Lustrinelli wollte Thun nicht verlassen, doch dann hat es bei ihm und Union «gefunkt»
Nach dem sensationellen Meistertitel mit Super-League-Aufsteiger Thun zieht der Erfolgstrainer Mauro Lustrinelli weiter. Der 50-Jährige wechselt per sofort in die Bundesliga zu Union Berlin.
Horst Heldt, Geschäftsführer der ersten Mannschaft bei Union, erklärte bei der ersten Pressekonferenz mit Lustrinelli: «Wir überlegten uns, wie wir einen neuen Kader und eine neue Spielweise aufstellen können. Wir sind sehr schnell auf Mauro gekommen. Wir hatten sehr gute Gespräche mit ihm.» Zwar hatten die Unioner noch zwei weitere Kandidaten, der Entscheid fiel aber schnell auf den Schweizer. «Es hat bereits in den ersten Gesprächen gefunkt und unglaublich viel Spass gemacht. Deshalb haben wir uns für ihn entschieden», sagte Heldt.
Auch Lustrinelli war anzusehen, dass er sehr glücklich mit seinem Wechsel ist. Als er gefragt wurde, warum er sich für Union entschied, antwortete er mit einem Schmunzeln: «Warum nicht?», führte aber schnell weiter aus: «Wie Horst Heldt gesagt hat, es waren sehr gute Gespräche und es hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Die grössten Entscheidungen in meinem Leben entschied ich immer mit meinem Herzen. Ich merkte schnell, dass ich mit diesen Menschen zusammenarbeiten möchte.»
Wie Lustrinelli selbst gestand, wollte er Thun gar nicht verlassen, aber das Projekt in Berlin faszinierte ihn so sehr, dass er sich entschied, zu wechseln. Der Meistertrainer bedankte sich auch noch bei seinem alten Arbeitgeber, dass ihm keine Steine in den Weg gelegt wurden.
Gerüchte rund um Lustrinelli gab es auch in Italien und auch für den Trainer selbst war die Serie A ein Thema. «Für mich ist nicht wichtig, wohin ich gehe, sondern mit was für Menschen ich arbeiten werde. Nach dem ersten Treffen wusste ich innerlich, dass ich hier arbeiten möchte», erklärte Lustrinelli seinen Wechsel. Beim ersten Gespräch sprachen Lustrinelli und Heldt zuerst drei Stunden über alles Mögliche, aber nicht über Fussball. «Es ging darum, zu schauen, ob wir die gleichen Werte haben. Ich hatte schnell das Gefühl, dass wir vom selben sprachen.»
Mit dem ehemaligen Union-Trainer Urs Fischer, der von 2018 bis 2023 in der Alten Försterei trainierte, hatte Lustrinelli noch keinen Kontakt. «Ich wollte ankommen, ohne zu viel zu wissen, und das alles spüren zu können», sagt Lustrinelli, welcher im Jahr 2013 beim FC Thun der Assistent von Fischer war.
Los geht es für Lustrinelli Ende Juni mit dem ersten Training als Cheftrainer der Unioner. Zuvor gibt es aber noch «aktive Ferien» für den Schweizer.
