Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Albian Ajeti ist bei West Ham United Klubkollege von Alisha Lehmann. bild: whufc.com

Ajetis Wechsel zu West Ham – was der alte und der neue Trainer damit zu tun haben

Albian Ajeti wechselt vom FC Basel zu West Ham United. Es ist ein Wechsel zum Konkurrenten seines früheren Lieblingsklubs. Und ein Wechsel zu einem Trainer, der ihn bereits hautnahe erlebt hat.

céline Feller / ch media



Beinahe unbeachtet läuft Manuel Pellegrini an den Rand des Trainingsplatzes. Er schaut zu, leise, beobachtend. Für einen Mann mit einer grossen Vergangenheit wie er sie hat, wirkt er nahbar. Ihn umgibt keine grosse Aura. Ein paar Minuten schaut er sich an, wie rund 25 Männer Übungen machen. Ob ihm der Mann mit der Nummer 22 schon damals auffällt? Wohl kaum.

Es ist Januar 2018. Manuel Pellegrini, zu dieser Zeit in Diensten von Hebei China Fortune, weilt zeitgleich wie der FC Basel im Marbella Football Center. Beide Teams holen sich den Schliff für den Frühling. Bei den Chinesen der Welttrainer, der einst bei Real Madrid oder Manchester City an der Seitenlinie stand. Beim FC Basel Albian Ajeti, der nach seiner Flucht zu Augsburg und St. Gallen wieder bei seinem Kindheitsklub ist. Er ist der Mann mit der Nummer 22.

Eineinhalb Jahre später sind Ajeti und Pellegrini wieder am selben Ort. Doch dieses Mal ist es kein Zufall. Manuel Pellegrini ist seit Mai 2018 Trainer von West Ham United. Albian Ajeti seit heute Donnerstag offiziell Spieler des Hammers. Nachdem sich der Transfer seit Tagen hingezogen hat, bestätigte der FCB am Donnerstagmorgen den Wechsel seines Topskorers.

«Ich bin sehr glücklich darüber, hier zu sein», lässt sich Ajeti in einem ersten Statement auf der Homepage des Londoner Klubs zitieren. «Es ist für mich eine grosse Freude, bei diesem grossen Klub zu sein.»

Bild

bild: whufc.com

Das Gespräch mit Edimilson Fernandes

Ajeti, der für den FCB in 96 Spielen 43 Tore erzielt hat, unterschreibt beim Premier-League-Klub einen Vertrag über vier Jahre mit Option auf ein weiteres Jahr. «Als ich das Interesse West Hams gespürt habe, musste ich nicht zwei Mal überlegen, ob ich für einen solch grossen, traditionsreichen Verein in der Premier League unterschreiben möchte. Ich komme von einem grossen, traditionsreichen Klub in der Schweiz und wechsle jetzt zu einem noch grösseren Klub. Es ist ein grosser Tag für mich und für meine Familie

Ajeti hat sich schon vor seinem Transfer und unabhängig von diesem über West Ham informiert, wie er erzählt: «Ich habe mit Edimilson Fernandes bei der Nationalmannschaft über den Klub gesprochen. Er sagte mir, welch grosser Klub West Ham sei. Er hatte nur Gutes zu erzählen.»

Dies alleine war aber nicht der Ausschlag für Ajetis Wechsel. Seit Kindertagen fasziniert den Stürmer die Premier League. Sein Herz gehörte dem Londoner Stadtrivalen Chelsea, sein Vorbild war der frühere Liverpool-Stürmer Luis Suárez. Mit der Zeit habe das Fansein beim heute 22-Jährigen aber nachgelassen, hat Ajeti vor ein paar Monaten erzählt. Er sei raus gewachsen.

Die Faszination Premier League

Die Faszination für die Liga aber ist geblieben. «Ich mag den Fussball und die Stürmer in der Premier League», erzählt er in seinem Vorstellungsvideo für den Klub aus Londons East End. Der Schweizer Natispieler freue sich auf das Zusammenspiel mit Stürmer, die bereits grosse Karrieren hatten. «Vor allem Chicharito. Ihn habe ich verfolgt, als ich jünger war.»

