Die UEFA hat bereits eine (alte) WM-Alternative im Köcher – sie begeistert kaum
Der Weltfussballverband FIFA und der europäische Kontinentalverband UEFA befinden sich weiterhin auf Kriegsfuss. Zwar hat FIFA-Präsident Gianni Infantino seine umstrittenen Pläne, Teile der FIFA-Vermarktung an Investoren zu verkaufen, wieder fallengelassen. Doch der UEFA reicht das noch nicht. Die Europäer fordern einen freiwilligen Rücktritt des Schweizer FIFA-Präsidenten und drohen mit rechtlichen Schritten.
Vor einigen Tagen beschlossen die 55 Landesverbände der UEFA einstimmig einen Boykott sämtlicher FIFA-Wettbewerbe, sofern Infantino die Investorenpläne nicht zurückzieht. Wie britische Medien berichten, steht ein Boykott aber immer noch im Raum, sofern sich der FIFA-Präsident im kommenden März tatsächlich zur Wiederwahl aufstellt. Mit Wales, England und neu auch Schweden haben schon drei europäische Verbände Infantino offiziell die Unterstützung entzogen. Ein entsprechender Boykott könnte auch bedeuten, dass die UEFA-Mitglieder nicht an den Tagungen des FIFA-Councils und anderen Sitzungen teilnehmen würden.
Doch was ist mit der Weltmeisterschaft? Würde diese einfach ohne europäische Beteiligung stattfinden? Nicht unbedingt, denn die UEFA könnte auch selbst eine Weltmeisterschaft ins Leben rufen. Entsprechende Pläne existieren beim europäischen Verband bereits – und zwar schon seit 2017, also kurz nachdem Infantino vom UEFA-Generalsekretär zum FIFA-Präsidenten gewählt wurde, wie Sky berichtet.
Diese WM-Alternative würde aber signifikant anders funktionieren als die bisherigen Weltmeisterschaften. Und zwar so: Jeder Kontinentalverband (UEFA, CONMEBOL, CONCACAF, AFC, CAF und OFC) spielt eine eigene Nations League. Die besten Teams jedes Kontinents qualifizieren sich für die nächste, globale Phase. Dort werden die Teams allerdings anhand ihrer Stärken in sieben kleinere Turniere mit je acht Mannschaften eingeteilt, die direkt mit Viertelfinals beginnen. Halbfinals und Finals sollen dann jeweils in einem Gastgeberland stattfinden.
Statt einer grossen WM gäbe es also sieben Mini-WMs, die entweder gleichzeitig oder gestaffelt stattfinden. Die Reaktionen der Fussballfans im Internet fallen zumeist negativ aus. Kritisiert wird, dass bei diesem Vorschlag nur Spitzenteams aus Europa oder Südamerika um echtes Prestige spielen und finanziell profitieren würden.
Noch ist das allerdings auch nicht mehr als ein Vorschlag aus dem Jahr 2017. Wie eine alternative WM, organisiert von der UEFA und den anderen Kontinentalverbänden, am Ende tatsächlich aussehen würde, ist derzeit nicht klar. (abu)
