Suters Ausfall gab ihm eine neue Chance – diese nutzte Théo Rochette eindrücklich
Für den Schweizer Cheftrainer Jan Cadieux steht stets die Mannschaft im Vordergrund und nicht einzelne Spieler. Dennoch lohnt sich nach der Gala gegen Österreich ein genauerer Blick auf Théo Rochette. Der 24-jährige Stürmer von Lausanne trug sich an seiner ersten WM im vierten Spiel erstmals in die Torschützenliste ein, und dies gleich doppelt, was für ihn ein Befreiungsschlag sein könnte. Denn er ist keiner für eine defensive Rolle, vielmehr soll er mit seinen offensiven Qualitäten Akzente setzen.
Dementsprechend setzte ihn Cadieux an der Heim-WM zunächst an der Seite der NHL-Stars Timo Meier und Nico Hischier ein. Mehr als ein Assist brachte er in den ersten beiden Partien jedoch nicht zustande, im dritten Spiel verlor er seinen Platz in der ersten Linie an Attilio Biasca. Gut möglich, dass er gegen die Österreicher der 13. Stürmer gewesen wäre, doch weil Pius Suter leicht angeschlagen ist, rückte Rochette an die Seite von Denis Malgin und Sven Andrighetto.
Lob an die Linienkollegen
War das erste WM-Tor eine Erleichterung? «Für einen Spieler wie mich tut es gut zu treffen. Das gab mir Vertrauen für den Rest der Partie.» Zu seinen Linienkollegen sagt er: «Es ist schwer, sich neben ihnen nicht wohlzufühlen. Sie haben eine aussergewöhnliche Spielübersicht, sind aber auch gute Menschen.»
Der in Neuenburg geborene Théo Rochette galt als grosses Talent, ihm schien eine grosse Zukunft bevorzustehen. Der Sohn des ehemaligen Spitzenschiedsrichters Stéphane Rochette, ein gebürtiger Kanadier, durfte gar im November 2018 ein internationales Turnier mit dem Ahornblatt auf der Brust bestreiten. Zu dieser Zeit spielte er auch in Nordamerika; er war im Sommer zuvor von Lausanne zu Chicoutimi gewechselt.
Insgesamt bestritt er fünf Saisons in der Juniorenliga QMJHL, mehrheitlich bei den Québec Remparts, mit denen er 2023 als Captain den prestigeträchtigen Memorial Cup gewann, wobei ihm in dieser Spielzeit in 87 Partien sagenhafte 49 Tore und 84 Assists gelangen. Zu seiner grossen Enttäuschung wurde er aber nie von einem NHL-Team gedraftet, was für ihn nicht einfach zu verarbeiten war.
Eindrückliche Zahlen in der National League
Nach dem Triumph mit den Remparts kehrte Théo Rochette zu Lausanne zurück und spielte erstmals gegen Männer. Bereits in seiner ersten Saison in der National League überzeugte er mit 39 Punkten (16 Tore) in 66 Partien. Mittlerweile steht er bei 66 Treffern und 71 Assists in 176 Begegnungen in der höchsten Schweizer Liga, was sich mehr als sehen lassen kann.
Jedoch kommt es nicht von ungefähr, dass Rochette erstmals an einer WM dabei ist, denn im Spiel ohne Scheibe weist er nach wie vor einige Mängel auf. Doch mit Auftritten wie gegen Österreich sammelt er Pluspunkte. Vielleicht ist bei ihm ja nun auch international der Knoten geplatzt, und dann könnte sein NHL-Traum trotz Vertrag bis 2031 bei Lausanne doch noch Wirklichkeit werden. (nih/sda)
