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National-League-Transfers: Bader zu Biel, Eggenberger zu Ambri? Das ist dran

Bei Thierry Bader und Nando Eggenberger kommt es womöglich zu einem Tapetenwechsel.
Bei Thierry Bader und Nando Eggenberger kommt es womöglich zu einem Tapetenwechsel.Bild: imago images
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Ambri und Biel: Leise Hoffnungen auf Nando Eggenberger und Thierry Bader

Noch nie seit Einführung der Playoffs war es Anfang Dezember an der «Transferfront» so ruhig. Die höhere Anzahl Ausländer blockiert die einheimischen Transfers. Die Sportchefs in Ambrì und Biel hoffen leise auf ein wenig Bewegung in den nächsten zwei Wochen durch Thierry Bader und Nando Eggenberger.
03.12.2022, 07:5204.12.2022, 16:07
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Früher, mit vier statt sechs Ausländern, war alles noch ein wenig anders. Grosse Transfers gingen schon über die Bühne, bevor im Herbst die letzten Blätter von den Bäumen fielen. Transfergerüchte sorgten während den Nationalmannschaftspausen im November und Dezember für viel Kurzweil und Aufregung. Neuer Klub, neues Glück. Kein Problem. Das Gras bei der Konkurrenz ist grüner.

Nun ist es so ruhig wie seit Menschengedenken nicht mehr. Die Sportchefs haben sich in den vergangenen Wochen auf die Verlängerung mit wichtigen Spielern konzentriert (u. a. Denis Hollenstein, Simon Moser, André Heim, Sven Senteler, Lino Martschini, Nathan Marchon, Tyler Moy, Sandro Forrer). Nur der vorzeitig verkündete Wechsel von Julian Schmutz (von Davos nach Langnau) sorgt ein wenig für Abwechslung.

Der zentrale Grund für die relative Ruhe ist die neue Ausländerregelung: Seit dieser Saison besetzen die ausländischen Spieler sechs statt vier Schlüsselpositionen. Für Schweizer wird es schwieriger, eine wichtige Rolle und Powerplay-Zeit zu bekommen. Keiner setzt mehr eine gute Position in seinem Team durch einen Wechsel bloss des Geldes wegen leichtfertig aufs Spiel. Man schätzt, was man hat. Die sportlichen Entwicklungsmöglichkeiten werden gerade von jüngeren Spielern sorgfältiger geprüft.

Diese Ausgangsposition ist für die Sportchefs anspruchsvoll: Geldtransfers sind bei jüngeren Spielern kaum mehr möglich. Gefragt ist Überzeugungsarbeit: das Aufzeigen von guten, besseren sportlichen Perspektiven. Interessant wird beispielsweise sein, ob Nando Eggenberger (23) bei den Lakers und Thierry Bader in Bern (25) verlängern. Oder ob sie und ihre Berater die Angebote aus Ambrì und Biel ernsthaft prüfen.

Biels Sportchefs Martin Steinegger bestätigt das rege Interesse an Berns Lauf- und Tempostürmer Thierry Bader.« Ja, er ist ein Spieler, der uns interessiert …» Bereits zeichnet sich ab, dass sich der Sohn des österreichischen Nationaltrainers Roger Bader voraussichtlich zwischen einer Verlängerung in Bern oder einem Wechsel nach Biel entscheiden wird. Er hat nach dem Transfer von Davos nach Bern unter Trainer Johan Lundskog eine erstaunliche Entwicklung gemacht: 5 Punkte aus 45 Partien in der Saison 2020/21. Letzte Saison (2021/22) bereits 17 Punkte in 51 Spielen plus ein Aufgebot von Patrick Fischer. Nun ist er auf Rekordkurs: bereits 10 Punkte bei Halbzeit. Aber seit der Amtsübernahme von Toni Söderholm wird vermehrt Schablone gespielt. In sechs Partien unter dem neuen Trainer reichte es nur noch zu einem Assist und zuletzt schrumpfte die Eiszeit unter 10 Minuten pro Partie. Letzte Saison war es regelmässig mehr als eine Viertelstunde.

