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A scoreboard displays the VAR during the English Premier League soccer match between Arsenal and Crystal Palace at the Emirates stadium in London, Sunday, Oct. 27, 2019. (AP Photo/Leila Coker)

Der Videoschiedsrichter sorgt in der Premier League für grosse Diskussionen. Bild: AP

«VAR from perfect» – warum die Premier League Probleme mit dem Videobeweis hat

Zuerst hat er lange gar nicht eingegriffen, jetzt plötzlich zu oft. Der Video-Schiedsrichter sorgt in der englischen Premier League für Gesprächsstoff. Auch am Wochenende gab es wieder einige kontroverse Situationen.



Keine Woche vergeht in der Premier League ohne fragwürdige Entscheide des Video Assistent Referee (VAR). Vor einer Woche war es Jürgen Klopp, der nach dem 1:1 Liverpools gegen Manchester United seinem Unmut Luft machte. Er hatte das Gefühl, dass dem Führungstreffer Uniteds ein Foul an einem seiner Spieler vorausging. Aufgrund der TV-Bilder konnte man Klopps Argumentation durchaus verstehen.

Der Videobeweis bleibt weiterhin «VAR from perfect», wie es der «Standard» schreibt. Auch am vergangenen Wochenende gab es einige Kontroverse Vorfälle:

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Die Szene im Video. Video: streamable

Hat der VAR richtig entschieden?

Die Szene im Video.

Hat der VAR richtig entschieden?

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Die Szene im Video. Video: streamja

Hat der VAR richtig entschieden?

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Die Szene im Video. Video: streamja

Das Problem

Trainer und Experten kritisieren, dass der VAR keine klare Linie fährt. Lange habe der Video Assistent Referee keine Penalty-Entscheide der Schiedsrichter korrigiert, nun tut er es plötzlich, lautet der Vorwurf. Everton-Trainer Marco Silva meint: «Meine Spieler sitzen in der Garderobe und sind verwirrt. Einmal ist es kein Penalty, dann ist es wieder einer. Der VAR muss auf beiden Seiten gleich sein.»

Und auch TV-Experte Gary Lineker ist unzufrieden. «Die Messlatte wurde zu Beginn der Saison auf Stabhochsprung-Höhe angesetzt. Nun könnte man fast Limbo unten durch tanzen», kritisiert der frühere englische Internationale.

Warum sorgt denn der Videobeweis in der englischen Liga bislang mehr für Verwirrung denn für Klarheit? Das liegt sicher auch daran, dass die Premier League ihre eigenen Rahmenbedingungen für das technische Hilfsmittel geschaffen hat.

So sind die Schiedsrichter dazu angewiesen, möglichst wenig auf die Variante zurückzugreifen, die TV-Bilder selbst anzuschauen. Stattdessen sollen sie auf das Urteil der Schiedsrichter im Videoraum in London vertrauen. So soll das Spiel nicht zu lange unterbrochen werden.

Es ist aber ein Umstand, der Arsenal-Trainer Unai Emery nicht passt: «Wer ist dann die Person, die entscheidet? Der Schiedsrichter steht auf dem Feld und entscheidet. Und wenn man vermutet, dass irgendwo ein Fehler vorliegt, muss er sich das anschauen gehen.»

Zudem gab die Liga vor, dass der VAR nur bei absolut klaren Fehlentscheidungen eingreifen soll. Die Latte hätte dabei noch höher angesetzt werden sollen als in den restlichen europäischen Ligen. Von diesem Kurs scheint man aber zumindest an diesem Wochenende abgewichen zu sein.

Wie also weiter? Einen Verbesserungsvorschlag bringt Gary Lineker ein. Damit die Zuschauer im Stadion besser nachvollziehen können, was passiert, sollten die entscheidenden Szenen seiner Meinung nach auch im Stadion gezeigt werden. Zudem würde er es begrüssen, wenn die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und VAR auch für den Zuschauer hörbar wäre.

Denn Lineker ist sich sicher: «Man muss das System nochmals überdenken. Im momentanen Zustand zerstört es das Fussball-Erlebnis.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Third_Lanark 28.10.2019 21:57
    Highlight Highlight Zur Situation 1: Für mich ein klares Stürmerfoul. Zuerst steht er dem Palaceverteidiger auf den Fuss und bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Dann setzt er nach und trifft gleichzeitig Ball und Spieler, was ebenfalls als Foul gewertet werden sollte. Falls der Zweilampf unmittelbar vorher als Foul am Arsenalstürmer gewertet wird, müsste es Elfmeter geben. Ein klares elfmeterwürdiges Foul kann ich da aber nicht erkennen.
  • dho 28.10.2019 18:12
    Highlight Highlight VARabschaffen.
  • Staedy 28.10.2019 13:05
    Highlight Highlight Penalty ManU ein Witz hoch fünf, hat null Ballkontrolle und fällt mal um bei Kontakt mit Gegenspieler. Nul nichts.

