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Berns Trainer Guy Boucher im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Samstag, 4. Oktober 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Guy Boucher könnte mit seiner Mannschaft um den Titel spielen. Im Moment agiert der SCB aber eher durchschnittlich.  Bild: KEYSTONE

Ist der Guy Boucher der Richtige?

Ein SC Bern, gut genug für den Meistertitel, aber ...

Der SC Bern und Marco Bührer stehen unter Guy Boucher ungefähr am gleichen Ort wie vor einem Jahr unter Antti Törmänen. Gute Unterhaltung ist programmiert.



Das Spiel des grossen SC Bern gegen das kleine Servette war ein Hockey-Potpourri. Ein Potpourri ist eine aus Teilen bekannter Melodien zusammengestellte Musik. Also kein einheitliches, im gleichen Rhythmus und mit klarer Struktur vorgetragenes Stück. Aber in der Regel ein kurzweiliges.

Die verschiedenen Platten, die beim SCB aufgelegt werden, sind uns wohl bekannt. Es ist wie vor einem Jahr unter Antti Törmänen. Tatsächlich hat der SCB jetzt nur einen Punkt mehr als im letzten Herbst zum gleichen Zeitpunkt. Ein stabiles Wochenend-Hoch mit zwei Partien auf hohem Niveau gibt es nach wie vor nicht, und wie vor einem Jahr hat der SCB alle bisherigen Auswärtspartien verloren. 

Guy Boucher schöpft das Potential nicht aus

Trainer Guy Boucher hat die Mannschaft bereits Ende Januar übernommen, anschliessend in die Abstiegsrunde versenkt und sein «Gnusch» im taktischen Fadenkörbli ist nach wie vor gross. Die Fehlerquote ist für eine so gute Mannschaft viel zu hoch.

Aber solange auf eine miserable Darbietung sofort eine siegreiche folgt wie an diesem Wochenende (am Freitag 1:4 in Lausanne, am Samstag 4:1 gegen Servette) hält sich die Kritik im Rahmen, das Publikum ist zufrieden und Marc Lüthi bleibt ruhig.

Berns Trainer Guy Boucher gibt Anweisungen im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Samstag, 4. Oktober 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Guy Boucher konnte noch keine klare Linie vermitteln. Bild: KEYSTONE

Ich will nicht den Antti Törmänen an die Wand malen. Aber der SCB steht auf ganz dünnem Eis und hat nach unten keine Reserven. Ja sicher, auch die NHL-Generäle Bob Hartley und Marc Crawford hatten ihre Anfangsschwierigkeiten. 

Aber ist schon ein bisschen beunruhigend, dass es Guy Boucher nach wie vor nicht gelungen ist, dieser talentierten Mannschaft ein unter Stress funktionierendes Konzept beizubringen. Denn dieser SCB ist bis auf den Torhüter gut genug für einen Titel und müsste eigentlich auf Augenhöhe mit den ZSC Lions und Davos spielen.

Der SCB spielt unter seinen Möglichkeiten

Dieser SCB ist viel besser als es die bisherigen Resultate vermuten lassen und nominell auch besser als vor einem Jahr. Sportchef Sven Leuenberger hat im Sommer alles Menschenmögliche getan. Erstmals seit Jahren hat der SCB bereits im Herbst alle Ausländerpositionen gut bis sehr gut besetzt. Und wenn Simon Moser gesund ist, bekommt der SCB einen Stürmer mit dem Wirkungsgrad eines Ausländers.

Berns Thomas Ruefenacht, links, und Byron Ritchie, 2. von rechts, kaempfen um den Puck mit Genfs Christian Marti, Tom Pyatt Torhueter Christophe Bays und Jonathan Mercier (von links) im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Samstag, 4. Oktober 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Wenn der SC Bern auftritt, ist immer viel los.  Bild: KEYSTONE

So haben wir am Samstag vom SCB in einem höchst kurzweiligen Potpourri wieder einmal alles gesehen, was die Zuschauer ergötzt und erbost. Defensive Aussetzer und hohe Spielkunst. Einen haltbaren Gegentreffer (zum 1:1) und grosse Paraden von Marco Bührer. Dazu ein paar Gehässigkeiten der frustrierten Genfer. Ein bunter, fröhlicher und unterhaltsamer Hockeyabend.

Aber auf die Wiederkehr des grossen, mächtigen SCB warten wir nach wie vor. Dem SCB-Spiel fehlen nach wie vor Präzision, Konstanz, Stabilität und Verlässlichkeit. So war es auch vor einem Jahr. Und wie im letzten Herbst (Andreas Hänni) haben die Berner auch in dieser Saison bereits einen Verteidiger zu Biel transferiert (Thomas Wellinger). Das Glück der Berner war Servettes Formkrise.

Formschwaches Genf-Servette

Dieses Servette ist zurzeit nur eine Karikatur jener Mannschaft, die den letzten Spengler Cup gewonnen hat. Der Substanzverlust ist ganz einfach zu gross. Die Genfer haben den solidesten Goalie der Liga (Tobias Stephan) und die vier besten Skorer der letzten Saison verloren.

Die gute Spielorganisation ist geblieben. Doch das beste System ist wirkungslos wenn die Spieler fehlen um es umzusetzen. Goran Bezina (34), einst ein charismatischer Verteidigungsminister, ist nur noch ein Bauer auf Chris McSorleys Hockey-Schachbrett und wird mal als Stürmer, mal als Verteidiger eingesetzt. In Bern wieder mal als Verteidiger. 

Berns Pascal Berger, rechts, im Zweikampf mit Genfs Goran Bezina, links, im Eishockey-Meisterschaftsspiel der National League A zwischen dem SC Bern und Genf Servette HC, am Samstag, 4. Oktober 2014, in der PostFinance-Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Goran Bezina muss dauernd rochieren.  Bild: KEYSTONE

Torhüter Robert Mayer ist nach wie vor verletzt und wird wohl erst in zwei Wochen seine erste Meisterschaftspartie für Servette bestreiten können. Sein tüchtiger Ersatz Christophe Bays kann für sein Team kein Spiel gewinnen.

Prognose für die weitere Qualifikation

Die Qualifikation 2014/15 hat an diesem Wochenende erstmals ein klar erkennbares Profil bekommen. Eine erste Entscheidung ist gefallen. Die Lakers sind auf dem letzten Platz angekommen, werden dort bleiben und zum 7. Mal in Serie die Playoffs verpassen. 

Die ZSC Lions, Davos, Lugano und Zug werden die Playoffs schaffen. Der SCB und Marco Bührer stehen ungefähr am gleichen Ort wie vor einem Jahr. Die Stadtberner werden mit Biel, Lausanne, Servette, Gottéron, Ambri und Kloten die restlichen letzten vier Playoffplätze ausspielen. Gute Unterhaltung ist programmiert.

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