstar von Manchester United ist wie viele holländische Nationalspieler ein grosser Darts-Fan.

Die Erfahrung setzt sich durch

Dem Favoriten Taylor kam die Werbepause nach dem fünften Satz äusserst gelegen. Er kämpfte sich wieder ins Match zurück – wenn auch mit sehr viel Mühe. Im entscheidenden Leg des sechsten Satzes verpasste er mit insgesamt acht Darts das Doppelfeld, um dann im neunten Versuch doch noch den Satzausgleich zum 3:3 zu schaffen.

In der Folge riss der 16-fache Weltmeister aus Stoke-on-Trent dank eines Breaks gleich zu Beginn des siebten Satzes die Führung wieder an sich. Im achten Durchgang durfte er seine Pfeile als Erster auf die Scheibe werfen und diese Chance liess er sich nicht mehr nehmen. Obwohl Vincent van der Voort nach wie vor stark spielte, verlor er den Satz und die Partie mit 3:5.

LONDON, ENGLAND - JANUARY 02:  Phil Taylor of England reacts after winning a set  during his quarter final match against  Vincent van der Voort of the Netherlands on day twelve of the 2015 William Hill PDC World Darts Championships at Alexandra Palace on January 2, 2015 in London, England.  (Photo by Ben Hoskins/Getty Images)

Grimassen nach dem 3:3-Ausgleich – Taylor wusste, dass er viel Glück hatte, dass er nicht vorentscheidend mit 2:4 in Rückstand geriet. Bild: Getty Images Europe

«Barney» schlägt «The Bullet»

Taylors Halbfinal-Gegner heisst Raymond van Barneveld. Der holländische Routinier eliminierte Stephen Bunting, den amtierenden Weltmeister des Konkurrenzverbands BDO.

Die Partie wog hin und her, beide Spieler zogen immer wieder schwächere Phasen ein. So lebte sie mehr von der Spannung als von der Klasse. Van Barneveld ging 1:0 und 2:1 in Führung, danach zog Bunting an ihm vorbei und lag nun selber mit 3:2 Sätzen in Front.

LONDON, ENGLAND - DECEMBER 30: Stephen Bunting of England in action during his third round match against Michael Smith of England during the William Hill PDC World Darts Championships on Day Ten at Alexandra Palace on December 30, 2014 in London, England. (Photo by Charlie Crowhurst/Getty Images)

Für Stephen Bunting war im WM-Viertelfinal Schluss. Bild: Getty Images Europe

Die Brille für mehr Klarsicht – oder bloss als Griff in die psychologische Trickkiste?

«Barney» trat ab dem fünften Satz mit einer Brille an und dies tat seinem Spiel gut. Er glich zunächst auf 3:3 aus, um im spektakulären siebten Satz erneut in Führung zu gehen. Erst gelang «The Bullet» Bunting ein Break, welches van Barneveld umgehend mit einem Rebreak mit 113er-Finish konterte. Er beendete den Satz mit einem 107er-Finish im fünften Leg.

Im achten Durchgang vergab Bunting zunächst drei Darts, um den Satz zu gewinnen. So kam van Barneveld in den Satz zurück, in dem er 0:2 zurücklag. Doch im fünften Leg glich der 29-jährige Engländer doch noch auf 4:4 Sätze aus.

LONDON, ENGLAND - JANUARY 02:   Raymond van Barneveld of the Netherlands celebrates winning a set  during his quarter final match against  Stephen Bunting of England on day twelve of the 2015 William Hill PDC World Darts Championships at Alexandra Palace on January 2, 2015 in London, England.  (Photo by Ben Hoskins/Getty Images)

«Barney» steht im Traum-Halbfinal gegen «The Power». Bild: Getty Images Europe

124er-Finish zum Break am Ende

So musste der neunte Satz über Sieg und Niederlage entscheiden. Bunting hatte Pech, dass einer seiner Darts nicht in der Scheibe stecken blieb. So gelang van Barneveld ein 124er-Finish zum Break und einer 2:0-Führung in den Legs. Danach durfte er das Leg beginnen und diesen Vorteil nutzte der holländische Routinier aus.

In den ersten beiden Viertelfinals hatten sich bereits gestern Titelverteidiger Michael van Gerwen aus Holland und der Schotte Gary Anderson durchgesetzt. Die Halbfinals finden morgen Samstag statt, der WM-Final beginnt am Sonntag um 21.15 Uhr.

Stephen Bunting alias Peter Griffin …

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