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Switzerland's Nino Niederreiter, right, celebrates his goal with teammate Julien Vauclair, left, after scored the 2:0, during the IIHF Ice Hockey World Championships preliminary round game Switzerland vs Czech Republic at the Globe Arena in Stockholm, Sweden, on Monday, 6 May 2013. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Julien Vauclair (links) bejubelt einen Treffer von Nino Niederreiter an der WM 2013. Bild: KEYSTONE

Julien Vauclair: «Als ich 2013 von einer Medaille sprach, wurde ich belächelt»

Vor drei Monaten ging Julien Vauclair (40) davon aus, dass er an der Eishockey-WM in der Schweiz für Lugano Spieler scouten würde. Für den Schweizer WM-Helden von 2013 kam aber alles anders.



Vor drei Monaten ging Julien Vauclair (40) auch noch davon aus, dass er seine Karriere in Lugano stilvoll beenden kann. Aber wie ein halbes Dutzend Kollegen musste Julien Vauclair durch die Hintertür abtreten.

Er, der als Junior aus dem Jura zum HC Lugano wechselte, dort mit Ausnahme eines dreijährigen Abstechers nach Nordamerika (1 NHL-Spiel, 216 AHL-Spiele) seine ganze Karriere verbrachte und bei zwei Meistertiteln und 20 Trainerwechseln mit dabei war. Für den HC Lugano arbeitet Julien Vauclair auch künftig - in der Rolle des Chef-Scouts.

Luganos Julien Vauclair, links, und Gotterons Tristan Vauclair, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League A zwischen den HC Fribourg Gotteron und dem HC Lugano, am Freitag, 21. Februar 2020, in der BCF Arena in Fribourg. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Vauclair bei einem seiner letzten Spiele Ende Februar in Fribourg. Bild: KEYSTONE

Seine grössten Karriere-Momente erlebte Vauclair indes mit der Nationalmannschaft. Er debütierte unter Ralph Krueger, «als es in der Nati noch fast wie im Militär war mit dem Frühstück um 7.30 Uhr», so Vauclair. Insgesamt nahm er an elf Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen teil.

Highlight an der WM 2013

Als die Schweiz vor sieben Jahren - am 19. Mai 2013 - unter Sean Simpson an der WM in Schweden den Final bestritt (und gegen Schweden 1:5 verlor), galt Julien Vauclair als die Schweizer Gallionsfigur. Er stellte mit Mathias Seger zusammen die erste Verteidigung. Vauclair wurde sogar ins All-Star-Team des Turniers gewählt.

Kritische Blicke von Nationalcoach Ralp Krueger, rechts, Julien Vauclair, Mitte, und Mathias Seger, links, im Training in Joenkoeping am Donnerstag, 25. April 2002. Das Schweizer Team spielt am Freitag im ersten Spiel an den Weltmeisterschaften in Schweden gegen Weltmeister Tschechien. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Ein eingespieltes Duo: Schon 2002 spielten Seger (links) und Vauclair (mitte) zusammen in der Nati. Bild: KEYSTONE

Heute, auf den Tag genau sieben Jahre nach dem Final, denkt Vauclair nur noch mit positiven Gedanken an Schweden zurück: «Die Erinnerungen sind noch immer frisch. Das Bild, das für immer im Kopf bleibt, ist das siegsichernde Goal von Reto Suri ins leere Tor im Halbfinal gegen die USA. Denn mit diesem Treffer holten wir die Medaille. Da gewannen wir etwas. Im Final - nach dem 1:5 - hatte man nicht mehr das Gefühl, etwas gewonnen zu haben.»

Schon vor der WM an eine Medaille geglaubt

Für Vauclair stellte damals der Gewinn von Silber keine Sensation dar. Ganz im Gegenteil: Schon fünf Wochen vorher, ausgerechnet nach einem 1:3 in einem Testspiel gegen Frankreich in Pruntrut, nahm Vauclair erstmals das Wort Medaille in den Mund. «Damals wurde ich belächelt und nicht ernst genommen. Aber für die Mannschaft war die Medaille immer das Ziel. Ich persönlich gewann schon mit der U18 und der U20 Medaillen. Ich wusste, was möglich war.»

Dass in Schweden der Final gegen Schweden letztlich 1:5 verloren ging, lag zu einem Teil auch an Vauclair. In der 47. Minute, beim Stand von 1:2, führte ein dummer Puckverlust von Vauclair zum dritten Gegentor, welches den Schweizern die letzte Hoffnung raubte. «Es ist unmöglich, diesen Fehler zu vergessen», so Vauclair, «weil man mich auch immer wieder daran erinnert.»

In Zukunft will Vauclair seinem HC Lugano helfen, zu alter Stärke zurückzufinden. Seinen neuen Job als Chef-Scout kann er auf einem weissen Blatt Papier beginnen, denn die Stelle gab es beim HCL zuvor noch nicht. Aber obwohl die WM in der Schweiz ins Wasser gefallen ist, sagt Vauclair: «Im Moment geht mir die Arbeit nicht aus. Meine Tage sind gut gefüllt.» (dab/sda)

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