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ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON MARCO STRELLER ALS FCB - SPORTCHEF -- Der Sportchef des FC Basel, Marco Streller gibt ein TV Interview vor dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des FC Basel gegen den FC Luzern, am Mittwoch, 26. September 2018, im Stadion St. Jakob-Park  in Basel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

FCB-Sportchef Marco Streller legt sein Amt per sofort nieder: «Nach reiflicher Überlegung und im Interesse des Klubs, der Mannschaft und des Trainers.» Bild: KEYSTONE

Der zerstrittene FC Basel: Darum zieht Sportchef Marco Streller die Reissleine

Nachdem die Verpflichtung von Aarau-Trainer Patrick Rahmen wegen interner Uneinigkeit scheitert, bleibt der FCB-Vereinslegende nur der Rücktritt.

Jakob Weber / ch media



Eine eh schon turbulente Woche beim FC Basel endet mit einem Knall. Sportchef Marco Streller tritt zurück. In einer SMS, die der «Blick» veröffentlicht, verabschiedet er sich: «Es bricht mir das Herz, euch mitzuteilen, dass ich per sofort als Sportdirektor zurücktrete. Es sind zwei, drei Dinge passiert, die ich nicht akzeptieren kann.» Später am Nachmittag bestätigt der FCB die Entscheidung per Communiqué. Dort lässt sich Streller mit den Worten zitieren: «Der FCB ist und bleibt für mich eine Herzensangelegenheit.»

Der Auslöser des Rücktritts der Vereinslegende – 324 Spiele, 144 Tore, 11 Titel – sind die gescheiterten Verhandlungen mit Strellers Wunschkandidat Patrick Rahmen. Der Trainer des FC Aarau hätte, so der Plan des jetzt Ex-Sportchefs, Marcel Koller ersetzen sollen. Rahmen hätte den Job gerne übernommen und der FCA hätte ihn wohl auch ziehen lassen. Doch die Verhandlungen scheiterten, weil sich der FCB intern nicht einigen konnte. Wieder einmal.

Burgener vs. Streller

Bernhard Burgener, Praesident FC Basel, links, Roland Heri, rechts, CEO FC Basel, nach dem Schweizer Fussball Cupfinalspiel zwischen dem FC Basel und dem FC Thun, am Sonntag 19. Mai 2019, im Stade de Suisse in Bern. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

FCB-Präsident Bernhard Burgener (links) mit CEO des FC Basel Roland Heri. Bild: KEYSTONE

Es ist davon auszugehen, dass die Meinungsverschiedenheiten in der FCB-Führungsetage, insbesondere zwischen Streller und Burgener, den Rahmen-Deal am Ende haben platzen lassen. In deren Konsequenz sah auch Streller keine andere Lösung, als zurückzutreten. Denn eine weitere Zusammenarbeit mit Trainer Koller ist aufgrund der Vorgeschichte ebenso ausgeschlossen, wie eine Zusammenarbeit mit einem Präsidenten, der die Pläne des Sportchefs nicht mitträgt.

Streller vs. Koller

ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON MARCO STRELLER ALS FCB - SPORTCHEF -- Basels Trainer Marcel Koller, rechts, sitzt neben Sportchef Marco Streller auf der Tribuene im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC Basel, am Samstag, 10. November 2018, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Noch-Trainer Marcel Koller und Marco Streller. Bild: KEYSTONE

Das gescheiterte «Rahmenabkommen» ist nicht der erste Vorfall, bei dem Streller seine Ideen nicht umsetzen kann. Schon bei der ersten Trainerentscheidung wurde die mündliche Zusage des Sportchefs an seinen auch schon damaligen Favoriten Rahmen übergangen und am Ende doch Raphael Wicky verpflichtet. Nachdem Streller diesen dann nach dem ersten Spieltag der vergangenen Saison entliess, holte man Marcel Koller.

Doch auch der soll nicht die Wunschlösung von Streller gewesen sein. Er passe nicht ins Konzept, mit jungen Eigengewächsen attraktiven Fussball zu spielen, so die Bedenken, die sich aus Sicht des Sportchefs bestätigen sollten. Unter Koller verpasste der FCB das internationale Geschäft. Die so wichtigen Zusatzmillionen fielen plötzlich weg. Im September hagelte es in Bern ein 1:7. Der FCB wähnte sich am absoluten Tiefpunkt.

Mannschaft vs. Koller

Basels Trainer Marcel Koller instruiert Eray Coemert, waehrend Kevin Bua mit Geoffroy Serey Die dessen Tor zum 2:0 feiert, von links nach rechts, beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League, des FC Basel gegen den FC Luzern, am Mittwoch, 26. September 2018, im Stadion St. Jakob-Park  in Basel. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Auch zwischen Trainer Marcel Koller und der FCB-Mannschaft verläuft ein Graben. Bild: KEYSTONE

Nachdem YB im Dezember 2018 auch in Basel gewann, beklagte sich ein Grossteil der Spieler bei Streller und Burgener über den Trainer. Nach der Revolte sprach man sich aus, der FCB gewann Kollers Gnadenspiel gegen Zürich und verlor seitdem nur noch ein einziges von 23 Spielen. Doch trotz Cupsieg hatte die sportliche Führung um Streller weiterhin Zweifel am Trainer. Die Misstöne aus der Mannschaft blieben bestehen, ein öffentliches Bekenntnis blieb aus.

