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Basels Edon Zhegrova nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel 1893 und dem FC Lugano im Stadion St. Jakob-Park in Basel, am Sonntag, 7. April 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ein neues Gesicht in der Super League: Edon Zhegrova. Bild: KEYSTONE

Sie nennen ihn «Kosovo-Messi» – das ist der neue Shootingstar des FC Basel

Edon Zhegrova stand vergangenen Samstag gegen GC erstmals in der Startelf. Wer ist der junge Mann, der erst seit zwei Monaten beim FCB spielt?

Céline Feller / CH Media



Auf einmal blüht Edon Zhegrova auf. Die Augen sind wacher als in den Gesprächsminuten zuvor. Er gestikuliert, lächelt. «Es ist einfach ein fantastisches Gefühl. Es ist perfekt. Ich liebe es einfach.» Der 20-Jährige spricht über seine Anfänge. Wie er als kleiner Junge auf den Strassen Prishtinas spielte.

Dort, wo er am liebsten spielt. Weil es für ihn der reine Fussball ist. «Wenn du Strassenfussball spielst, dann kennst du die wahre Bedeutung des Sports. Du liebst den Fussball mehr.»

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Von morgens bis in den Nachmittag sei er durch die Strassen gejagt, immer mit dem Ball am Fuss oder dem Ball hinterher. Es ist ein romantisches Bild in einer Welt, in der alles immer strukturierter wird. Wieso er es auf den Strassen so mag? «Weil du frei bist.» Einfach tun zu können, was man wolle, das macht es für ihn aus. «Du kannst Tricks machen, Pässe spielen, Tore schiessen. Du hast niemanden da, der dir sagt, was du tun sollst. Kein Trainer, keine Fans, kein Druck, gar nichts.»

«Schon als ich jung war, hiess es, ich würde wie Messi spielen»

Wenn Zhegrova vor einem steht und das erzählt, sieht man ihn wahrlich vor sich als kleinen Jungen in den Strassen Prishtinas. Vom Äusseren wirkt er mit seinen 20 Jahren noch immer sehr jung, sein Gesicht ist jugendlich.

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Er wirkt etwas schüchtern, aber gleichzeitig klar und überlegt. So überlegt, dass er beispielsweise bis in dieser Woche, nach seinem ersten Startelf-Einsatz, keine Medientermine hat wahrnehmen wollen. Er wollte sich auf den Fussball konzentrieren, liess er jeweils ausrichten.

Auch klubintern hat er keine Interviews gegeben. Dabei interessiert seine Geschichte. Im Februar hat sich Zhegrova dem FC Basel angeschlossen. Gepriesen als «Kosovo-Messi», mit vielen Vorschusslorbeeren. «Schon als ich jung war, sagten viele Leute, ich würde wie Lionel Messi spielen. Aber ich denke das nicht. Ich sage auch nicht, dass ich wie er spiele. Ich bin Edon Zhegrova. Ich bin nicht Lionel Messi.»

Barça, PSG und Arsenal waren an ihm dran

Doch wer ist Edon Zhegrova, dieser 20-jährige Fussballer, der sich gerne auf Instagram zeigt, aber gleichzeitig sagt, dass ihm soziale Medien eigentlich gar nicht so wichtig seien? Geboren wurde er in Deutschland. «Meine Eltern sind während des Kosovo-Krieges dorthin geflüchtet.» Erinnerungen an sein Geburtsland hat er keine mehr. Deutsch spricht er nicht, «aber ich werde es schnell lernen».

Mit zwei Jahren zieht die Familie Zhegrova zurück in die Heimat, in den Kosovo. Dort wächst Edon auf. Mit fünf schliesst er sich einem Verein an, «aber auf der Strasse habe ich deshalb immer noch gespielt». Die Augen blitzen. Erneut. Früh fällt er auf, wird als einer von fünf Spielern an einem Turnier der AC Milan im Kosovo entdeckt und nach Mailand eingeladen. Dort spielt er vor, die Italiener sind begeistert von ihm. Man werde ihn dereinst verpflichten, wenn er 18-jährig sei, heisst es.

Da er die kosovarische Staatsbürgerschaft besitzt und der Kosovo damals nicht der UEFA und der FIFA angehört, gestalteten sich Transfers kompliziert. Er wird von PSG, Arsenal und Barcelona beobachtet, transferiert wird er aber mit 15 Jahren zu Standard Lüttich. Belgien statt Barça. Von Letzterem träumt er noch immer. Barcelona ist eines seiner Lieblingsteams, immer habe er ihre Spiele geschaut, sie bewundert. Dieser Traum ist damals noch weit weg, Belgien die Realität.

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I love this game .

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Mysteriöser Umzug nach Belgien

«Die Geschichte, wie ich in Belgien gelandet bin, ist kompliziert. Sie dauert lange», sagt er. Erzählen mag er sie noch nicht. «Ein anderes Mal. Ich habe sie noch nie erzählt. Aber sie ist einzigartig für einen Spieler aus dem Kosovo oder Albanien. Noch nie ist einem Spieler von hier so etwas passiert.» Also Belgien. Lüttich. «Scouts hatten mich bei einem Spiel beobachtet, bei dem ich fünf Tore geschossen habe. Dann wollten sie mich unbedingt.»

