Thun hat keine Angst vor Hexenkessel: «Davon haben wir als Jungs geträumt»
Doch nach dem 1:1 – auch wenn das Remis für Thun als Achtungserfolg zu werten ist – brauchen die Berner Oberländer im Rückspiel für das Weiterkommen einen Sieg. Und dieses Mal treten die Thuner ohne Heimvorteil an. Bereits das Hinspiel, bei dem mehrere tausend Zagreb-Fans im Stadion waren, lieferte eine Kostprobe davon, was die Thuner vor Ort, in einem Stadion mit rund 35'000 Plätzen, erwarten wird.
Zu sehr an dieses Rückspiel wollte am vergangenen Dienstag jedoch noch niemand denken. Angesprochen auf den Balanceakt zwischen europäischen Spielen und dem Super-League-Start sagte Mittelfeldspieler Valmir Matoshi unmittelbar nach dem Schlusspfiff: «Das ist nicht so ein Problem. Wir schauen von Match zu Match» – in der vergangenen Saison habe das ja gut funktioniert.
Ungünstige Planung
Einige Tage nach dieser Aussage ist klar: Der Super-League-Auftakt gegen Luzern ist geglückt. Mit einem 3:1-Auswärtssieg gegen die Zentralschweizer gelang den Thunern ein Erfolgserlebnis vor dem Rückspiel gegen Dinamo. Und das, obwohl gleich auf acht Positionen gewechselt wurde. Diese Rochaden hatte Gian-Luca Privitelli bereits am vergangenen Dienstag angetönt. «Wir müssen uns gut regenerieren. Wir werden schauen, wer sich wie erholt, und im Spiel gegen Luzern entsprechend Wechsel vornehmen», so der Trainer.
Wieso diese Wechsel und die damit verbundene Regeneration der übrigen Spieler besonders wichtig waren? Während Thun innert einer Woche zum Saisonauftakt drei Spiele bestreitet, pausiert die kroatische Liga noch – Dinamo Zagreb geht also mit 90 Minuten weniger in den Beinen ins Rückspiel. «Es ist sicher ungünstig von der Planung her, dass sie kein Ligaspiel haben», sagte Privitelli an der Pressekonferenz nach dem Hinspiel. Aber: «Wir machen das Beste draus. Keine Ausreden.»
Immerhin: Thun darf dank des Sieges gegen Luzern mit Rückenwind nach Kroatien reisen. Das Spiel zeigte, dass die Standards funktionieren – alle drei Thuner Tore fielen nach stehenden Bällen. Und die Partie machte auch deutlich, dass sich die Thuner durch frühe Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen lassen.
Nico Maier, der in beiden Spielen der bisherigen Saison in der Startelf war, analysierte bei Blue: «Ich bin noch nicht lange bei Thun. Aber das ist etwas, was die Mannschaft auszeichnet. Dass man einfach weitermacht nach Rückschlägen, dass man weiter Gas gibt.»
«Die Spiele, die cool sind»
Gas geben muss Thun auch am Dienstagabend wieder. Zwar analysierte Privitelli nach dem Hinspiel: «Wenn wir unsere Idee durchziehen, dann können wir schon Probleme machen.» So war Thun in der ersten Halbzeit gegen Dinamo über weite Strecken das bessere, gefährlichere Team und verteidigte auch in der zweiten Hälfte solidarisch. «Ich habe das Gefühl, wir haben noch Luft nach oben, und trotzdem sind wir schon dran. Das stimmt mich positiv.»
Doch nach dem 1:1 – auch wenn das Remis für Thun als Achtungserfolg zu werten ist – brauchen die Berner Oberländer im Rückspiel für das Weiterkommen einen Sieg. Und dieses Mal treten die Thuner ohne Heimvorteil an. Bereits das Hinspiel, bei dem mehrere tausend Zagreb-Fans im Stadion waren, lieferte eine Kostprobe davon, was die Thuner vor Ort, in einem Stadion mit rund 35'000 Plätzen, erwarten wird.
«Das sind die Spiele, die cool sind. Als kleiner Junge hat jeder von solchen grossen Spielen geträumt», winkte Valmir Matoshi nach dem Hinspiel ab, als er auf den Hexenkessel in Zagreb angesprochen wurde. «Alle sind topmotiviert. Wir müssen unsere Prinzipien noch besser umsetzen. Ich bin sehr überzeugt, dass es ein guter Match wird von uns.»
Gegner noch nicht bekannt
Klar ist: Mit einem Sieg würde Thun in der 3. Qualifikationsrunde entweder auf den färöischen Meister Klaksvik oder das beste Team Litauens der vergangenen Saison, Kauno Zalgiris, treffen. Bei einer Niederlage ginge es in der Qualifikation für die Europa League gegen Vikingur Reykjavik aus Island oder den israelischen Klub Hapoel Be'er Sheva weiter.
Um den Namen des Gegners zu kennen, wird sich Thun aber so oder so noch einen Tag gedulden müssen. Die beiden Spiele der vier möglichen Gegner finden erst am Mittwoch statt. (nih/sda)
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