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Zugs Spieler mit Raphael Diaz, rechts, sind enttaeuscht nach dem fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 20. April 2019, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die Enttäuschung ist riesig, die Zuger sind geschlagen. Bild: KEYSTONE

Zug – ein fairer, selbstbewusster Verlierer

Die Zuger haben das Scheitern im Finale mit Fassung hingenommen. Weil sie ahnen, dass ihnen die Zukunft gehört.



Präsident Hans-Peter Strebel umarmt unten im «Bärengraben», dort wo die beiden Teams jeweils vom Eis kommen, Marc Lüthi. Er gratuliert dem SCB-General und die beiden unterhalten sich noch ein paar Minuten lang. Diese Geste ist typisch fürs Eishockey. Wenn das Spiel vorbei ist, wird es Zeit für die Versöhnung. Der gegenseitige Respekt geht nie verloren.

Hans-Peter Strebel sagt: «Der SCB hat diesen Titel verdient.» Er sagt es nicht einfach, weil man das so sagt. Er meint es so. Der Milliardär weiss zu gut, wie viel Arbeit und Erfahrung hinter den Erfolgen der Berner steht. Und er ist überzeugt davon, dass auch Zug Meister werden kann. «Wir sind auf dem richtigen Weg und wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen, dann schaffen wir es.»

Die Enttäuschung sei natürlich gross. Er habe mitgefiebert. «Aber die Berner waren besser.» Auch keine kritischen Worte gegen die Schiedsrichter. Szenen, wie dieses vieldiskutierte, aberkannte Tor zum 1:1 im vierten Spiel, seien auch ein Teil des Sportes. «Das gilt es zu akzeptieren.»

«Ungefähr 15 Meter hoch …»

Trainer Dan Tangnes spricht von einer grossen Leere nach einer so intensiven Zeit. «Aber alle Rückschläge und Enttäuschungen sind Erfahrungen, die uns helfen werden.»

Er sucht gar keine Ausreden und spricht mit grossem Respekt über den neuen Meister. Über die Hartnäckigkeit der Berner, die er treffend in einem Satz zusammenfasst: «Sie haben nie nachgelassen.»

Zugs Cheftrainer Dan Tangnes ist enttaeuscht nach dem fuenften Eishockey Playoff-Finalspiel der National League zwischen dem SC Bern und dem EV Zug, am Samstag, 20. April 2019, in der Postfinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Enttäuscht verlässt Zug-Trainer Dan Tangnes in Bern das Eis. Bild: KEYSTONE

Sportchef Reto Kläy liegt immer noch im Zeitplan. In Langenthal ist er in seiner sechsten ganzen Saison Meister geworden. Er beginnt nun in Zug ebenfalls seine sechste Saison. Darauf angesprochen sagt er: «Daran habe ich noch gar nicht gedacht.» Auf die Frage, wie gross die Enttäuschung sei, schätzt er: «Ungefähr 15 Meter hoch …» Aber auch er bezeichnet den SCB als verdienten Meister.

Präsident Hans-Peter Strebel freut sich nun auf den nächsten Schlussgang, auf die nächste Ausmarchung um die höchste Ehre. Auf das Eidgenössische Schwingfest in Zug. «Ich war noch nie an einem Eidgenössischen. Diesmal werde ich dabei sein.»

Muss er ja eigentlich. Denn «sein» Stadion gehört zum Festgelände. Und dort kann es am Ende wieder zu einem Finale zwischen Bernbiet und Innerschweiz kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein «Böser» aus dem Bernbiet und einer aus dem Innerschweizerischen Verband den Schlussgang bestreiten werden, ist nicht gering.

Die Parallele ist bewusst gewählt: Auch im Schwingen haben die Innerschweizer erst ein einziges Mal den König gekrönt. 1986. Und im Eishockey haben sie auch erst einen Titel gefeiert. 1998 in Zug.

