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LONDON, ENGLAND - DECEMBER 29:  Raymond van Barneveld of Holland celebrates victory in his third round match against Michael van Gerwen of Holland on Day Eleven of the 2016 William Hill PDC World Darts Championships at Alexandra Palace on December 29, 2015 in London, England.  (Photo by Jordan Mansfield/Getty Images)

Raymond van Barneveld: Dank Enkel zur Auferstehung?
Bild: Getty Images Europe

Das Auslaufmodell und der Überraschungsmann wollen bei der Darts-WM für ein Novum sorgen

Holland fährt zwar nicht zur Fussball-EM, dafür rocken die Oranje gerade die Darts-WM. Altstar Raymond van Barneveld und Überraschungsmann Jelle Klaasen könnten für eine noch vor wenigen Jahren nie erwartete Premiere sorgen.



Seit den Weihnachtstagen ist nichts mehr wie früher bei Raymond van Barneveld. Der 48-Jährige wurde zum ersten Mal Grossvater. Seine jüngste Tochter Patty schenkte mit 21 Jahren Enkel Mason Stephan das Leben. Der stolze Opa Van Barneveld erklärte: «Das hilft mir ungemein.» Es dürfte ihn aber auch ungemein schmerzen. Denn «Barny» ist der einzige der Familie, welcher den Spross noch nicht gesehen hat. Er will damit bis nach der WM warten.

Darts-WM, Halbfinals (Best of 11)

Raymond van Barneveld – Adrian Lewis 20.30 Uhr
Gary Anderson – Jelle Klaasen anschliessend

Vermutlich dachte er zu Beginn des Saisonhighlights für die besten Pfeilwerfer der Welt selbst nicht, dass er damit bis ins neue Jahr warten müsse. Die letzten Monate liefen schlecht, der fünffache Weltmeister rutschte in der Weltrangliste bis auf Rang 16 ab. Niemand rechnete dem «Auslaufmodell» wirklich Chancen an.

Doch in einem epischen Duell eliminierte van Barneveld Topfavorit Michael van Gerwen und freute sich danach: «Das fühlt sich schon wie ein Titel an. Ich wusste, ich kann es schaffen. Aber dafür musste ich vom Mars sein. Vielleicht war ich das.»

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Die Entscheidung in van Barnevelds Achtelfinal gegen Michael van Gerwen.
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Ähnlich ausserirdisch mutete seine Leistung im Viertelfinal gegen Michael Smith an. 0:3 lag er in den Sätzen zurück, 0:2 in den Legs im Entscheidungssatz. «Beim 0:3 dachte ich, das war's. Beim 0:2, jetzt aber wirklich.» Zweimal kämpfte er sich zurück und van Barneveld strotzt vor dem Halbfinal heute gegen Adrian Lewis vor Selbstvertrauen: «Es könnte mein Jahr werden. Es geht um den Glauben, ums Zurückkämpfen.»

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Die Entscheidung in van Barnevelds Viertelfinal.
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Mit dem Sieg im Viertelfinal gegen Smith «sicherte» sich der Holländer seine eigene Bestmarke von 21 180ern in einem WM-Spiel. Smith hatte zuvor angekündigt, er werde diese Marke übertreffen. 

Im Halbfinal von heute bleibt van Barneveld aber der Aussenseiter. Der zweifache Weltmeister Adrian «Jackpot» Lewis überzeugt bisher. Der 25-Jährige weiss jedoch, dass mit dem Darts-Opa zu rechnen ist. Schon nach dem Erfolg über van Gerwen zollte er ihm mit diesem Tweet Respekt: «Damit das klar ist ... Raymond hat Eier aus Stahl.»

Mit einem Sieg wäre mit van Barneveld erst zum neunten Mal ein Nicht-Brite in einem PDC-WM-Final (bisher 22 Endspiele). Im zweiten Halbfinal bietet sich mit Jelle Klaasen gegen Titelverteidiger Gary Anderson (Schottland) einem zweiten Holländer die Chance auf den Finaleinzug. 

LONDON, ENGLAND - DECEMBER 30:  Jelle Klaasen of the Netherlands walks in ahead of his third round match against Phil Taylor of England on Day Twelve of the 2016 William Hill PDC World Darts Championships at Alexandra Palace on December 30, 2015 in London, England.  (Photo by Jordan Mansfield/Getty Images)

Jelle Klaasen: Nach dem Coup gegen Phil Taylor will er jetzt auch den Titelverteidiger Gary Anderson aus dem Rennen werfen.
Bild: Getty Images Europe

Zwei Nicht-Briten in einem Darts-Finale, das war noch vor wenigen Jahren unvorstellbar (und ist es irgendwie heute noch ein bisschen). Es zeigt aber, dass sich der Sport auch auf dem europäischen Festland immer mehr etabliert. Deutsche Schmähgesänge wie «ohne Holland fahren wir zur EM» dröhnen durch den Ally Pally und Fahnen von Deutschland, Österreich und der Schweiz (gestern auch von Uri und Basel-Stadt) werden im Darts-Tempel immer öfter geschwenkt.

LONDON, ENGLAND - DECEMBER 30: Adrian Lewis of England is congratulated by Raymond van Barneveld of Holland after hitting a nine darter during their third round match during the William Hill PDC World Darts Championships on Day Ten at Alexandra Palace on December 30, 2014 in London, England. (Photo by Charlie Crowhurst/Getty Images)

Bei der letzten WM warf van Barneveld Adrian Lewis in der dritten Runde aus dem Turnier. Jetzt gibt es die Revanche im Halbfinal.
Bild: Getty Images Europe

Vielleicht wird Darts in Holland bei einem Finaleinzug der beiden Landsmänner noch populärer. Van Barneveld beklagte sich kürzlich: «Manchmal denke ich, dass ich in meinem eigenen Land mehr Anerkennung verdient hätte.» Aktuell dürfte ihm dies allerdings ziemlich egal sein. Er dürfte sich mehr auf seine erste Begegnung mit seinem Enkel freuen: «Ich denke mir immer: Gewinne für ihn.» Er muss sich noch höchstens zwei Tage gedulden.

Dass gar kein Brite das Endspiel erreicht, kam in der PDC (seit 1994) übrigens noch nie vor. Geschafft hatten dies einzig beim Konkurrenzverband, der BDO, 2006 zwei Holländer. Es waren damals: Jelle Klaasen und Raymond van Barneveld (7:5). 

Wer wird Darts-Weltmeister 2016?
Adrian Lewis16%
Gary Anderson39%
Jelle Klaasen11%
Raymond van Barneveld32%

Fans bei der Darts-WM

1 / 19
Fans bei der Darts-WM
quelle: getty images europe / ben hoskins
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