ZSC Lions, Lausanne, Lugano – neue Titelhoffnungen
ZSC Lions NHL-General mit Stanley Cup garantiert den Titel – oder?
Der NHL-Rentner Claude Julien ist der neue Trainer der ZSC Lions. Ein NHL-General. Ein Stanley-Cup-Titan wie Bob Hartley und Marc Crawford. Aber der neue alte Mann an der ZSC-Bande ist weder Bob Hartley noch Marc Crawford.
Die Nordamerikaner sagen, die besten Pferde brauchen die besten Reiter. Das mag etwas weit hergeholt sein. Aber bei den ZSC Lions haben in der Neuzeit nur Trainer mit grossen Namen Titel geholt. Okay, aber was war mit Marco Bayer? Ja, er ist kein charismatischer Bandengeneral. Aber kein Schelm, wer behauptet, er habe im Frühjahr 2025 einfach die Mission von Marc Crawford nach dessen gesundheitlich bedingter Rückkehr in die Heimat zu einem ruhmreichen Ende geführt.
Also hat Sportchef Sven Leuenberger mit Claude Julien wieder einen NHL-General und Stanley Cup-Sieger geholt. Die Verlockungen der Geschichte sind einfach zu gross. Bob Hartley kam als Stanley-Cup-Sieger und wurde 2012 Meister. Marc Crawford kam als Stanley-Cup-Sieger und wurde 2014 und 2024 Meister.
Nun also Claude Julien, der nächste Mann mit einem Stanley Cup im Palmarès. Die einfache, logische mathematische Gleichung: NHL-General mit Stanley Cup + ZSC Lions = Meistertitel.
Aber Hockey ist keine Mathematik. Mehr Theater und ein Teil der Unterhaltungs-Industrie. Die Frage ist schon berechtigt: Geht die Rechnung zum dritten Mal auf?
Claude Julien hat – anders als Bob Hartley und Marc Crawford bei seinem ersten Gastspiel in Zürich – die Zukunft hinter sich. Bob Hartley war 50, als er nach Zürich kam, und setzte seine Karriere danach in der NHL fort. Marc Crawford war bei seinem ersten Engagement bei den ZSC Lions 51, kehrte in die NHL zurück und war dann beim Antritt seiner zweiten Amtszeit erst 61.
Claude Julien ist im April 66 geworden. Er ist der älteste Cheftrainer im Land, älter ist nur noch Köbi Kölliker, der neue Trainer beim Amateurklub Lyss (My Hockey League). Er wird im Juli 73. Selbst der «ewige» Chris McSorley in Sierre ist erst 64.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Bob Hartley brach über die Zürcher herein mit dem Furor eines Bandengenerals, der keine Kompromisse kannte. Nach einer schwierigen Anfangsphase fand er den richtigen Ton und die Zürcher rockten im 7. Finalspiel den SC Bern in Bern.
Marc Crawford konnte auch toben, als sei der Leibhaftige vom Zürichberg herabgefahren. Aber alles in allem war er eher ein Hockey-Lehrer mit NHL-Grandezza und Charisma. Die Spieler hatten vor ihm einen Heidenrespekt, bekamen aber genug Sauerstoff und Raum, um ihr Talent zu entfalten. Das Spiel der Zürcher hatte Struktur, aber auch Freiheit.
Claude Juliens Philosophie ist noch einmal eine Spur konservativer als jene seiner NHL-Vorgänger: Eine Meisterschaft gewinnt man mit Defensive, mit Disziplin, mit Ordnung, mit Geduld und mit Härte.
Ein stockkonservativer kanadischer Schablonen-Trainer kommt in die schnellste Lauf- und Tempoliga Europas. Haudegen Christian Marti mag ob Claude Juliens Philosophie voller Vorfreude sein. Aber sind das auch Denis Malgin oder Sven Andrighetto? Die ZSC Lions sind ein spielerisches Luxusensemble mit vielen Künstlern und Individualisten.
Die eigentliche Pointe dieser Geschichte liegt ohnehin woanders. Bob Hartley kam nach Zürich und wurde Meister. Marc Crawford kam zweimal nach Zürich und wurde zweimal Meister. Doch sie wurden nicht Meister, weil sie Stanley-Cup-Sieger waren. Sie wurden Meister, weil sie verstanden, dass die Schweiz nicht Nordamerika ist. Nun beginnt das gleiche Prüfungsverfahren für Claude Julien.
Kann der Kanadier im Rentenalter seine Hockey-Philosophie anpassen, ohne seine konservative Überzeugung und seine Autorität zu verraten? Das ist die alles entscheidende Frage. Die ZSC Lions haben das talentierteste Team der Liga. Alles andere als ein Titelgewinn wäre eine Enttäuschung. Es gibt nur Fragezeichen zum Trainer. Deshalb ist er vor der Saison das zentrale Thema – und wird es bis zum Schluss bleiben.
