DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Das SRF zeigt jetzt doch auch künftig noch Highlights der National-League-Spiele.
Das SRF zeigt jetzt doch auch künftig noch Highlights der National-League-Spiele.Bild: IMAGO / Andreas Haas
Eismeister Zaugg

Die Fronten weichen sich auf: Wenigstens Hockey-Highlights beim SRF

Die nächsten fünf Jahre gibt es keine Live-Bilder der nationalen Meisterschaft auf den Bildschirmen des staatstragenden Fernsehens SRF. Aber ganz schwarz bleiben die Bildschirme nun doch nicht: Die Sportgeneräle im Leutschenbach lockern ihre Trotzhaltung ein «Birebitzeli»: Die Highlights (alle Spiele, alle Tore) werden voraussichtlich gezeigt. Aber halt erst nach 23.00 Uhr.
11.05.2022, 09:4311.05.2022, 15:08

Die Haltung, starr und stur, schien betoniert: Weil das gebührenfinanzierte Fernsehen die Live-Rechte in allen drei Landesteilen für die nächsten fünf Jahre an frei empfangbare private Stationen – TV24 (plus Streaming beim Blick), Tele Ticino und Léman Bleu – verloren hat, sollte Hockey ganz aus dem Programm verschwinden. Also auch keine Highlights mehr.

Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab: Die Highlights sollen nun doch bleiben. Aber zu den von den Privaten diktierten Bedingungen: Erst ab 23.00 Uhr. Leutschenbach wollte unbedingt ab 22.45 Uhr auf Sendung. Somit kommt es nicht zur absurden Situation, dass eine der populärsten Sportarten des Landes auf dem staatstragenden Sender nicht mehr vorkommt. Allerdings bleibt das Angebot für das Zwangsgebühren zahlende TV-Publikum äusserst mager: bloss Highlights ab 23.00 Uhr. Keine Live-Spiele mehr. Ein «Lagerfeuer» an dem wir unsere Hockeyseele wärmen können, ist das nicht mehr. Höchstens noch eine im Wind flackernde Kerze.

Neubeurteilung in zwei Jahren

Interessant ist der trotzige Verzicht des «TV-Politbüros Leutschenbach» auf die Live-Rechte in der Westschweiz (RTS) und im Tessin (RSI), der zu argen internen Spannungen geführt hat. Es ging nach dem Motto: alles oder nichts. Wenn wir schon die Rechte in der Deutschschweiz nicht bekommen, dann wollen wir auch die Rechte für die anderen Landesteile nicht. Die SRG hätte die Live-Rechte für die Westschweiz und das Tessin haben können.

Dieser freiwillige Verzicht ist vorerst auf zwei Jahre abgemacht. Beide Parteien – die Liga und die privaten Stationen in der Westschweiz und im Tessin (Tele Ticino, Léman Bleu) können nach zwei Jahren die Situation neu beurteilen. Der Grund für die etwas offenere Situation im Tessin und im Welschland: Dort haben die Privaten zwar gute, aber nicht so hochprofessionelle Strukturen wie TV24.

Theoretisch ist es also möglich, dass die Live-Rechte in der Westschweiz und im Tessin nach zwei Jahren zum öffentlich-rechtlichen Sender zurückgehen. Aber eben: theoretisch. Hingegen sind die Rechte für die Deutschschweiz definitiv für fünf Jahre bei den frei empfangbaren Privaten (TV24, Blick) und beim Pay-TV (MySports). Während der Qualifikation gibt es neu jeden Sonntagabend Live-Spiel auf den frei empfangbaren Sendern (TV24, Tele Ticino, Léman Bleu) plus am Dienstag ein Live-Spiel auf Blick.ch.

Die SRG hat weiterhin die Live-Rechte am Spengler Cup und an der Eishockey-WM.

