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So dürfte das Schweizer Olympia-Kader im Skifahren aussehen

Switzerland's Marco Odermatt, top left, celebrates with fellow-countryman second placed Franjo von Allmen and the Swiss team, after winning a men's World Cup super-G, in Kitzbuehel, Friday,  ...
Die Schweizer Männer fahren in Topform zu den Olympischen Spielen.Bild: keystone

So nominiert sich das Olympia-Kader der Schweizer Skifahrer von alleine

22 Skifahrerinnen und -fahrer dürfen die Schweiz bei den Olympischen Spielen vom 6. bis zum 22. Februar vertreten. Bei den Männern, die ihre Rennen in Bormio bestreiten werden, herrscht eigentlich schon vor der Nomination Klarheit – bei den Frauen, die in Cortina fahren werden, sieht es anders aus.
25.01.2026, 18:4225.01.2026, 18:42

Am Montag muss der Schweizer Verband Swiss-Ski die Kader für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina bekannt geben. Je elf Fahrerinnen und Fahrer dürfen die Schweiz vertreten, pro Disziplin dürfen jeweils vier an den Start gehen.

Während es bei den Frauen noch einige Fragezeichen gibt, weil nur sieben verschiedene Fahrerinnen die Olympia-Norm von Swiss-Ski erreicht haben – ein Top-7-Platz oder zwei Top-15-Plätze –, ist die Sache bei den Männern eigentlich klar.

Abfahrt

  • Marco Odermatt
  • Franjo von Allmen
  • Niels Hintermann
  • Alexis Monney
Switzerland's Niels Hintermann at the finish area of a men's alpine ski World Cup downhill, in Kitzbuehel, Austria, Saturday, Jan. 24, 2026. (AP Photo/Marco Trovati)
Austria World Cup Alpine ...
Niels Hintermann präsentierte sich in Kitzbühel in guter Form.Bild: keystone

Marco Odermatt führt den Abfahrtsweltcup mit 460 Punkten aus fünf Rennen vor Franjo von Allmen (295 Punkte) an. Niels Hintermann (108) überholte Alexis Monney (103) dank Platz 6 in Kitzbühel am gestrigen Samstag und dürfte sich damit auch für die olympische Abfahrt in Bormio empfohlen haben. Eine Olympia-Teilnahme nach seiner überstandenen Krebserkrankung wäre eine besonders schöne Geschichte.

Alessio Miggiano (63), Stefan Rogentin (51) und Marco Kohler (51) hätten die Norm zwar ebenfalls erreicht, doch dürften sie mit Blick auf die weiteren Selektionskriterien von Swiss-Ski den Kürzeren ziehen. Dabei handelt es sich um die Resultate, das Potenzial, die Formkurve und die Gesundheit.

Super-G

  • Marco Odermatt
  • Franjo von Allmen
  • Stefan Rogentin
  • Alexis Monney
Winner Switzerland's Marco Odermatt, right, and fellow-countryman second placed Franjo von Allmen pose with their trophies of a men's World Cup super-G, in Kitzbuehel, Friday, Jan. 23, 2026. ...
In Abfahrt und Super-G gesetzt: Franjo von Allmen und Marco Odermatt (r.).Bild: keystone

Auch im Super-G dominiert Odermatt (425 Punkte in sechs Rennen) die Konkurrenz. Von Allmen (229) ist ebenfalls sehr stark. Anders als in der Abfahrt führt in der zweiten Speed-Disziplin kein Weg an Stefan Rogentin (200) vorbei. Monney wird voraussichtlich ebenfalls in Abfahrt und Super-G zum Einsatz kommen. In Loïc Meillard (45) hat lediglich ein weiterer Schweizer die Olympia-Norm erfüllt, doch wird er eher in den technischen Disziplinen zum Zug kommen.

Riesenslalom

  • Marco Odermatt
  • Loïc Meillard
  • Luca Aerni
  • Thomas Tumler
epa12640508 Loic Meillard of Switzerland reacts in the finish area during the second run of the men's Giant Slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in Adelboden, Switzerland, 10 Janua ...
Loïc Meillard ist in den technischen Disziplinen eine grosse Schweizer Medaillenhoffung.Bild: keystone

Hier fällt die Entscheidung besonders leicht, da nur vier Schweizer die Selektionskriterien erfüllt haben. Marco Odermatt führt natürlich (400 Punkte aus sechs Rennen) auch im Riesenslalom die Disziplinenwertung an und gilt auch in Bormio als Favorit auf Gold. Der 28-jährige Nidwaldner geht als Titelverteidiger an den Start. Loïc Meillard (226) gehört ebenfalls zu den Medaillenkandidaten, bei Luca Aerni (159) und Thomas Tumler (109) wäre ein Podestplatz eine Überraschung. In Lenz Hächler – als 19. in Beaver Creek – holte nur ein weiterer Schweizer in dieser Saison Weltcuppunkte im Riesenslalom.