Bernhard Burgener verspielte unterdessen mit E-Sports, Indien-Investitionen und Stadion-Verkleinerungsplänen seinen Kredit bei den Fans. Seinem Sportchef Streller erteilte er die Devise, am besten noch in diesem Jahr 20 Millionen einzusparen. Trotzdem müsse der FCB wieder ins internationale Geschäft. Eine Monsteraufgabe für den Sportchef, der aber gewillt war, sich dieser zu stellen. Anfang Juni wurde Burgener an der GV nur noch mit 65 Prozent als Präsident wiedergewählt. Auch Streller wurde in seinen Positionen im Verwaltungsrat und im Vorstand bestätigt, doch die vielen Gegenstimmen regten den Sportchef auf der Bühne sichtbar zum Nachdenken an.

Streller zieht die Konsequenz

Streller wollte daraufhin einen Neustart. Mit seinem Trainer: Patrick Rahmen. Doch dazu kommt es nicht. Rahmen bleibt beim FC Aarau und Streller überlässt seinen Posten beim FCB einem anderen. Wer den rotblauen Trümmerhaufen wieder aufbauen soll, weiss aktuell niemand. Der Verein will zu Beginn der kommenden Woche eine Pressekonferenz abhalten. Am Dienstag ist Trainingsauftakt. Da sein Gegenpol Streller das Feld geräumt hat, ist es plötzlich nicht mehr undenkbar, dass Koller dann wieder das FCB-Training leitet. (aargauerzeitung.ch)

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sverige 16.06.2019 09:04
    Highlight Highlight Streller war als Sportchef nicht gewachsen, Punkt.
    Was aber noch viel schlimmer ist, ist Burgener.
    Der ist der Hauptschuldige am Niedergang des FC Basel.
    Realitätsfremde Träumer sollte man nirgens anstellen. Aber der hält sich immer schön schleimig zurück und macht er mal den Mund auf, so läuft der Schleim zum Mund raus. Daher Burgener raus und zwar sofort, bevor sportlich wie auch finanziell es noch weiter bergab geht !!!
  • einmalquer 15.06.2019 12:57
    Highlight Highlight
    Ist in Basel nicht anders als in der übrigen Schweiz.

    Es ist immer schwierig mit Rahmenverträgen
    • welefant 15.06.2019 14:10
      Highlight Highlight 100 mal gelesen...
  • DrFreeze 15.06.2019 12:38
    Highlight Highlight Burgener wurde ja von den Mitgliedern gewählt. Jeder Club hat den Präsidenten, den er verdient. Also nicht jammern
  • wasps 15.06.2019 11:52
    Highlight Highlight In einem hat Streller Recht. Koller ist alles andere als ein moderner Trainer, er lässt Steinzeitfussball spielen. Wie Yakin auch.
    • Freilos 16.06.2019 09:15
      Highlight Highlight Warum hat er ihn denn geholt? Seine letzte Patrone. Es ist ja nicht so dass das eine völlig neue Erkenntnis ist.
  • Einloz 15.06.2019 11:03
    Highlight Highlight Koller behalten ist richtig. Basel braucht jetzt Konstanz und einen Trainer, der mit den verfügbaren Spielern und Charakteren umgehen kann. Koller hats mit Kuzmanovic und Stocker bewiesen. Sein Spiel mag etwas langweilig sein, was ihm auch schon in Bochum trotz Erfolg (Ligaerhalt in der 1. BuLi!) zum Verhängnis wurde. Koller ein Realist - für Basel jetzt das einzig richtige.
  • violetta la douce 15.06.2019 10:21
    Highlight Highlight Burgener macht mir einfach keinen guten Eindruck.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 15.06.2019 10:04
    Highlight Highlight Ist das der Beginn einer Unendlichen GC Saga beim FCB?
    • salamandre 15.06.2019 11:53
      Highlight Highlight ...sieht tatsächlich so aus. Hät's nicht für Möglich gehalten.
    • satyros 15.06.2019 12:04
      Highlight Highlight Die haben schon noch mehr Ressourcen (Zuschauer, Einbettung in Stadt und Region, Sponsoren, Stadion etc.) als es GC je hatte. Der Fall dürfte deshalb nicht so tief werden. Für GC dürfte es deshalb auch schwieriger werden, zurück zu kommen als damals für Basel oder YB. Oder neuerdings Zürich und Servette.
  • Nelson Muntz 15.06.2019 09:58
    Highlight Highlight Streller hat immerhin eigene Emojis
    😛😝😜😋🤪
    • Realmasterofdesaster 15.06.2019 12:41
      Highlight Highlight 🤦‍♂️
    • Lucernefan 15.06.2019 17:06
      Highlight Highlight kein sachdienlicher beitrag, aber mega witzig 😂
  • SJ_California 15.06.2019 09:24
    Highlight Highlight Wie sieht‘s in Aarau aus? Könnten die einen Sportchef Streller brauchen? 😉
    • Hayek1902 15.06.2019 10:05
      Highlight Highlight Nein, wir sind absolut zufrieden. GC sucht aber jemanden.

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