Vertrag zwischen Liga und Verband

Eine bockige hockeypolitische Kuh ist nun vom Eis: Die neu juristisch selbständige National League hat mit dem Verband (Swiss Ice Hockey) endlich einen Zusammenarbeitsvertrag über fünf Jahre abgeschlossen. Dafür muss der Verband Federn lassen: Neu geht ja das Geld für die TV- und Marketing-Rechte der Liga (rund 30 Millionen pro Jahr) an die Liga und nicht mehr den Verband. Der Verband bekommt aus diesen Rechten nun gut eine Million weniger, als er bisher für sich abzweigen konnte.

Der Betrag aus der TV- und Marketing-Kasse wird jedes Jahr neu verhandelt. Kurzweiliges Gezänk ist programmiert. Wenn ab sofort gut eine Million weniger pro Geschäftsjahr hereinkommt, wird im prunkvollen Verbandssitz in Glattbrugg («Versailles des Hockeys») wohl bald für die Angestellten ein Zustupf in die Büro-Kaffeekasse erforderlich.

Dieser Zusammenarbeitsvertrag ist notwendig, damit die Liga über den Verband juristisch am Stromkreis des internationalen Hockeys angeschlossen bleibt. Sonst wären internationale Transfers (also die Verpflichtung von Ausländern) nicht mehr möglich und die Spieler der National League könnten nicht mehr an einer WM teilnehmen.

Kompromiss bei Ligaqualifikation

Die Schiedsrichter laufen weiterhin über den Verband und werden von der Liga pro Einsatz bezahlt. Die National League übernimmt zudem die Organisation des Spielbetriebes der Swiss League und der höchsten Nachwuchsligen.

In der Ligaqualifikation sollen fünf Ausländer eingesetzt werden dürfen.
In der Ligaqualifikation sollen fünf Ausländer eingesetzt werden dürfen.Bild: keystone

Bei der Liga-Qualifikation zwischen dem Letzten der National League (der Verlierer des Playouts zwischen dem 13. und 14. der Qualifikation) und dem Meister der Swiss League zeichnet sich ein Kompromiss ab: Es soll mit fünf Ausländern gespielt werden. Damit der Swiss League Meister sein Kontingent auf fünf aufstocken kann (die Swiss League spielt mit zwei, die National League mit sechs Ausländern) soll ein Transferfenster geöffnet werden, das es dem Klub aus der Swiss League ermöglicht, Ausländer von den Klubs zu verpflichten, die nicht mehr in der Meisterschaft engagiert sind.

Damit ist unser Hockey nun administrativ und juristisch wieder ordentlich organisiert, strukturiert, gebürstet und gekämmt.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

1 / 148
NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden
quelle: keystone / fabrice coffrini
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Du bist ein echter Eishockey-Fan? So kriegst du das Stadion-Feeling zuhause hin.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

39 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
MW666
11.05.2022 11:53registriert Juli 2018
Die SRG hat seit Jahren das Eishockey stiefmütterlich behandelt und jetzt stört es sie, das sie kein Hockey zeigen können? Sorry, für jeden sch**** Fussballmatch kommen gefühlt 30 Minütige Zusammenfassungen und vom Eishockey knapp 5... und auch nur die Torschüsse sonst rein gar nichts. MySports ist Top und hat gute Moderatoren (nicht alle, aber die meisten). Das Studio ist sehr genial. Daher ist alles gut wie es ist.
227
Melden
Zum Kommentar
39
Der vierte Cupsieg! Lugano entzaubert St.Gallen und darf nach 29 Jahren wieder feiern
St. Gallen muss weiter auf den zweiten Cupsieg nach 1969 warten. Die Ostschweizer verlieren den Cupfinal in Bern gegen den entfesselt auftretenden FC Lugano 1:4.

Zan Celar und Olivier Custodio vor der Pause sowie Mattia Bottani und Maren Haile-Selassie in der zweiten Halbzeit erzielten die Tore für den FC Lugano, der in seinem neunten Final den vierten Cupsieg der Klubhistorie gewann.

Zur Story