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stocki 21.04.2019 13:37
    Highlight Highlight In der Kürze liegt die Würze.
    Guter Artikel 👍
  • Staal 21.04.2019 12:56
    Highlight Highlight Zug ist wie Lausanne zu einem Retortenclub verkommen, der "umzverrecke“ Meister werden will. Basta
    • Jeff Scout 21.04.2019 14:49
      Highlight Highlight Zug will seit 21 Jahren wieder Meister werden. Das Problem war einfach, dass in dieser Zeit viele andere Teams auch "umszverrecke" Meister werden wollten und Zug in punkto Ausgaben immer sehr vorsichtig war. In Zug wird seit Jahren sehr gut, geduldig und vor allem nachhaltig gearbeitet. Irgendwann wird man die Früchte ernten können. Da kannst du noch lange mit deinem unqualifizierten Retorten-Mimimi herumheulen. Bei Lausanne sieht es mit den ausländischen Investoren vielleicht ein wenig anders aus. Ob dies am Lac Leman auf Dauer gut geht, wird sich zeigen. Konkurrenz belebt das Geschäft.
    • René Gruber 21.04.2019 23:26
      Highlight Highlight Lieber Staal dann kläre uns doch bitte mal auf was genau ein Retortenclub ist! Ich war bisher der Meinung, dass ein Retortenclub künstlich aus dem nichts aufgebaut wird.
      Da dies bei Zug nicht derFall ist, muss ich falsch liegen.... oder du bist ganz einfach ein Dummschwätzer der wie viele andere einfach mit Standartfloskeln um sich wirft ohne deren genaue Bedeutung zu kennen!
  • lucky_sim 21.04.2019 11:59
    Highlight Highlight Toll, den Meistertitel wieder feiern zu können. Jedoch möchte ich es nicht unterlassen die Fairness von Martschini zu erwähnen. Als sich die Spieler des EVZ nach der Medaillenübergabe bei ihren Fans bedankten und sich verabschiedet haben, gab es auch viele SCB-Anhänger, welche anerkennend geklatscht haben. Martschini nahm dies ebenfalls wahr und bedankte sich dafür beim berner Publikum. Das fand ich von beiden Seiten spitze. Vielleicht gab es auch noch weitere Spieler, aber bei Martschini ist es mir besonders aufgefallen. Allseits einen schönen Sommer.
    • AE#25 21.04.2019 18:15
      Highlight Highlight Das fand ich auch schön. Aber eigentlich gehört es sich doch so. Respekt gegenüber dem Gegner und Anerkennung seiner Leistung ist für mich selbstverständlich, egal ob am Schluss eines Finals oder auch nur bei der Wahl des Topscorers. Ah, und ja ich gehöre zu diesen vielzitierten arroganten SCB Fans und freute mich unbändig über den Titel, aber deswegen vergesse ich Anstand, Fairness und Niveau noch lange nicht.
  • Socceroo04 21.04.2019 09:50
    Highlight Highlight Lieber Klaus, alles schön und gut. Ein bisschen Polemik gehört ja bei Dir dazu. Aber hör bitte endlich auf die Unwahrheit zu verbreiten, HP Strebel wäre Milliardär, mit etwas seriöser Recherche kann man herausfinden dass das (immer noch stattliche) Vermögen bedeutend unter der Milliarde liegt. Nur weil man es mantramässig wiederholt wird es nicht plötzlich wahr. Gleiches gilt bzgl. Aussage als Mäzen. Ohne Stebel gäbe es einfach kein OYM und keine Academy, Punkt aus Schluss. Auf die Finanzen des EVZ hat das keinen Einfluss und die Nachwuchsarbeit beim EVZ war auch schon vor Strebel top.
    • MARC AUREL 21.04.2019 10:26
      Highlight Highlight Aber klar hat es Einfluss auf die Finanzen! So bleibt mehr Geld für die 1. Mannschaft übrig! Ohne Strebel wäre Genoni wie auch Hofi kaum nach Zug gegangen...
    • Goodwilli 21.04.2019 11:04
      Highlight Highlight Das Kader der nächsten Saison wird nur unwesentlich teurer sein als das aktuelle. Mit Stephan, Lammer und Suri verlassen drei Spielet den EVZ, die weit oben auf der Gehaltsliste zu finden sind.
    • Socceroo04 21.04.2019 11:16
      Highlight Highlight Das ist eben nicht wahr. Ohne Strebel gäbe es schlicht und einfach keine Academy und kein OYM, fertig. Die Junioren wurden immer und werden auch heute durch den EVZ und ohne Stebel finanziert. Genoni kommt nicht des Geldes wegen, sonst hätte er nämlich bei Lausanne unterschrieben. Er kostet zwar mehr als Stephan, die Differenz ist aber unter 100 k. Das vermag der EVZ wohl auch ohne Strebel. Mag sein, dass Bachofner wegen dem OYM nach Zug kommt, da könnte man den Bezug zu Strebel (OYM) herstellen. Bei Genoni und Hofmann geht das nur mit unglaublich viel Fantasie oder Informationsresistenz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lümmel 21.04.2019 09:48
    Highlight Highlight Ich hoffe der EVZ kann diesen erfolgreichen Weg weitergehen. Die gute Jugendförderung zusammen mit dem passenden Trainer, und das ist Tangnes in meinen Augen, wird sich früher oder später auszahlen.
    Auch das mit dem OYM ein Leistunszentrum ensteht dass die trainingsmöglichkeiten auf ein neues Niveau hebt wird ein weiteres Puzzleteil im Zuger Erfolgskonstrukt sein. Ein Puzzleteil das nicht zuletzt auch bei zukünftigen oder bereits getätigten Transfers eine Rolle spielen kann bzw. gespielt hat.
    • feuseltier 21.04.2019 11:23
      Highlight Highlight Spielt es bereits. . Stimmt es, dass sie auch dank dem OYM sogar anfragen bekommen von ahl Spieler oder aus dem Norden? Nur um dort zu trainieren etc ?

