Freud und Leid nach der Barrage: «Mir war wegen der Emotionen schwarz vor Augen»
Am Ende liegen sie auf dem Boden – GC-Trainer Peter Zeidler und Captain Amir Abrashi. Der Ligaerhalt ist um kurz vor elf Uhr abends dank einem in der Verlängerung sichergestellten Sieg (2:1) geschafft. Die Barrage ist zum dritten Mal in Folge überstanden und die Last, die in diesem Moment von den beiden, von allen GC-Akteuren abfällt, sichtlich gross.
«Gott meinte es gut mit uns»
Wenig später tritt Abrashi vor die Medien. Mit einer geplatzten und bereits genähten Lippe sagt er: «Der Trainer hat heute super entschieden. Ich muss ihm die Hand geben, er hat eigentlich das Spiel entschieden.» Dass die entscheidende Szene ein umstrittener Penalty war, davon lässt sich Abrashi seine Freude nicht trüben. Die Situation einschätzen könne er nicht. «Ich habe gar nichts gesehen. Mir war wegen den Emotionen sowieso schwarz vor Augen. Der liebe Gott meinte es gut mit uns.»
«Zum Glück, Gott sei Dank, hat die Partie so geendet» sagt auch Samuel Krasniqi über den Ausgang des Spiels. Der Mittelfeldspieler der Grasshoppers betont, wie gross die Last sei, die nun von ihm abfalle. Die über 18'000 Fans hätten sie zusätzlich angetrieben. «Sie hatten es auch nicht einfach, zum dritten Mal in der Barrage. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr etwas zurückgeben können.»
Schon wieder kein Aufstieg
Anders ist die Gefühlslage bei Aarau. Wie Abrashi und Zeidler sackten auch die Gäste im Letzigrund zu Boden. Emotionen übermannten die Spieler, die während 120 Minuten gekämpft hatten. Der Klub, der seit elf Jahren versucht aufzusteigen, ist erneut auf den letzten Metern gescheitert.
Es ist eine Niederlage, mit der die Mannschaft wohl noch lange hadern wird. Weil die 80 Punkte, welche Aarau in der Saison sammelte, in den vergangenen 20 Jahren nur zweimal nicht zum direkten Aufstieg gereicht hätten. Und, weil die Barrage so knapp endete, wie es noch vor einem Jahr, als Aarau in der Barrage ebenfalls auf GC traf und nach dem Rückspiel bereits 0:4 hinten lag, wohl niemand erwartet hätte.
Entsprechend sind Trainer Brunello Iacopetta und Sportchef Elsad Zverotic bemüht, das Positive des Abends herauszustreichen. «Es ist extrem bitter. Wir haben das Ziel verfehlt, das tut sehr weh. Gleichzeitig bin ich aber auch extrem stolz auf diese Mannschaft», so der FCA-Trainer. Zverotic ergänzt: «Man kann den Spielern keinen Vorwurf machen. Sie haben alles gegeben.»
Trainer-Frage soll nicht gestellt werden
Ob Iacopetta einfach nicht der Richtige für den Aufstieg ist? «Das sind wieder schöne Fragen», so der Trainer. In erster Linie müsse man stolz sein, eine solche Saison mit Aarau gespielt zu haben. «Man hat einen riesigen Unterschied gesehen im Vergleich zur letztjährigen Barrage. Das zeigt unseren Charakter, unsere Lernfähigkeit.» Es lasse sich extrem viel darauf aufbauen.
Zverotic sprach dem Trainer, der den FCA seit 2024 coacht, derweil das Vertrauen aus. «Er macht einen überragenden Job. Er ist der Trainer, der zu uns passt und mit dem wir in die Zukunft gehen», so der Sportchef, der einst selbst für Aarau auflief. (abu/sda)