Für alle, die den Kick suchen
Auch in dieser Saison können die Schweizer Eishockeyfans ausgewählte Spiele im Free-TV mitverfolgen.
Das ganze Programm von 3+ Adrenalin findest du hier.
Entlassungsgefahr für den Trainer
Hoch
Noch nie haben die Zürcher einen so alten Trainer beschäftigt, der schon so lange nicht mehr an der Bande tätig war: Seit Claude Julien (66) am 24. Februar 2021 in Montréal gefeuert worden ist, hat er nie mehr ein Klubteam als Cheftrainer geführt. Der Meistertitel ist das klare Ziel und alles andere wäre in der Selbstwahrnehmung ein Scheitern. Die ZSC Lions entlassen einen Trainer nie leichtfertig. Und doch haben berühmte Trainer wie Hans Wallson oder Rikard Grönborg ihren Job während der Saison verloren. Sollte Sportchef Sven Leuenberger zum Schluss kommen, dass sein Team mit Claude Julien nicht Meister werden kann, dann wird er ihn – mit Zustimmung von Präsident Lorenz Frey-Hilti und Manager Peter Zahner natürlich – des Amtes entheben.
Die wichtigsten Zuzüge
Der Verteidiger Tim Berni (Servette), die Stürmer Simon Knak (von Davos) und Malte Strömwall (von den Lakers).
Der wichtigste Abgang
Der Stürmer Vinzenz Rohrer (zu Zug). Die weiteren Abgänge haben keinen Einfluss auf das Leistungsvermögen.
Transferbilanz
Positiv
Potenzial
Gut genug, um Meister zu werden und gut genug, um das Scheitern im Titelkampf als Versagen zu empfinden. Punkt.
Eismeister-Tipp
Rang 1. Ohne «wenn» und «aber».
HC Lausanne Eine alte welsche Weisheit kann das Fenster öffnen
Lausanne war zwar noch nie Meister, hat aber seit drei Jahren alle Voraussetzungen, um ein meisterlicher Titan und das nächste Gottéron zu sein. Alles hängt davon ab, wie sich drei bittere Enttäuschungen auswirken werden.
2024 ist Lausanne seinem ersten Titel so nah wie noch nie. Der Final gegen die ZSC Lions geht erst im letzten Drittel des 7. Spiels verloren. Ein Jahr später ist der Final erneut gegen die Zürcher bereits nach fünf Partien entschieden. Und im letzten Frühjahr ist sogar in einem dramatischen Viertelfinal über sieben Spiele gegen Servette frühzeitig Saisonschluss.
Jedes Jahr ein wenig weiter weg vom Titel. Was auch der Rückschritt in der Qualifikation vom 1. auf den 6. Platz in der vergangenen Saison zeigt. Spieler, die Lausannes bisher ruhmreichste Phase geprägt haben, sind in den zwei letzten Jahren gegangen: Torhüter Connor Hughes nach Bern, Andrea Glauser nach Fribourg, Lukas Frick und nun Ken Jäger nach Davos, Théo Rochette in die NHL und Joel Genazzi hat seine Karriere beendet.
Es scheint, dass sich das meisterliche Zeitfenster vorerst einmal geschlossen hat. Folgen nun Jahre der Stagnation oder gar des Mittelmasses? Es könnte fatal sein, Lausanne aus dem Kreis möglicher Titelanwärter auszuschliessen. Es gibt Grund zur Hoffnung. Eine alte welsche Weisheit sagt: …Reculer pour mieux sauter.» Frei übersetzt: Ein paar Schritte zurück, um dann umso weiter zu springen. So gesehen hat Lausanne nach der knappen Finalentscheidung von 2024 zwei Schritte zurück gemacht und Anlauf geholt, um doch noch bis zum Titelgewinn zu springen.
Auf den ersten Blick mag das eine zwar schöne, aber völlig unrealistische Einschätzung zu sein. Und doch: Für Lausanne gilt jetzt: All the tools, but no toolbox. Alles ist vorhanden für den grossen Triumph. Aber noch nicht geordnet und strukturiert.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Vorerst deutet noch nichts auf einen «Durchmarsch» in der Qualifikation hin. Trainer Geoff Ward braucht Zeit, um das Spiel neu zu justieren und Sportdirektor John Fust wird in den nächsten Wochen mit Tauschgeschäften Verteidiger gegen Stürmer eintauschen und für eine bessere Balance sorgen. Ruhig wird es also vorerst nicht in Lausanne. Aber es kann die Unruhe sein, die es John Fust ermöglicht, befreit von der Rolle des Favoriten bis im Frühjahr zusammen mit seinem Trainer das Team so zu trimmen, dass es zu einem überraschenden Titelgewinn reichen kann.
