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05.04.2014; Zuerich; Eishockey NLA Playoff ZSC Lions -  HC Genf-Servette; TRainer Chris McSorley (Genf) (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Der letzte Schachzug von Chris McSorley? Oder doch nur reine Verzweiflung? Bild: Daniela Frutiger

Absurde Vorwürfe

McSorley macht sich vor dem sechsten Duell lächerlich

Servettes Trainer Chris McSorley ahnt, dass sein Team heute gegen die ZSC Lions ausscheiden könnten. Daher greift er einmal mehr in seine Trickkiste, wo er jedes Mal das gleiche Rezept hervorzaubert.



Das Szenario wiederholt sich immer und immer wieder. Wie eine fünfte Jahreszeit. Chris McSorley dreht im roten Bereich. Wenn seine Mannschaft an die Belastungsgrenze kommt, wenn er ahnt, dass es nicht mehr reicht, falls alles seinen geordneten Gang nimmt, dann beginnt die grosse Show des charismatischen Kanadiers. So auch jetzt, kurz vor dem sechsten und womöglich entscheidenden Spiel in den Playoff-Halbfinals gegen die ZSC Lions

Sein Landsmann Alexandre Picard ist für ein hässliches Foul von Oliver Krüger, dem Stellvertreter des Einzelrichters, zu Recht für zwei Spiele gesperrt worden. Picard hat ZSC-Stürmer Dan Fritsche mit einem Check gegen den Kopf verletzt (Nasenbeinbruch). Würde Servette mit geblähten Segeln des Selbstvertrauens auf Finalkurs dahinrauschen, dann würde Chris McSorley demütig den Kopf senken, die zwei Spielsperren als mildes, weises Urteil akzeptieren und froh sein, dass es nicht drei oder vier geworden sind. 

05.04.2014; Zuerich; Eishockey NLA Playoff ZSC Lions -  HC Genf-Servette; Trainer Chris McSorley und Christopher Rivera (Genf) enttauescht (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Chris McSorley: Alle Jahre das gleiche Theater. Bild: Daniela Frutiger

Übler Vorwurf an den ZSC-Arzt

Aber Servette muss gegen die ZSC Lions Mann und Maus mobilisieren. Chris McSorley ahnt, dass es möglicherweise nicht reicht. Also macht er Rekurs gegen das Urteil. Das ist sein gutes Recht. Aber er begleitet es wieder einmal mit seinen in heiklen Situationen typischen Respektlosigkeiten. Auch das läuft immer nach dem gleichen Schema: Er sucht sich einen Chronisten oder eine Chronistin, die dankbare Herolde oder Heroldinnen seines Unsinnes werden.  

In diesem Falle verkündet er, der medizinische Rapport des ZSC-Arztes (Gery Büsser) sei «ein Märchen». Das ist nicht nur eine Unhöflichkeit sondergleichen gegenüber einem erfahrenen Arzt. Sondern auch noch Unsinn: Nicht die Verletzung ist für die zwei Spielsperren ausschlaggebend, sondern das Foul. Die Hockeyjustiz beurteilt primär das Vergehen, nicht die Folgen. Auf dem Video ist das Foul (Check gegen den Kopf) gut zu erkennen. Eine Reduktion der Sperre durch die Rekursinstanz wäre ein Wunder. 

Lions' Dan Fritsche, of U.S.A., leaves injured the rink, during the fourth leg of the Playoffs semifinals game of National League A (NLA) Swiss Championship between Geneve-Servette HC and ZSC Lions, at the ice stadium Les Vernets, in Geneva, Switzerland, Thursday, April 3, 2014. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Der medizinische Bericht über Dan Fritsches Verletzung (Nasenbeinbruch) sei ein Märchen, behauptet McSorley. Bild: KEYSTONE

«Psychologischer Krieger» oder «Clown»?

Es ist, wie es ist: Wenn Servette das Finale doch noch erreichen sollte, dann verneigen wir uns vor dem «psychologischen Krieger» Chris McSorley. Wenn er scheitert, dann schmähen wir den Kanadier als «Clown» und «Rumpelstilzchen». Bisher konnten wir ihn in solchen Situationen immer schmähen. 

watson tickert heute Abend das Spiel Kloten – Fribourg ab 19.45 Uhr live. Über die Ereignisse der Partie Servette – ZSC Lions halten wir Sie ebenfalls umgehend auf dem Laufenden.

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