Slalom

  • Loïc Meillard
  • Tanguy Nef
  • Daniel Yule
  • Matthias Iten
epa12679493 Daniel Yule of Switzerland in action in the first run of the Men's Slalom race at the FIS Alpine Skiing World Cup in Kitzbuehel, Austria, 25 January 2026. EPA/ANNA SZILAGYI
Daniel Yule schaffte die Olympia-Norm bei letzter Gelegenheit.Bild: EPA

Dreimal fuhr Loïc Meillard (312 Punkte aus acht Rennen) in dieser Saison bereits auf ein Slalom-Podest, in Kitzbühel verpasste er den Sieg am heutigen Sonntag nur wegen eines brillanten Manuel Fellers. Meillard führt das Schweizer Slalom-Team auch an Olympia an. Tanguy Nef (185) konnte ebenfalls überzeugen, während Daniel Yule (88) die Olympia-Norm kurz vor knapp mit einem zwölften Platz am Ganslernhang erreichte. Matthias Iten (70) schaffte dies in der Vorwoche dank dem sechsten Rang in Wengen.

Nicht für die Winterspiele qualifizieren konnten sich Ramon Zenhäusern (22), der in Wengen und Kitzbühel schwache Leistungen zeigte, und Marc Rochat (7). Auch im Slalom ist also klar, wer die Schweiz vertreten wird.

Team-Kombination

Meillard, Nef, Yule und Iten dürften damit auch in der Team-Kombination an den Start gehen. Bei dem Event sind bis zu vier Zweierteams pro Nation erlaubt. An der WM im letzten Jahr feierte die Schweiz in der Kombination aus Abfahrt und Slalom einen Dreifachsieg, Odermatt verzichtete damals. Auch dieses Mal hat Swiss-Ski in Odermatt, von Allmen, Monney, Hintermann und Rogentin eine grosse Auswahl bei den Speedfahrern.

epaselect epa11890717 (L-R) Silver medalists Alexis Monney and Tanguy Nef of Switzerland, Gold medalists Loic Meillard and Franjo von Allmen of Switzerland, Bronze medalists Marc Rochat and Stefan Rog ...
Bei der WM in Saalbach räumten die Schweizer alle Medaillen ab.Bild: keystone

So sieht es bei den Frauen aus

Von den Schweizer Skifahrerinnen haben nur sieben in mindestens einer Disziplin die Selektionskriterien von Swiss-Ski erfüllt. Diese Fahrerinnen sind für die olympischen Rennen in Cortina wohl gesetzt:

  • Malorie Blanc (Abfahrt und Super-G)
  • Janine Schmitt (Abfahrt)
  • Camille Rast (Riesenslalom und Slalom)
  • Vanessa Kasper (Riesenslalom)
  • Sue Piller (Riesenslalom)
  • Wendy Holdener (Slalom)
  • Eliane Christen (Slalom)
KEYPIX - Malorie Blanc of Switzerland reacts in the finish area during the women's Super-G race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup, in St. Moritz, Switzerland, Sunday, December 14, 2025. (KEY ...
Malorie Blanc erfüllte die Olympia-Norm als einzige Schweizerin in zwei Disziplinen.Bild: keystone

Vier weitere Fahrerinnen haben im Kader also Platz. Damit stellt sich die Frage, wen der Verband trotz nicht erfüllter Norm noch mitnimmt. Während Holdener im Riesenslalom wohl ebenfalls starten wird, weil sie das Gesamtkontingent nicht zusätzlich belastet, wird es zu mindestens einem Härtefall kommen.

Fünf Schweizerinnen haben nämlich ein Top-15-Resultat herausgefahren und die Selektionskriterien von Swiss-Ski damit immerhin zur Hälfte erfüllt:

  • Jasmine Flury (Abfahrt)
  • Corinne Suter (Abfahrt)
  • Jasmina Suter (Super-G)
  • Joana Hählen (Super-G)
  • Mélanie Meillard (Slalom)
epa09757667 Gold medalist Corinne Suter of Switzerland celebrates during the victory ceremony of the women's downhill race at the Beijing 2022 Olympic Games at the Yanqing National Alpine Ski Cen ...
In Peking wurde Corinne Suter Abfahrts-Olympiasiegerin – ist sie auch in Cortina dabei?Bild: keystone

Eine von ihnen muss aber zuhause bleiben. Wer dies sein wird, wird sich am Montag zeigen. Corinne Suter als Titelverteidigerin und als Weltmeisterin von 2021 in der Abfahrt auf der Olympia-Strecke in Cortina sowie Jasmine Flury als Abfahrts-Weltmeisterin 2023 haben zumindest gute Argumente.

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