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EV Zug: Benoit Groulx über seine ersten Spiele als Trainer vom EVZ

EV Zug Cheftrainer Benoit Groulx waehrend dem Qualifikationsspiel der Eishockey-Meisterschaft der National League zwischen den Teams EHC Kloten und EV Zug am Freitag, 23. Januar 2026, in Kloten. (KEYS ...
Seit drei Partien steht Benoit Groulx beim EV Zug an der Bande.Bild: keystone

«Muss die Spieler kennenlernen»: Für den neuen Zug-Trainer ist die Olympiapause ein Segen

Nach zwei Siegen unter dem neuen Trainer Benoit Groulx fällt der EV Zug in Davos wieder in alte Muster zurück. Der Frankokanadier sehnt die Olympiapause herbei, um sein Team richtig kennenzulernen.
28.01.2026, 16:2328.01.2026, 16:23

Zug hat turbulente Tage hinter sich. Nach einem Horrorstart ins neue Jahr mit zehn Niederlagen in Folge zog die sportliche Leitung letzte Woche die Reissleine und zauberte mit Benoit Groulx einen Trainer aus dem Hut, den in der Schweiz keiner auf der Rechnung hatte.

Groulx arbeitete bis Mitte November in der russischen KHL bei Traktor Tscheljabinsk, zuvor nie auf höchster Ebene, sondern in Kanada und den USA bei Junioren- und Minor-League-Teams. «Es ist nicht so, dass ich die Schweizer Liga gar nicht kenne», verrät der 57-jährige aus Gatineau. «Ich habe sie online durchaus verfolgt. Aber es gibt nichts Besseres, als hinter der Bande zu stehen, um das Niveau hautnah zu sehen.» Vom freundlichen Empfang durch die Spieler und die Zuger Organisation im Allgemeinen sei er «beeindruckt».

Siegeswille? Fehlanzeige

Die Spieler sind sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst, dass Groulx' Vorgänger Michael Liniger nach weniger als einem halben Jahr seinen Job bereits wieder los war. «Auf jeden Fall fühlt man sich schuldig», gesteht der Nationalmannschaftsstürmer und WM-Silber-Gewinner Sven Senteler gegenüber Keystone-SDA. «Ich glaube, ein schlechtes Gewissen hat jeder. Es ist sicher nicht so, dass wir gegen Liniger gespielt haben.»

Head Coach Michael Liniger (EVZ), Mitte stehend, und Gregory Hofmann (EVZ), Daniel Vozenilek (EVZ), Jan Kovar (EVZ) und Sven Senteler (EVZ), von links, verfolgen das Spiel der Eishockey National Leagu ...
Michael Liniger wurde vor einer Woche entlassen.Bild: keystone

Von schlechtem Gewissen und dem unbedingten Willen, wieder etwas gutzumachen, war am Dienstagabend in Davos allerdings nichts zu sehen. Bereits nach 37 Sekunden lag Zug gegen den Leader im Rückstand, am Ende war das Resultat von «nur» 1:4 noch das Beste am Auftritt der Zuger. Der Verein mit den viel höheren Ansprüchen steckt mitten im Kampf um einen Platz in den ersten zehn, der via Play-in noch in die Playoffs führen könnte. Der absolute Siegeswille? Fehlanzeige.

Sentelers Analyse ist schonungslos, aber auch erschreckend. «Wir haben den Start verschlafen, wir waren nicht bereit», sagt der 33-jährige Routinier. «Das, was wir in den letzten zwei Spielen gut gemacht haben, liessen wir diesmal etwas vermissen. Den Kampfgeist, der zweite Effort, um die Scheibe wieder zu gewinnen, das Backchecking. Das war alles solala. Gegen einen guten Gegner reicht das nicht.» Eine Erklärung dafür hat der Schütze des einzigen Zuger Tores nicht. «Eine gute Frage. Wenn man das wüsste, wären wir sicher besser parat gewesen.»

Aus der Todesspirale finden

Nun liegt es am neuen Trainer, das schlingernde Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ein Wunderrezept hat der Frankokanadier nicht. «Den Spielern das Selbstvertrauen zurückgeben», streicht Groulx als wichtigsten Punkt heraus. Denn zuletzt gerieten sie in eine «Todesspirale, aus der wir uns einfach nicht lösen konnten», wie es Sven Senteler, der mit Zug und den ZSC Lions drei Meistertitel feierte, formuliert. «Es war keine schöne Zeit, und für mich etwas Neues. Auch für viele andere Spieler, glaube ich.»

Vielleicht liegt da der Hund begraben. Während es sich beispielsweise Rapperswil-Jona, Kloten oder die SCL Tigers gewöhnt sind, um die Playoffs kämpfen zu müssen, erkannte man beim EVZ den Ernst vielleicht zu lange nicht. «Ich muss erst die Spieler kennenlernen, verstehen, wie sie intern funktionieren», hat Benoit Groulx auch kein Zaubermittel. «Ich habe in den ersten zwei gewonnenen Matches viel gelernt, aber auch heute Abend.»

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Immenses Programm

Muss er nun die Schraube anziehen? Mit harter Hand durchgreifen? Groulx schmunzelt. «Ich glaube sehr stark an bestimmte Dinge», sagt er. «Manche Dinge sind nicht verhandelbar. Aber das ist doch bei jedem Coach so.» Er streicht aber auch heraus, dass Zug mit den Champions-League-Halbfinals ein immenses Programm hatte. Am letzten Sonntag hätten die Spieler erstmals nach elf Tagen frei gehabt.

Bei diesem dicht gedrängten Programm ist es für den Trainer fast unmöglich, die Spieler besser kennenzulernen und allfällige neue taktische Variationen einzuüben. Diese Woche warten auf Zug mit Lausanne und den ZSC Lions noch einmal zwei starke Gegner, dann folgt aber die Olympiapause. Für Groulx ein Segen. Danach sieht man vielleicht die Handschrift des in der Schweiz bisher kaum bekannten Kanadiers. (riz/sda)

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