Schweizer Hockey-Nati erhält neue Torhymne – aber nicht wegen wütenden «Richi»-Eltern
Die Tore der Schweizer Eishockey-Nati bei Weltmeisterschaften und Länderspielen werden seit knapp zwei Jahren mit dem Song «Richi» der Stubete Gäng gefeiert. Nun ändert der Schweizer Eishockey-Verband SIHF die Torhymne aber. Dies habe jedoch nichts mit dem Ärger der Familie Schönbächler zu tun, wie der Verband mitteilt. So sei unabhängig von dem Facebook-Post seit längerer Zeit an der Einführung eines neuen Torsongs gearbeitet.
Die Familie Schönbächle wanderte 2010 nach Kanada aus und wurde dabei vom SRF begleitet. Mehrere Ausschnitte aus der Sendung «Auf und davon» gingen als Memes viral. Besonders im Gedächtnis blieb die Episode, als der kleine Richi vom Bagger fiel und Vater Hermann sagte: «Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!»
Diese Aussage wurde auch im Lied der Stubete Gäng verwendet. Sehr zum Ärger der Familie Schönbächler, die diesem vor einigen Tagen auf Facebook Luft machte. So seien verschiedene Fanartikel wie Socken oder Aufkleber, aber auch Bücher, Spiele und Musik ohne das Wissen und Einverständnis der Familie produziert worden. «Wir haben auch nie einen monetären Anteil erhalten», teilt die in Westkanada wohnende Familie mit. Besonders am Song «Richi» nimmt sie Anstoss:
Das Lied wurde 2022 veröffentlicht und seither millionenfach gehört. Auf Spotify ist es mit knapp 7,5 Millionen Streams eines der erfolgreichsten Lieder der Band, die auch für Songs wie «Petra Sturzenegger» oder «Göschene Airolo» bekannt ist. Durch die Schweizer Eishockey-Nati wurde «Richi» nun aber auch international bekannt. Bei der U20-WM feierten die Schweden ihren Titel gar mit dem Lied in der Kabine.
Bei Veröffentlichung des Lieds sei Richi Schönbächler erst 14 Jahre alt gewesen, weshalb seine Familie nun darum bittet, das Musikvideo bei Youtube, das fast drei Millionen Aufrufe hat, zu melden. «Dieser Song, produziert mit kommerzieller Absicht und ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis, verletzt die WÜRDE unseres Sohnes und damit auch von den anderen Mitgliedern der Familie», heisst es in dem Post. Darüber seien die Eltern von Richi «entsetzt und enttäuscht. Wir distanzieren uns klar von allen diesen Machenschaften und möchten alle bitten, diese Angelegenheit nicht noch mehr aufzubauschen, sondern es nach all diesen Jahren endlich ruhen zu lassen und unseren Kindern RESPEKT und DISTANZ zu geben.»
Dieser Wunsch geht nun zumindest in Bezug auf das Schweizer Eishockey-Nationalteam in Erfüllung. Auch der neue Song werde von der Stubete Gäng kommen und pünktlich zur Heim-WM bekannt gegeben. Die Band hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäussert. (nih)