Mit dem früheren Stürmer von Manchester United und Real Madrid wird Ajeti sich um einen Platz neben Frankfurt-Neuzugang Sébastien Haller im Sturmzentrum duellieren. In England wird Ajeti aktuell nur als Back-up für die zwei Stürmer erachtet. Der Basler selber aber will mehr: «Ich habe sehr grosse Träume. Ich freue mich darauf, mit diesem faszinierenden Klub, der West Ham ist, alle Ziele zu erreichen.» Die Ambitionen des Teams würden ihm viel bedeuten und «es macht mich stolz, für einen solchen Verein zu spielen. Ich weiss, dass dieses Team mich an mein Limit pushen wird. Und ich will für diesen Klub auch ans Limit gehen.»

Die Verantwortlichen des Klubs zeigten sich sehr glücklich, dass der Deal am Deadline Day noch realisiert werden konnte. «Er ist ein weiterer, sehr junger Spieler, von dem wir glauben, dass er eine grosse Zukunft im Verein haben kann», so Mario Husillos, West Hams Director of Football. Ajeti habe die Scouts bei diversen Gelegenheiten beeindruckt. «Er ist ein aggressiver, schneller Stürmer, der gerne in der Box spielt. Wir glauben, dass er bereit ist, diesen grossen Schritt mt West Ham zu machen.»

Der Meister zum Start

Man traue ihm zu, von Anfang an performen zu können in der Premier League. Das erste Spiel, das Ajeti erleben könnte, wäre jenes gegen Englands Meister Manchester City am Samstag. City statt Servette – es sind Welten.

abspielen

Ajeti trainiert bereits mit West Ham. Video: streamable

Welten entfernt sind auch die Worte, die Ajeti über seinen Ex-Trainer Marcel Koller und seinen neuen Coach, Manuel Pellegrini, verliert. Während Koller für Ajeti mit ein Grund war, den FC Basel zu verlassen, so kommt er beim 65-jährigen Chilenen gerade zu ins Schwärmen. «Jeder kennt den Coach. Er hat sehr viel Erfahrung.» Und Ajeti kommt nicht umher, noch einen kleinen Seitenhieb auszuteilen in Richtung Koller: «Für mich ist es wichtig, dass ich mich mit dem Trainer gut verstehe und dass ich mit ihm gut arbeiten kann.»

Dies Gegebenheit scheint er bei West Ham nun gefunden zu haben. Bei diesem Trainer, der ihn schon vor eineinhalb Jahren hautnahe beobachtete. Damals, noch mit der 22 auf dem Rücken, dürfte Pellegrini Ajeti kaum speziell wahrgenommen haben. Jetzt aber wird er tagtäglich alles dafür geben, Pellegrini aufzufallen.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Rekordtorschützen der Premier League (Stand: 22.05.2019)

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Alle Spieler suchen neue Klubs – dem FCB droht ein Massen-Exodus

Die Lage beim FC Basel spitzt sich zu. Alle Spieler suchen neue Klubs, neben dem Rasen gibt es Massenkündigungen. Es droht ein Exodus.

Es ist der nächste Dominostein, der fällt. Nach Führungspersonen, die hin geschmissen haben, Nachwuchs-und Profi-Trainern, die im Streit gegangen sind und Fans, die von Basel bis nach Rheinfelden alles mit «Burgener und Heri raus»-Bannern tapezieren, ist auch die Mannschaft des FC Basel wütend. So sehr, dass es zum grossen Exodus kommen könnte. Entweder noch diesen Sommer oder dann im Winter, wenn sich unter Trainer Ciriaco Sforza die Stimmung nicht markant verbessert.

Denn wie diese Zeitung aus …

Artikel lesen
Link zum Artikel