    City da stand aus diesen Bilder bei der Ballabgabe niemand im Offside. Was soll da aberkannt werden??
    • Third_Lanark 28.10.2019 21:42
      Highlight Highlight Falls Silva den Ball berührt, steht zum Zeitpunkt dieser Ballberührung Sterling im Abseits und irritiert den Torwart - Abseits.
  • Jay Bilzerian 28.10.2019 12:53
    Highlight Highlight Wäre noch hinzuzufügen das bei Rashfords gehaltenem Elfmeter Krul klar vor der Linie stand und dies eigentlich einer der wenigen klaren Schwarz-Weiss Entscheide des VARs wäre. Hier hat er aber nicht eingegriffen. Verstehe nicht warum er beim eher nicht-foul an James eingreift danach aber nicht.

    So kriegt der VAR keine Fans.
    • Third_Lanark 28.10.2019 21:37
      Highlight Highlight An der Frauenfussball WM wurde getestet, ob es Sinn ergibt, mit dem VAR zu überprüfen, ob die Torhüter beim Elfmeter vor der Linie stehen oder nicht. Dies hat sich absolut nicht bewährt. Genau gleich könnte man übrigens auch auf die Idee kommen, bei jedem Elfmeter zu überprüfen, ob ein Spieler mit einer Zehenspitze zu früh in den Strafraum eingedrungen ist. Bisher war man bei beiden Fragestellungen immer tolerant, und das soll auch so bleiben. Sonst muss jeder Elfmeter zig Mal wiederholt werden.
  • Kampfsalami 28.10.2019 12:24
    Highlight Highlight Coaches Challenge: Jedes Team hat 1-2 Challenges welche der Trainer jederzeit aussprechen darf. Ist die Korrektur des Schiris berechtigt behält das Team (gleich wie Tennis) die Challenge. War es aber eins von vielen Mimimimi ist sie weg und man hat für später keine mehr... Ich denke könnte gut funktionieren. Und ja auch hier würde es immer wieder zu kniffligen Entscheiden kommen🤷
  • TrueStory 28.10.2019 11:44
    Highlight Highlight Wenn die Regeln klar definiert sind, gibt es wenig Spielraum für freie Interpretation, welche englischen Schiedsrichtern gut liegen. In allen VAR-Ligen klappt es, nur in England nicht,. Ok erst eingeführt aber irgendwie ist man dort immer noch dafür, dass Fehlentscheidungen besser sind als das lange Warten. Verbesserungspotential evtl. durch Werbespots während VAR-Entscheidung getroffen wird, die Englische Liga ist sowieso schon fast voll Kommerziellisiert worden
    • maxi #sovielfürdieregiongetan 28.10.2019 12:19
      Highlight Highlight xamax vs luzern? mainz köln? aber ja klar er funktioniertausgezeichnet🤣🤣🤣
  • Ich hol jetzt das Schwein 28.10.2019 11:36
    Highlight Highlight Warum muss der Fussball das Rad immer wieder selbst neu erfinden, wenn dieselben Technologien und Regeln in anderen Sportarten erfolgreich eingesetzt werden? Bsp. VAR/TMO im Rugby: Im Rugby kommuniziert der Schiedsrichter auf dem Feld per Funk mit dem TMO. Beide sind dabei im Stadion und am TV zu hören, die Szene wird ebenfalls im Stadion auf den Screens und im TV gezeigt. Die Leute wissen, was diskutiert wurde und verstehen es und gut ist. Aber der Fussball muss natürlich wieder alles anders machen, weil der Fussball ja so anders und speziell ist. Das isch doch es Theater!
    • make_love_not_war 28.10.2019 12:29
      Highlight Highlight ok... äähm.. im rugby gibt es auch ganz andere regeln.. viel längere spielunterbrüche durch diese einwürfe, bei denen sich beide mannschaften neu aufstellen können und all dem zeugs, dazu ist rugby sowieso allgemein viel langsamer.. fussball ist einfach schneller, zackiger.. die spieler wiegen eher 70kg als 90kg, etcetera..
      du vergleichst birnen mit äpfel..
      sowieso glaub ich, wird das ganze per screen und audio mit dem stadionbesucher geteilt, weil kä sau d'rugbyreglä checkt!!!
    • TrueStory 28.10.2019 12:35
      Highlight Highlight Fußball ist anders, stimmt.
      Dynamischer, edler und taktisch/strategisch durchdachter als Rugby. Zudem soll es häufigere, ununterbrochene Spiel-Instanzen geben als in Rugby, die wiederum die Spiel-Komplexität erhöhen. Nichts gegen Rugby, aber nicht alle Technologien aus anderen Sportarten kann man 1-zu-1 anwenden.
    • Ich hol jetzt das Schwein 28.10.2019 13:25
      Highlight Highlight Wer Fussball als schneller als Rugby erklärt, hat noch nie Rugby gesehen. Übrigens gibt es ähnliche Technologien im Eishockey (massiv schneller als Fussball), American Football, Handball, Basketball, Volleyball, Tennis und diversen anderen Sportarten. Fast überall liess man sich von den positiven Erfahrungen anderer Sportarten überzeugen und bei der Festlegung der entsprechenden Regeln inspirieren. Nur der Fussball hat den Anspruch etwas Besonderes zu sein und ja nicht auf andere hören zu müssen. Genau wegen dieser Einstellung geht diese Sportart bachab.
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