Sport
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epa07646005 Chloe Logarzo of Australia celebrates a goal during the preliminary round match between Brazil and Australia at the FIFA Women's World Cup 2019 in Montpellier, France, 13 June 2019.  EPA/GUILLAUME HORCAJUELO

Emotionale Australierinnen nach dem 3:2-Sieg gegen Brasilien. Bild: EPA/EPA

5 Dinge, die Männer im Fussball von den Frauen lernen können



Die Fussball-WM der Frauen in Frankreich kommt beim Publikum an. Beim ZDF, das fast alle Spiele live überträgt, schaltet ein Millionenpublikum zu. Beim 1:0-Sieg Deutschlands gegen Spanien (Anpfiff um 18 Uhr) lag der Marktanteil bei starken 29,4 Prozent.

Die Fussballfans, die sonst nur bei den Männern einschalten, dürften dabei einige neuen Dinge kennengelernt haben – obwohl wir hier vom gleichen Sport sprechen. Nein, wir sprechen nicht über die elendigen Vergleiche in der Physis zwischen Männer- und Frauenfussball wie Schnelligkeit oder Dynamik. Wir sprechen über die charakterlichen Unterschiede. Und da müssen die Männer noch sehr viel von den Frauen lernen.

Weniger Gemotze

Fouls gab es bei dieser WM schon einige. ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann zog sogar schon das Vor-Fazit, dass es jetzt schon ein Problem mit Tritten gebe. Und tatsächlich gibt es viele kleine Fouls – wie es eben im Fussball immer so ist. Was aber auffällt: Die Spielerinnen motzen fast gar nicht. Nach einer Entscheidung geht es meist sofort weiter. Fans, die sonst Männerfussball schauen, dürfte das überraschen. Denn sie kennen das von den Profis bis in den Amateurbereich mittlerweile nicht mehr anders: Es wird nicht nur gemotzt, so manch ein Schiedsrichter kassiert auch mal Prügel.

Norway players claim Referee Bibiana Steihaus during the Women's World Cup Group A soccer match between France and Norway in Nice, France, Wednesday, June 12, 2019. (AP Photo/Claude Paris)

Viel mehr als harmloses Reklamieren ist den WM-Stadien nicht zu sehen. Bild: AP/AP

«Bei den Männern wird viel mehr diskutiert und es gibt mehr Theater, um etwa Freistösse zu bekommen. Beim Frauenfussball wird das einfach hingenommen. Vielleicht liegt es daran, dass wir Frauen wissen, dass es nichts bringt, zu diskutieren, wenn die Entscheidung getroffen wurde – und die Männer nicht», sagte die deutsche Nataionalspielerin Kathrin Hendrich dazu.

Weniger Schwalben

Genau wie beim Motzen ist es mit den Schwalben. Diese Unart hat sich bei den Männer auch durch den Videobeweis nicht unbedingt gebessert. Noch immer werden kleine Berührungen zu K.o.-Schlägen herbei geschauspielert und jeder noch so kleine Schubser provoziert einen sterbenden Schwan.

Bei den Frauen ist das anders. Kaum Schauspielerei und nur wenige Schwalben gibt es bei der WM. Davon können sich die Männer eine Scheibe von abschneiden.

epa07643920 Sara Doorsoun (2-L) and Kathrin Hendrich (R) of Germany in action against Alexia Putellas (C) of Spain during the FIFA Women's World Cup 2019 preliminary round soccer match between Germany and Spain in Valenciennes, France, 12 June 2019.  EPA/TOLGA BOZOGLU

Es wird mit Haken und Ösen gekämpft. Bild: EPA/EPA

Grösserer Teamgedanke

Es mag nur so wirken, doch in sehr vielen Spielen dieser WM steht der Teamgedanke ganz weit oben. Immer wieder suchen die Spielerinnen nach ihren Kolleginnen, um Situationen spielerisch und als Team zu lösen. Immer wieder werden Zusammenspiele bemüht. Es gibt kaum Ego-Aktionen. Bei Toren stürmen mehr als elf Spielerinnen zur Torschützin, auch sonst jubelt und trauert man in den Teams zusammen. Von Star-Allüren ist noch nicht viel zu sehen.

Bei einigen Stars aus dem Männerbereich spielen die eigenen Interessen eine wesentlich grössere Rolle. Es gibt auch bei den Männern den unbedingten Willen, als Team so ein Spiel zu gewinnen, doch manchmal scheint das eigene Tor, das eigene Dribbling, der geniale Pass wichtiger zu sein.

China players celebrate at the end of the Women's World Cup Group B soccer match between China and South Africa at Parc des Princes in Paris, France, Thursday, June 13, 2019. China won 1-0. (AP Photo/Alessandra Tarantino)

Die Chinesinnen feiern den 1:0-Sieg gegen Südafrika als Einheit. Bild: AP/AP

Nahbarkeit der Spielerinnen

Bei jedem Tor und vor jedem Spiel ist allen Spielerinnen anzumerken, wie wichtig ihnen dieses Turnier ist. Für die meisten Spielerinnen sind solche grossen Arenen und mehrere Tausend Zuschauer ein Highlight, das sie während der Saison (oder in ihrer ganzen Karriere) praktisch nie erleben. Und das ist wunderschön, denn die Spielerinnen sind noch so nahbar, offen und so gar nicht abgehoben.