Die Frage nach der Nummer 1 im Tor ist nach dem Wechsel von Connor Hughes nach Bern geklärt. Kevin Pasche ist nun erstmals und praktisch konkurrenzlos sportlich und beim Publikum die Nummer 1. Die blaue Linie ist mit den Zuzügen von Romain Loeffel, Michael Fora und Colin Miller eine der besten der Liga, an einem guten Abend sogar die beste.
Was Lausanne so interessant macht: Die Infrastruktur ist perfekt, die Geldspeicher sind voll, das Publikum ist eher noch leidenschaftlicher als in Fribourg und der Trainer und sein Sportchef sind unbestritten. Die Kadertiefe ist zwar nicht so gross wie bei den ZSC Lions. Aber gross und gut genug, um eine Meisterschaft zu gewinnen, wenn alle über sich hinauswachsen. Das ist ein womöglich entscheidender Faktor: Lausanne ist nach wie vor ohne Titel und auf einer Mission und übernimmt die Rolle von Gottéron: Eine Hockeystadt mit einem Klub, der nach wilden Jahren mit mindestens so vielen Emotionen in den Büros wie auf dem Eis ein erfolgreiches, stabiles Sportunternehmen in einer perfekten Infrastruktur geworden ist. Aber noch nie Meister war.
Entlassungsgefahr für den Trainer
Gering
Geoff Ward hat das Team bereits zweimal bis in den Final geführt und ist Lausannes erfolgreichster Trainer der Geschichte. Er harmoniert bestens mit Sportdirektor John Fust und trotz einer bereits recht langen – für Lausanne schon fast biblisch langen – Amtszeit (er hat das Team im November 2022 übernommen) gibt es noch keine Anzeichen von Autoritätsverlust.
Die wichtigsten Zuzüge
Der Torhüter Ewan Huet (von Kloten), die Verteidiger Romain Loeffel (von Bern), Michael Fora (von Davos) und Colin Miller (Winnipeg), der Stürmer Axel Simic (Kloten).
Die wichtigsten Abgänge
Torhüter Connor Hughes (zu Bern), die Stürmer Ken Jäger (zu Davos), Michael Hügli, Raphael Prassl (zu Kloten), Dominik Kahun zu (Mannheim) und Théo Rochette zu (Detroit).
Transferbilanz
Ausgeglichen, Upgrade an der blauen Linie. Weitere Transfers (Tauschgeschäfte) sind während der Saison zu erwarten.
Potenzial
Nach wie vor genug Potenzial für einen Spitzenplatz und bis zu den Playoffs kann Geoff Ward das Team so justieren, dass eine dritte Finalteilnahme in vier Jahren möglich ist.
Eismeister-Tipp
Rang 5
HC Lugano «Remember 1986» und die Magie des doppelten Slettvoll
Lugano wartet seit 2006 auf den nächsten Meistertitel. Weder teure Transferoffensiven noch der Versuch, Ambri zu kopieren haben den meisterlichen Ruhm zurückgebracht. Nun versucht es Sportchef Janick Steinmann mit dem doppelten Slettvoll.
Warum hilft eine Beschwörung der Erinnerungen an 1986? Es ist das Geburtsjahr des «Grande Lugano». 1986 wird mit dem ersten Titelgewinn im ersten Jahr der Playoff der Grundstein für eine Dynastie gelegt: Lugano gewinnt unter John Slettvoll die Meisterschaften 1986, 1987, 1988 und 1990.
Nun mögen wir einwenden: Das waren andere Zeiten. Wohl wahr. Damals war es noch möglich, ein Meisterteam auf dem Transfermarkt einzukaufen und Lugano hatte in diesen Jahren nur einen einzigen echten sportlichen und finanziellen Rivalen: Den SC Bern. Und doch gibt es erstaunliche Parallelen zu 1986.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Geld war ein wichtiger Faktor. Aber da gab es noch etwas anderes: Der schwedische Trainer und taktische Zuchtmeister John Slettvoll, ursprünglich von Beruf Lehrer für schwer erziehbare Kinder, formte das «Grande Lugano» nach seinem Wesen und Willen. Unvergessen bleibt, wie das Team in der Vorsaison unter Ausschluss des Publikums das perfekte Behindern trainierte: Damals wurde Talent noch nicht so durch strikte Regelauslegung geschützt wie heute. Gezieltes Haken und Halten («Skilift-Fahren») ermöglichte es, die Entfaltung des gegnerischen Spiels zu verhindern und beim Gegenangriff freie Räume vor dem gegnerischen Tor zu schaffen.