      Schöne Ferien und jetzt heissts denn Hopp Schwiiz hopp schwiiz
  • De Flip 21.04.2019 09:36
    Highlight Highlight Bern sitz auf dem Thron, aber manche Teams rütteln daran. Die nächsten Jahre versorechen Interessant zu werden.
    • redeye70 21.04.2019 11:36
      Highlight Highlight Der SCB wird immer der Gejagte sein, lebt aber ganz gut in dieser Rolle. Wurde eindrücklich demonstriert. Das Gefühl sagt mir, dass die Ära der grossen Vier sich dem Ende neigt. Eishockey in der Schweiz verspricht in Zukunft sehr viel spannender zu werden.
    • lucky_sim 21.04.2019 12:06
      Highlight Highlight Erfolgreich werden ist eine Sache, es zu bleiben wiederum eine Andere. Es wird aber auf jeden Fall viel enger und der diesjährige, enge Strichkampf war kein Zufall.
    • Bobby Sixkiller 21.04.2019 12:21
      Highlight Highlight Ich hoffe so sehr, dass du recht hast! Wäre mal langsam Zeit!
  • eupho 21.04.2019 09:29
    Highlight Highlight Dem EV Zug gehört die Zukunft nicht. Wer sich so desaströs bei der Vertragsverhandlung verhält wie der EVZ mit ihrer Integrationsfigur und dem Vorkämpfer Nummer 1 im Team, mit Reto Suri, hat es in Zukunft nicht mehr verdient den Titel zu gewinnen und wird dies auch nicht mehr erreichen.
    • Freilos 21.04.2019 10:31
      Highlight Highlight Nochmal für mich: Zug wird nie mehr Meister werden weil man sich in Vertragsgesprächen mit Suri desaströs verhalten hat?
      Was ist denn da schreckliches Vorgefallen und was hat das mit dem Ausgang einer Meisterschaft zu tun?
    • COLD AS ICE 21.04.2019 10:32
      Highlight Highlight @eupho: suri hatte seit laaaaaaanger zeit wieder einmal eine starke saison. er war ein top teamplayer und vorkämpfer.....aber vorher war er einfach ein paar jahre ein total überbezahlter hockeyspieler der nichts zu stande brachte. ihr müsst langfristiger denken. mit hofmann kommt einer der nochmals 10% mehr power und leidenschaft mitbringt. er ist auch physisch stärker. zudem kann ich niemand ernst nehmen der nach lugano geht. was mit spielern wie ihm da passiert hat man schon oft gesehen.
    • Cenosillicaphobie 21.04.2019 12:17
      Highlight Highlight Du weisst also genau was vorgefallen ist?
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Neue Saumode oder gar kein Problem? Lausanne lässt Zug bei der Ehrung einfach stehen

Der grösste Aufreger der ersten Halbfinalpartie zwischen Zug und Lausanne ereignete sich nach der Schlusssirene. Auf einen Handshake wurde natürlich verzichtet, es ist ja schliesslich Playoffs. Wie es üblich ist, wurden nach dem Spiel aber noch die besten Spieler ausgezeichnet. Doch alsbald der Lausanner seine Auszeichnung erhielt, machten sich die enttäuschten Gäste vom Acker und warteten die Ehrung des Zugers nicht mehr ab.

Dass die Waadtländer gefrustet waren, ist verständlich. Zug …

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