Sport
Eishockey

Schweizer Eishockey-Nati erhält neue Torhymne – das ist der Grund

Hermann Schönbächler Richi
Hermann Schönbächler wurde durch die SRF-Sendung «Auf und Davon» zur Kultfigur.Bild: SRF

Schweizer Hockey-Nati erhält neue Torhymne – aber nicht wegen wütenden «Richi»-Eltern

23.03.2026, 13:1123.03.2026, 13:55

Die Tore der Schweizer Eishockey-Nati bei Weltmeisterschaften und Länderspielen werden seit knapp zwei Jahren mit dem Song «Richi» der Stubete Gäng gefeiert. Nun ändert der Schweizer Eishockey-Verband SIHF die Torhymne aber. Dies habe jedoch nichts mit dem Ärger der Familie Schönbächler zu tun, wie der Verband mitteilt. So sei unabhängig von dem Facebook-Post seit längerer Zeit an der Einführung eines neuen Torsongs gearbeitet.

Die Familie Schönbächle wanderte 2010 nach Kanada aus und wurde dabei vom SRF begleitet. Mehrere Ausschnitte aus der Sendung «Auf und davon» gingen als Memes viral. Besonders im Gedächtnis blieb die Episode, als der kleine Richi vom Bagger fiel und Vater Hermann sagte: «Richi, i ha gseit, du söusch di guet häbe!»

Berichtigung
In diesem Artikel stand zuerst, dass der Schweizer Eishockey-Verband seine Torhymne aufgrund des Posts der Familie Schönbächler ändere. Dies sei aber nicht der Fall, wie SIHF gegenüber watson erklärt.

Diese Aussage wurde auch im Lied der Stubete Gäng verwendet. Sehr zum Ärger der Familie Schönbächler, die diesem vor einigen Tagen auf Facebook Luft machte. So seien verschiedene Fanartikel wie Socken oder Aufkleber, aber auch Bücher, Spiele und Musik ohne das Wissen und Einverständnis der Familie produziert worden. «Wir haben auch nie einen monetären Anteil erhalten», teilt die in Westkanada wohnende Familie mit. Besonders am Song «Richi» nimmt sie Anstoss:

«Der absolute Höhepunkt der Respektlosigkeit ist der ‹Richi Song› der Stubete Gang, in dem die Musiker so weit gegangen sind, dass sie ohne Erlaubnis von uns oder dem SRF Hermanns Stimme und Zitate brauchen und INSBESONDERE mit ihrem Text die Privat- und Intimsphäre unseres minderjährigen Sohnes verletzen. Der Song wurde auch ohne unser Wissen als ‘Torsong’ für Hockeystadien ausgewählt und wird damit nun immer mehr populär.»

Das Lied wurde 2022 veröffentlicht und seither millionenfach gehört. Auf Spotify ist es mit knapp 7,5 Millionen Streams eines der erfolgreichsten Lieder der Band, die auch für Songs wie «Petra Sturzenegger» oder «Göschene Airolo» bekannt ist. Durch die Schweizer Eishockey-Nati wurde «Richi» nun aber auch international bekannt. Bei der U20-WM feierten die Schweden ihren Titel gar mit dem Lied in der Kabine.

Unter anderem mit diesem Song feiert die Stubete Gäng grosse Erfolge.Video: YouTube/Stubete Gäng

Bei Veröffentlichung des Lieds sei Richi Schönbächler erst 14 Jahre alt gewesen, weshalb seine Familie nun darum bittet, das Musikvideo bei Youtube, das fast drei Millionen Aufrufe hat, zu melden. «Dieser Song, produziert mit kommerzieller Absicht und ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis, verletzt die WÜRDE unseres Sohnes und damit auch von den anderen Mitgliedern der Familie», heisst es in dem Post. Darüber seien die Eltern von Richi «entsetzt und enttäuscht. Wir distanzieren uns klar von allen diesen Machenschaften und möchten alle bitten, diese Angelegenheit nicht noch mehr aufzubauschen, sondern es nach all diesen Jahren endlich ruhen zu lassen und unseren Kindern RESPEKT und DISTANZ zu geben.»

Der ganze Post von der Familie Schönbächler.
Der ganze Post von der Familie Schönbächler.Bild: facebook

Dieser Wunsch geht nun zumindest in Bezug auf das Schweizer Eishockey-Nationalteam in Erfüllung. Auch der neue Song werde von der Stubete Gäng kommen und pünktlich zur Heim-WM bekannt gegeben. Die Band hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäussert. (nih)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Nationen wurden schon Eishockey-Weltmeister
1 / 11
Diese Nationen wurden schon Eishockey-Weltmeister

Kanada: 28 × Gold, 15 × Silber, 9 × Bronze; zuletzt Weltmeister: 2023.

quelle: keystone / pavel golovkin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Antisemitischer Brandanschlag in London
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
47 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Wurm-Hoschi
23.03.2026 13:22registriert Juli 2021
Das wäre alles nicht passiert, wenn sich der Richi ghäbt hätte, so wie es sein Vater von ihm verlangt hat!
1644
Melden
Zum Kommentar
avatar
Blitzmagnet
23.03.2026 13:19registriert Juni 2015
Moment mal, 2010 war er 5 jährig, dann müsste er jetzt mind. 20 sein? Oder verrechne ich mich irgendwo.
Abgesehen davon ist es schon witzig, dass sie es erst jetzt merken und natürlich gehts am Schluss nur ums Geld.

Ich stelle mich hinter die Aussage: Wer sich im TV zeigt wird hoffentlich dafür entlöhnt - wer dann auch noch zustimmt, dass so relativ peinliche Szenen gezeigt werden, die die Kompetenz des Vaters hinterfragen lässt - selber schuld, kein Mitleid.
Natürlich sollte, wenn die Stimme davon verwendet wird, ein Abkommen die Tantiemen regeln.
7818
Melden
Zum Kommentar
avatar
Chnebeler
23.03.2026 13:30registriert Dezember 2016
Ja genau, jetzt da es ein bekannter Song ist und auch bei der Heim WM hoffentlich wieder oft zu hören sein wird ist es plötzlich ein Problem (dass man kein Geld verdient), aber damals sich im TV zu vermarken als der Junge noch nicht mal zur Schule ging war natürlich kein Problem.
447
Melden
Zum Kommentar
47
Der FCZ überrascht gegen den Leader: Thun verliert erstmals in diesem Jahr + GC desolat
Thun kassiert in der Super League die erste Niederlage seit Mitte Dezember. Der Leader verliert in der 31. Runde beim FC Zürich 1:2. Die Grasshoppers gehen mit dem neuen Trainer bei Servette mit 0:5 unter.
Auch der FC Thun kann verlieren: Nach zwölf Siegen und einem Remis seit Mitte Dezember unterliegt der souveräne Leader beim FC Zürich mit 1:2.
Zur Story