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Schweiz gewinnt WM-Test gegen Lettland dank Overtime-Treffer von Meister Blum

Acht Tage vor dem ersten WM-Spiel kam das Eishockey-Nationalteam in Genf gegen Lettland zu einem Erfolgserlebnis. Die Schweizer besiegten Lettland 2:1 nach Verlängerung. Verteidiger Eric Blum gelang nach 62:51 Minuten das Siegtor.
29.04.2016, 22:1929.04.2016, 22:49

Die Schweizer verdienten sich den späten Sieg. Sie legten viel Leidenschaft und viel Wille an den Tag, allerdings fehlte über weite Strecken noch die Ordnung. Die altbekannten Schweizer Schwächen im Torabschluss verhinderten einen Schweizer Sieg schon in der regulären Spielzeit. Aber: Ein Sieg über Lettland entspricht alles andere als einer Selbstverständlichkeit. An den Winterspielen in Sotschi scheiterten die Schweizer in den Achtelfinals mit 1:3 an den Letten. Und an der letzten WM in Prag verloren die Schweizer trotz krasser Überlegenheit (36:21 Torschüsse) ebenfalls gegen die Equipe mit dem Nationalliga-Goalie Elvis Merzlikins (Lugano).

Schweizer Meister Eric Blum beschert der Nati mit seinem Treffer den Sieg.
Schweizer Meister Eric Blum beschert der Nati mit seinem Treffer den Sieg.Bild: KEYSTONE

Der Slapshot von Eric Blum nach Vorarbeit von Andres Ambühl besiegelte am Ende den Schweizer Sieg. Das Siegtor überraschte zu diesem Zeitpunkt, denn die Letten hatten sich in der Schlussphase der regulären Spielzeit und zu Beginn der Verlängerung eher die besseren Torchancen erspielt.

Noch nicht überzeugt

Trotz des Heimsiegs gegen einen Rivalen, mit dem sich die Schweizer an der WM in Russland um einen Viertelfinalplatz duellieren werden: Die Schweizer Leistung in der (halbleeren) Les-Vernets-Halle garantiert keineswegs, dass die Weltmeisterschaft, die für die Schweiz nächsten Samstagmittag in Moskau mit der Partie gegen Aufsteiger Kasachstan beginnt, zum Erfolg gerät. Das Team von Patrick Fischer überzeugte mit Ausnahme von Goalie Robert Mayer am Freitagabend noch nicht. Die Schweizer kamen zwar zu mehr Torschüssen, die Letten erarbeiteten sich aber mit Ausnahme des zweiten Abschnitts die eher gefährlicheren Torchancen.

«Schmutzige» Tore hatten die Nationaltrainer von ihren Spielern vor den beiden Partien gegen Lettland verlangt. Das Offensivspiel hätte in Genf forciert werden sollen. Diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Das Führungstor von Denis Hollenstein nach neun Minuten hatte Andres Ambühl, der designierte Schweizer WM-Captain, magistral vorbereitet. Für Hollenstein war es bereits das dritte Tor während der WM-Vorbereitung.

Ambühl und Blum sind an den Toren beteiligt.<br data-editable="remove">
Ambühl und Blum sind an den Toren beteiligt.
Bild: KEYSTONE

Nach diesem frühen Goal mit dem vierten Torschuss skorten die Schweizer bis zu Blums Schlusspunkt nicht mehr. Simon Moser (15.), Gregory Hofmann (19.) und Lino Martschini (30.) trafen beim Stand von 1:0 jeweils noch den (Aussen-)Pfosten. Die Schweizer boten aber alles andere als ein offensives Feuerwerk.

Mayer bester Schweizer Spieler

Nicht nur in der Offensive lief noch nicht alles rund. Dem lettischen Ausgleichstreffer in der regulären Spielzeit nach 31 Minuten durch Edgars Siksna war ein Puckverlust von NHL-Haudegen Yannick Weber hinter dem eigenen Tor vorausgegangen. Und gleich dreimal musste Goalie Mayer in den ersten 26 Minuten gegen lettische Stürmer retten, die solo auf ihn losziehen konnten.

Robert Mayer überzeugte im Schweizer Tor.<br data-editable="remove">
Robert Mayer überzeugte im Schweizer Tor.
Bild: KEYSTONE

Goalie Robert Mayer wurde am Ende als stärkster Schweizer Akteur ausgezeichnet. Es war keine geschenkte Ehrung für den Servettien im eigenen Stadion. Mayer hält sich mit grandiosen Leistungen im Rennen gegen Reto Berra um den Nummer-1-Goalie-Job an der WM. In seinen ersten sechs Länderspielen kassierte Mayer noch nie mehr als zwei Gegentore. Nach dem Auswärtssieg vor einer Woche in Weissrussland gewann er das zweite Länderspiel nacheinander. Seine Statistiken im Nationalmannschafts-Trikot könnten kaum besser sein: Mayer kassiert im Schnitt nur 1,62 Gegentore pro Spiel bei einer Fangquote von 93,98 Prozent. Mit solchen Zahlen des Torhüters kann an der WM nichts schiefgehen. (sda)

Das Telegramm

Schweiz - Lettland 2:1 (1:0, 0:1, 0:0, 1:0) n.V.
Genf. – 3278 Zuschauer.
SR Mollard/Wiegand, Fluri/Kaderli.
Tore: 9. Hollenstein (Ambühl) 1:0. 32. Siksna (Kulda) 1:1. 63. (62:51) Blum (Ambühl, Yannick Weber) 2:1.
Strafen: je 2mal 2 Minuten.
Schweiz: Robert Mayer; Félicien Du Bois, Geering; Yannick Weber, Blum; Schneeberger, Grossmann; Loeffel; Marc Wieser, Abbühl, Hollenstein; Gregory Hofmann, Gaetan Haas, Simon Moser; Andrighetto, Walser, Schäppi; Walker, Trachsler, Tristan Scherwey; Martschini.
Lettland: Merzlikins; Siksna, Galvins; Cibulskis, Sotnieks; Maksims Sirokovs, Freibergs; Janis Andersons, Arturs Ozolins; Meija, Girgensons, Daugavins; Redlihs, Dzerins, Bukarts; Abols, Bicevskis, Kulda; Aleksejs Sirokovs, Pavlovs, Skvorcovs.
Bemerkungen: Schweiz ohne Zurkirchen (Ersatztorhüter), Bertschy, Berra, Bieber, Christian Marti, Untersander, Dino Wieser (alle überzählig), Diaz und Niederreiter (beide noch nicht eingerückt). – Pfostenschüsse: Simon Moser (15.), Gregory Hofmann (19.), Martschini (30.). – Schüsse: Schweiz 34 (10-14-8-2); Lettland 23 (7-6-8-2). – Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/2; Lettland 0/2.

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