Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Sorry Sion, aber jetzt endet euer 50-jähriges Cup-Märchen»

Der FC Sion steht zum 13. Mal im Cupfinal. Bisher hat er alle zwölf Finals gewonnen. Der Cup-Mythos ist gewaltig. So auch der Druck auf die Spieler. Und jetzt geht's gegen Basel. In Basel. Das Ende des Sion-Märchens ist gekommen.



Sion und der Cup. Es ist eine Liebesgeschichte. Immer wenn die Walliser im Endspiel standen, gewannen sie dieses auch. Doch jetzt, ausgerechnet beim 13. Mal wird die Serie enden. Basel im St.Jakob-Park ist in dieser Saison stärker als der Cup-Mythos der Walliser. 

Am 19. April 1965 gewann Sion erstmals den Cup. Es war ein Überraschungssieg gegen Servette. Damals fertigten die Walliser extra für das Spiel des Jahres neue Trikots an, mit den 13 Sternen der Walliser Flagge (für jeden Bezirk) drauf. Es sollte den Kanton einen. Und es wirkte. Sion siegte 2:1. Die NZZ schrieb am Tag danach vom «Überraschungssieger» und dass selbst die Spieler «lange nicht zu glauben wagten, dass sie den Titel gewinnen würden».

Der Chronist stellte weiter fest: «Wenn eine Mannschaft ihre Mittel aber so geschickt einzusetzen weiss, wenn sie so einsatzwillig kämpft und keinen Ball verloren gibt und dabei doch so gescheit und zweckmässig spielt, dann verdient sie eben auch einen Sieg über eine technisch bessere Elf, wie dies die Genfer waren.»

Sion Cupsieg 1965 Oberstkorpskommandat Frick und Georgy Captain

Der Beginn des Mythos: Oberstkorpskommandant Frick überreicht Sion-Captain Georgy 1965 den Pokal. Bild: nzz

Seither ist im Rhonetal die Hölle los, wenn es um den Cup geht. Auch wenn der FC Sion in den letzten Jahren an Popularität einbüsste, der Cupfinal machte ihn immer zum FC Wallis. So wird dies auch 2015 sein. Unzählige Busse werden Tausende Fans ans Rheinknie karren.

Elf weitere Male setzte sich Sion bisher im Endspiel durch. Der Mythos wurde immer grösser. Dabei dachten viele Beobachter schon öfters: Jetzt erwischt es Sion. Doch der Mythos war immer stärker. 

Immer wieder glaubte man das Ende sei gekommen

Constantin: «Sion dreht Cupfinals immer, das ist schon Tradition»

Präsident Christian Constantin liess sich nach 2009 zu diesem Bonmot hinreissen: «Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt, dass es nichts bedeutet, dass wir zur Halbzeit zurückliegen. Denn Sion dreht Cupfinals immer, das ist schon Tradition.»

Der letzte Cupsieg 2011 gegen Xamax war der vielleicht einfachste. Schon nach sechs Minuten führten die Walliser dank Toren von Giovanni Sio (2.) und Vilmos Vancak (6.) 2:0. Jetzt folgt der schwierigste. Klar, auch gegen YB setzten sich die Walliser als Aussenseiter im Stadion des Gegners durch. Aber YB ist nicht Basel. 

Druck auf die Spieler wird immer grösser

Zudem wird der Druck auf die Spieler immer grösser. Keiner will in der Mannschaft stehen, die erstmals einen Cupfinal mit Sion verliert. Aber je länger die Serie läuft, desto näher rückt ihr Ende. Vielleicht war diese Statistik in den letzten Jahren noch beflügelnd. Jetzt wird der Druck von Mal zu Mal grösser.

Gegen Basel sah Sion in dieser Saison bei zwei 1:1 und einem 2:3 jeweils nicht schlecht aus. Am 18. April steht das vierte Duell an. Es wird die (unwichtige) Generalprobe für den Cupfinal. 

Umfrage

Wer gewinnt den Schweizer Cup 2015?

521

  • FC Basel38%
  • FC Sion62%

Basel – auch wenn Breel Embolo gesperrt fehlt – ist in Kombination mit dem Heimstadion und dem wachsenden Druck auf die Walliser zu stark. Das angestrebte Double der Bebbi kann auch der FC Sion nicht verhindern. Der Mythos wird nach 50 Jahren enden.

Falls es wider Erwarten doch zum 13. Sion-Sieg kommen sollte, kann die NZZ aus dem Archiv von 1965 folgende Zeilen fast eins zu eins übernehmen: «Dieser Cupsieg des krassen Aussenseiters wird grosse propagandistische Wirkung haben, denn er zeigt, was elf Spieler können, wenn sie sich einem Willen unterziehen, sich unterordnen und persönliche Ambitionen hintanstellen. So darf man den FC Sitten zu seinem begeisternden Cupsieg der das Wankdorfstadion elektrisierte, beglückwünschen.»

Rückblick auf den Cup-Final 2014: So feierte der FCZ

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Sympathischer als die Königsklasse: Die Schweizer Chancen in der Europa League

Mit den Young Boys, dem FC Basel und dem FC Lugano kämpfen in der Europa League gleich drei Schweizer Vereine um Geld, Prestige und Punkte im Uefa-Ranking. Nicht alle konnten dabei auf das Losglück zählen.

Die Europa League hat sich zu einem hübschen Produkt gemausert. Spätestens seit der europäische Verband 2009 den Uefa-Cup mit einem neuen Format in die Europa League überführt hat, ist aus dem «Cup der Verlierer» (Franz Beckenbauer, 1995) ein ganz ansehnlicher, vielleicht sogar superber Wettbewerb geworden.

Gewiss, der Goldesel Champions League überstrahlt noch immer alles im Klubfussball. Aber die Europa League hat längst ihre Nische gefunden und ist mit ihrem speziellen Charme – sie ist …

Artikel lesen
Link zum Artikel