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Übergriff vor Champions-League-Partie

Nach Chelsea-Skandal in Pariser Métro: Jetzt reden die Rassisten und ihr Opfer



Zwei Tage nach dem schockierenden Vorfall vor der Champions-League-Partie PSG–Chelsea in Paris haben sich einige der Beteiligten in den Medien zu Wort gemeldet.

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video: youtube/Best Ar Tv Highlights

Mitchell McCoy war in dem U-Bahn-Wagen, als Chelsea-Fans einen Schwarzen am Einsteigen hinderten. «Der Wagen war voll, es hatte keinen Platz für ihn und er versuchte gewaltsam einzusteigen. Er war sehr aggressiv. Ihn zurückzustossen, war meiner Meinung nach ein Akt der Selbstverteidigung», sagte der 17-jährige Chelsea-Fan gegenüber dem Radio LBC

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Auf die Nachfrage des Reporters, wie er sich die rassistischen Gesänge («wir sind Rassisten und wir lieben es») erklärt, antwortete er: «Die habe ich nicht gehört. Die Presse macht aus einer Mücke einen Elefanten, wie immer.» Allerdings sendete Mitchell zum Zeitpunkt des Vorfalls einen verräterischen Tweet, den er später löschte:

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«Unser Kapitän ist ein Rassist, ein Rassist, ein Rassist und dafür lieben wir ihn, lieben wir ihn, lieben wir ihn.» screenshot: twitter via the guardian

Ein anderer Chelsea-Fan, der sich zum fraglichen Zeitpunkt in dem U-Bahn-Wagen aufhielt, ist laut dem Guardian als Anhänger der ausländerfeindlichen UKIP-Partei identifiziert worden. Josh Parsons (21) posierte einmal mit Parteichef Nigel Farrage auf Instagram. Seit seiner «Enttarnung» hat Parsons seine Accounts auf Instagram, Facebook und Twitter deaktiviert. Interessantes Detail: Der junge Mann stammt offenbar aus wohlhabendem Haus, besitzt eine Chelsea-Saisonkarte und ging auf eine teure Privatschule.

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Chelsea-Fan Josh Parsons mit UKIP-Chef Nigel Farrage. screenshot: instagram via the guardian

Opfer: «So etwas darf nicht straflos bleiben»

Das Opfer des rassistischen Übergriffs hat sich gegenüber Le Parisien geäussert. «Ich spreche kein Englisch und verstand nicht, was sie sagten. Ich realisierte, dass sie Chelsea-Fans sind und machte die Verbindung zum PSG-Spiel», sagte der 33-jährige Familienvater, der sich nur mit seinem Vornamen Souleymane vorstellte. Allerdings sei ihm klar gewesen, dass sie ihn wegen seiner Hautfarbe attackierten. Rassistische Angriffe in Paris sei er gewohnt.

Er habe mehrere Minuten erfolglos versucht einzusteigen. Irgendwann seien U-Bahn-Beamte hinzugekommen, die ihm aber nicht halfen. «Die wollten nur, dass die Türe geschlossen und die U-Bahn abfahren kann», sagte Souleymane. Er überlegt sich nun rechtliche Schritte: «Diese Fans müssen gefunden, bestraft und eingesperrt werden. So etwas darf nicht straflos bleiben.»

(kri)

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