Anders die Männer: Die werden mitunter bei jedem Gang zum «Beck» erkannt, doch dadurch sind sie einfach sehr weit weg von den Fans. Das Rad lässt sich sicherlich nicht zurückdrehen und wären die Frauen Weltstars, dann wären auch sie anders drauf.

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Offenere Interviews

Einen weiteren Vorteil hat die sonst fehlende Aufmerksamkeit bei den Interviews. Diese sind nicht so aalglatt, wie die der Männer. Während diese ständig Angst haben müssen, dass jeder Halbsatz am nächsten Tag von der Öffentlichkeit zerrissen wird, hauen die Damen so manche klare und offene Ansage raus. Ein Beispiel gefällig? Wieder Kathrin Hendrich: «Frauen sind im Fussball deutlich härter im Nehmen als Männer.» (pre)

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So wie bei Per Mertesacker nach dem WM-Achtelfinal gegen Algerien tönt das leider nur selten. Video: YouTube/Kevin Owens

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    Alle Leser-Kommentare
  • Neruda 16.06.2019 16:13
    Highlight Highlight Oder man schaut einfach schottische Liga. Die erfüllt auch alle Punkte und zudem ist das Niveau höher ist als bei den Damen 😉
  • Nelson Muntz 15.06.2019 09:40
    Highlight Highlight Und keiner hat im Bezug auf unsere Natis was von Hymne singen geschrieben uha uha.

  • swisskiss 15.06.2019 09:02
    Highlight Highlight Es ist festzuhalten,dass Frauen beweisen, dass die Spielunterlage auch nicht besser wird, wenn man sie dauernd bespuckt und ein Tor auch dann zählt, wenn man sich nicht das Shirt vom Körper reisst oder sich in Pose wirft.
  • Wander Kern 15.06.2019 06:40
    Highlight Highlight Ganz allgemein kann mn sagen, dass sich die Herren Fussballgötter oft 'weibischer' benehmen als ihre Kolleginnen.
  • Sonnenfeld28 15.06.2019 00:36
    Highlight Highlight Der Damenfussball ist lustig und unterhaltsam.
  • fandustic 14.06.2019 23:20
    Highlight Highlight Sobald es um was geht, dann kommt das grosse Geld, die Aufmerksamkeit und somit auch das ganze Theater drumherum...was ja die Medien auch bei jeder Gelegenheit gerne befeuern. Item, schlussendlich entscheidet der Markt was „gut“ ist und was „weniger“. Männerfussball wird immer die Nase vorne haben, ist nunmal so...man kann nicht alles gleichberechtigen...zum Glück...manche Dinge sind wie sie sind und das ist auch gut so.
  • Team Insomnia 14.06.2019 23:01
    Highlight Highlight Für Heute ist es doch genug mit den Vergleichen? 🙄
  • giandalf the grey 14.06.2019 22:58
    Highlight Highlight Also 1-3 sind genau der Grund weshalb es zu wenig Frauen in Führungspositionen gibt und weshalb wir einen Gender Pay Gap haben. Frauen fangt an zu motzen! Diskutiert! Ellbögelt! Simuliert! Holt euch was euch zu steht! Koste es was es wolle.

    4 und 5 ist halt einfach so, weil die Fussballerinnen schlicht keine Stars sind. Das ist auch der Grund weshalb sie schlechter verdienen als ihre männlichen Pendants.

    Aber es stimmt, das sind alles Punkte die Frauenfussball interessant machen. Der Männerfussball nimmt sich mit seinem Grössenwahn gerade selbst auseinander. Das müssen die Frauen nutzen.
  • GenerationY 14.06.2019 22:48
    Highlight Highlight Wäre der Frauenfussball die gleich grosse Bühne wie der Männerfussball, würden alle diese Punkte wegfallen.

    Dann gibts keine Interviews mehr ohne Briefing des Mediensprechers, kein unerkanntes Shopping mehr beim „Beck“ von nebenan... Dann würde auch der ein oder andere Schirientscheid mehr in Frage gestellt werden und man überlegt sich zweimal, ob man für ein paar Millionen und einen CL-Titel nicht doch mal hinfallen und das Foul nehmen soll...
  • Nick Name 14.06.2019 21:33
    Highlight Highlight 1. & 2. sind für mich Hauptgründe, weshalb mir Mannentschuttis immer mehr verleidet.

    Was soll das h.... Theater? Spielt einfach! DAS will ich sehen.

    ... Pussys.
    :-)
    • Kunibert der fiese 14.06.2019 21:54
      Highlight Highlight Geht mir genau gleich.
    • Diego Stohrer (1) 14.06.2019 23:52
      Highlight Highlight Eben genau nicht pussys...

      Denn wie im Artikel geschrieben machens die "pussys" besser und machen kein theater ;-)
  • hans gwüsst 14.06.2019 21:30
    Highlight Highlight Vieles davon ist bei den Frauen noch anders, weil deutlich weniger Geld im Spiel ist.

    So bald da auch die Millionen fliessen und darum die Konkurrenz zu nimmt, wird vieles von dieser Fairness und Empathie verschwinden.
  • bokl 14.06.2019 21:08
    Highlight Highlight 1-3 zeigen, warum es im VR usw. wenig Frauen hat. An der Spitze ist die Luft sehr dünn. Tricksen, integrieren und ein übersteigertes Ego gehören dazu...

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