Zhegrova unterschreibt, seine ganze Familie zieht nach Belgien. Mit ihm seine Eltern und die zwei Geschwister, beide sind jünger. «Meine Eltern haben viel für mich geopfert. Sie wollten, dass ich im Fussball Erfolg haben kann. Im Kosovo ist das schwierig. Sie wollten das Beste für mich.» In Belgien wird er zum Profi, sein Debüt gibt er beim KRC Genk.

Er schiesst seinen Klub in den Cuphalbfinal, «eine meiner schönsten Erinnerungen an die Zeit dort». Aber es gibt auch schlechte Erinnerungen. Weil er kaum spielt, will er weg. Sein Trainer sagt, er habe das Training geschwänzt, um den Wechsel nach Basel in diesem Frühjahr zu erzwingen.

«Ich war immer da. Er hat das wohl gesagt, weil er wollte, dass ich bleibe», kontert Zhegrova. Wo die Wahrheit liegt, weiss nur er selber. Das Thema ist ihm nicht lieb, er spricht in kurzen Sätzen. Das mag er ohnehin. Was er nicht mag? «Über meine Trainer sprechen», sagt er. «Nie.»

epa06771899 Kosovo's Edon Zhegrova takes selfies with the fans after the friendly soccer match between Kosovo and Albania in Zurich, Switzerland, 29 May 2018.  EPA/ENNIO LEANZA

Zhegrova im Dress der kosovarischen Nationalmannschaft beim Bruderduell gegen Albanien. Bild: EPA/KEYSTONE

«Ich fühle mich fantastisch, wenn ich für den Kosovo spiele»

Es ist Vergangenheit. Die Zukunft heisst Basel. Hier wollte er hin, «weil schon viele gute Spieler hier gespielt haben.» Spieler wie Xherdan Shaqiri oder Granit Xhaka, mit denen er sich austauscht, auf die er hört, zu denen er aufschaut. «Ich bin stolz darauf, was sie erreicht haben, wie alle im Kosovo.»

Der Kosovo ist Zhegrovas Heimat, auch wenn er bald den belgischen Pass bekommt und Flämisch und Französisch spricht. Aber er wollte immer nur für den Kosovo spielen. «In der Nationalmannschaft geht es nicht darum, für das bessere Team zu spielen, sondern für jenes, für das dein Herz schlägt. Das ist für mich der Kosovo. Dort bin ich gross geworden, dort ist meine Familie, dort sind meine Freunde. Ich liebe es, dort zu sein. Ich fühle mich fantastisch, wenn ich für den Kosovo spiele.»

Da ist es wieder, dieses Aufblühen. Dieses Strahlen. Wie wenn er über den Fussball auf der Strasse spricht.

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13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pasch 19.04.2019 18:19
    Highlight Highlight Es gibt nur einen Messi und der ist eher Tsubasa. Messi also bitte...
  • Team Insomnia 19.04.2019 16:54
    Highlight Highlight Finde die Fotos nur peinlich. Voll der Poser😂
  • Jamaisgamay 19.04.2019 14:37
    Highlight Highlight Bin auch ein Messi und bräuchte dringend jemanden, der mir beim Aufräumen hilft.
  • feuseltier 19.04.2019 13:17
    Highlight Highlight Naja. . 20 und schon so ein Auto. ..

    Und wieviele wurden als nächsten Messi Ronaldo etc hochgepriesen und in der Versenkung wieder gefunden. .
    Warten wir es ab
  • El Chicano 19.04.2019 13:08
    Highlight Highlight Rein vom spielerischen her sehe ich Rashica, welcher in Bremen spielt stärker. Unglaubliche Geschwindigkeit und grandiose Technik. Jedoch leider zu egoistisch
  • Laborchef Dr. Klenk 19.04.2019 12:42
    Highlight Highlight Hat jetzt eigentlich jedes Land/ jede Region seinen eigenen Messi oder fehlt noch einer? Alpen-Messi (Shaqiri), Kosovo-Messi (Zhegrova), Japan-Messi (Kakitani), Mexiko-Messi (Laines, Real Betis)...
    • Psychonaut1934 19.04.2019 13:23
      Highlight Highlight In der Tat.
    • labraduddel 19.04.2019 13:35
      Highlight Highlight Und alles sagen dann ja auch das gleiche, ich bin nicht messi sondern.... 😄
    • SillySalmon 19.04.2019 13:51
      Highlight Highlight Bei Marko Marin hiess es einst auch Deutschland-Messi...
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrlila 19.04.2019 12:33
    Highlight Highlight Na dann viel Erfolg Edon.
  • Erarehumanumest 19.04.2019 12:28
    Highlight Highlight Und ich bin der Hinterpfuttigen-Ronaldo... Nur was bringt mir das?!
  • Barracuda 19.04.2019 11:48
    Highlight Highlight Yeah, wieder mal ein "Messi". Wenn man solchen Berichten glauben darf, haben wir etwa 150 Messies in der Schweiz. Vielleicht zuerst mal Resultate bei einer guten Mannschaft auf dem Platz abliefern, dann gibt's vielleicht neben der klischeemässigen Protzkarre auch mal ein Instagram Föteli mit einem Pokal 😄

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