Zuerichs Patrick Geering, links, und Berns Thierry Bader, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions, am Samstag, 5. No ...
Bleibt SCB-Stürmer Thierry Bader in Bern?Bild: keystone

Thierry Bader ist einer der meistunterschätzten und vielseitigsten Schweizer Stürmer der Liga. Ein begabter Spielmacher für die Centerposition. Kommt dazu: Nur wenige Schweizer beherrschen den Direktschuss so gut wie er und das macht ihn zu einem teuflisch gefährlichen Powerplay-Spezialisten. Aber auch seine Powerplay-Zeit ist kürzer geworden.

In Biel hat Etienne Froidevaux (33) bereits den Rücktritt per Ende Saison angekündigt. Martin Steinegger hat einen schönen Budgetposten frei für einen Schweizer Stürmer. Den würde er gerne für Thierry Bader einsetzen. In Bern ist noch nicht ganz klar, wohin die Reise geht. In Biel sind die sportlichen Verhältnisse hingegen recht stabil und Thierry Bader passt perfekt zu Antti Törmänens Lauf- und Tempohockey. Klar ist: Sollte er nach Biel wechseln, dann wegen besseren sportlichen Perspektiven und nicht wegen des Geldes. Geht er, wäre es ein arger Rückschlag für SCB-Sportchef Andrew Ebbet. Bleibt er, ist es ein wichtiges Signal für endlich bessere sportliche Perspektiven beim SCB. Andrew Ebbett beruhigt: «Wir sind im Gespräch.»

Nando Eggenberger (23) wurde einst als der nächste Nino Niederreiter gepriesen. Dann kommt seine Karriere ins Stocken. Doch nach dem Wechsel von Davos zu den Lakers im Laufe der Saison 2019/20 rockt er wieder ordentlich und er ist inzwischen einer der meistunterschätzten Powerflügel der Liga (188 cm/92 kg). Letzte Saison buchte er in 47 Partien 12 Tore, bekam fast eine Viertelstunde Eiszeit pro Spiel (14:07 Min.) und durfte durchschnittlich mehr als zwei Minuten Powerplay spielen (2:12 Min.). Auch diese Saison ist der inzwischen mit Nationalmannschaftsaufgebot geadelte Bündner gut unterwegs: 6 Tore sind es bei Halbzeit. Aber die Eiszeit ist bei Vollbestand um rund drei Minuten reduziert worden und im Powerplay darf er durchschnittlich nur noch 47 Sekunden mitmachen. Sein Vertrag läuft aus. Zeit für eine Standortbestimmung.

SC Rapperswil-Jona Lakers Nando Eggenberger reagiert beim Eishockey Spiel der National League zwischen dem HC Davos und den SC Rapperswil-Jona Lakers, am Sonntag, 27. November 2022, im Eisstadion in D ...
Sucht sich Nando Eggenberger eine neue Herausforderung?Bild: keystone

Bei den Lakers trotz Stagnation verlängern oder die Gespräche beispielsweise mit Ambrìs Sportchef Paolo Duca intensivieren? Das ist jetzt die Frage. Ambrì dürfte auch nächste Saison eine Ausländerlizenz für einen Torhüter und zwei für Verteidiger einsetzen. Die ausländische Konkurrenz ist bei Ambrì in der Offensive voraussichtlich geringer als bei den Lakers. Und hat sich nicht André Heim nach dem Wechsel von Bern nach Ambrì vom Hinterbänkler zum Nationalstürmer entwickelt?

Bleiben oder gehen? Das ist in den nächsten zwei Wochen die Frage für Thierry Bader, Nando Eggenberger und ihre Berater. Unter anderem in Biel und Ambrì keimen leise (vorerst wirklich erst leise) Hoffnungen. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

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