«In der Luft dachte ich: Jetzt gibt's einen Crash» – die Rettungsaktion des Winters
Adrian Smiseth Sejersted hat den Super-G von Kitzbühel am Freitag zwar nicht gewonnen. Ein Sieger ist der Norweger trotzdem. Denn er konnte spektakulär einen Ausfall verhindern.
Schon nach wenigen Fahrsekunden gerät Smiseth Sejersted in Rücklage. Der Bronzemedaillengewinner der letzten WM fliegt in ein Tor, das auf einer Kuppe steht, segelt hoch durch die Luft und kann sich in höchster Not akrobatisch retten:
Für die meisten anderen Athleten wäre die Fahrt nach diesem Zwischenfall gedanklich wohl vorbei gewesen. Doch Adrian Smiseth Sejersted schaffte es, den Fokus auf dem Rennen zu behalten. Bis ins Ziel büsste er nur 36 Hundertstel auf den in Führung liegenden Schweizer Marco Odermatt ein.
«In der Luft dachte ich: Jetzt gibt's einen Crash», gab Smiseth Sejersted in der ARD zu. Als er festgestellt habe, dass er den Sturz doch noch verhindern konnte, habe er sich gesagt: «Okay, jetzt musst du 110 Prozent geben.»
An der gleichen Stelle hob später auch Arnaud Boisset beinahe identisch ab. Der Romand konnte einen Sturz nicht verhindern, aber nach kurzer Betreuung selber ins Ziel fahren.
Adrian Smiseth Sejersted belegte am Ende Rang 5. Aufs Podest fehlten ihm lediglich elf Hundertstel. Den Sieg machte ein Schweizer Duo unter sich aus: Marco Odermatt setzte sich um drei Hundertstel vor Franjo von Allmen durch. Dritter wurde zur Freude der zahlreichen österreichischen Ski-Fans in Kitzbühel mit Stefan Babinsky ein Einheimischer. (ram)
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