So funktioniert es heute natürlich nicht mehr. Aber eine klare Struktur («Schablonen-Hockey») kann das Talent veredeln und Luganos aktuelles schwedisches Trainerduo würde, wenn es denn noch erlaubt wäre, sicherlich das «Skilift-Fahren» üben lassen. Aber einen neuen taktischen Magier mit dem Charisma von John Slettvoll gibt es nicht mehr. Also hat Sportchef Janick Steinmann für einen doppelten Slettvoll gesorgt: Lugano wird bereits im zweiten Jahr von zwei taktischen Magiern aus Schweden geführt: Tomas Mitell und Stefan Hedlund. Der eine ist nicht «nur» der Assistent des anderen. Tomas Mitell ist zwar offiziell Cheftrainer. Aber Stefan Hedlund, der bei den Lakers Wunder vollbracht hat, ist sein «Associate Coach». Der Associate Coach hat mehr Verantwortung und Mitspracherecht als ein gewöhnlicher Assistent. Bei Lugano steht also ein doppelter Slettvoll an der Bande.
Noch eine Erinnerung an 1986 ist interessant: Das «Grande Lugano» gewann vier Titel mit durchschnittlichen Goalies. Weder Thierry Andrey, Urs Räber noch Markus Bachschmied gehörten zu den Titanen der Liga. Luganos damalige vier Finalgegner – Davos mit Richard Bucher, Kloten mit Reto Pavoni und der SCB mit Renato Tosio – hatten die besseren Torhüter.
Was fehlt Lugano zu einer meisterlichen Renaissance? Der Trainer? Nein, mit der Lösung eines «doppelten Slettvoll» kann Lugano wieder ganz nach vorne kommen und die beiden Schweden bekommen vom Sportchef so viel bedingungslosen Rückhalt wie einst Slettvoll. Lugano scheiterte in den Playoffs seit dem Wechsel von Elvis Merzlikins – Finalheld von 2016 und 2018 – in die NHL an seinen letzten Männern. An seinen Goalies. Niklas Schlegel und Joren van Pottelberghe können an einem guten Abend während der Qualifikation die besten der Liga sein. Aber in den Playoffs waren sie es bisher noch nie. Die beiden können nicht ein «doppelter Merzlikins» sein.
Lugano hat sich unter seinen zwei schwedischen Taktikern und Sportchef Janick Steinmann im Laufe der letzten Saison nur ein Jahr nach der gefühlt schlimmsten Schmach seiner Geschichte (zwei Niederlagen im Playout gegen Ajoie) in erstaunlich kurzer Zeit zu einem stabilen Spitzenteam entwickelt. Rang 5 in der Qualifikation. Besser war Lugano in den letzten acht Jahren nur einmal. Aber eben: In den Playoffs war – wie jedes Jahr seit dem letzten Final von 2018 – schon in der ersten Runde Schluss.
Lugano hat letzte Saison den ersten Schritt zu seiner Rückkehr ganz nach oben gemacht. Also dorthin wo sich dieser Klub in seinem Selbstverständnis zu Recht sieht. In der Qualifikation kann Lugano wieder «grande» sein. Um auch in den Playoffs wieder «grande» zu werden, braucht Lugano eine charismatische Nummer 1 im Tor. Das ist die grosse Herausforderung für Janick Steinmann auf dem Transfermarkt.
Entlassungsgefahr für den Trainer
Gering
Tomas Mitell ist – zusammen mit Stefan Hedlund – die zentrale Persönlichkeit eines Entwicklungsprozesses, der noch nicht zu Ende ist und die beiden sind zusammen mit ihrem Sportchef auf der Mission «Make Lugano grande again». Eine Entlassung des Trainerduos (oder des Cheftrainers) würde auch die Autorität von Janick Steinmann in den Grundfesten erschüttern.
Die wichtigsten Zuzüge
Die Verteidiger Enzo Guebey (von Davos) und Lassi Thompson (von Ottawa), die Stürmer Jere Innala (von Frölunda), Nick Shore (von Linköping) und Daniel Olsson (von den ZSC Lions).
Die wichtigsten Abgänge
Der Verteidiger Connor Carrick (unbekannt), die Stürmer Jiri Sekac (zu Sparta Prag) und Einar Emanuelsson (zu SaiPa Lappeenranta).
Transferbilanz
Positiv durch Upgrade bei den Ausländern.
Potenzial
Lugano ist unter Sportchef Janick Steinmann so stabil und konfliktfrei wie seit Jahren nicht mehr. Befreit von der Favoritenrolle müsste Lugano – notfalls auf dem Umweg über das Play-Inn – die Playoffs schaffen und ist dann ein gefährlicher, weil «vergessener» Kandidat im Titelkampf mit der Substanz zum Finalisten.
Eismeister-Tipp
Rang 7
