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epa07628512 Switzerland's Ricardo Rodriguez (C) celebrates with his teammates after scoring the 1-1 equalizer from the penalty spot during the UEFA Nations League semi final soccer match between Portugal and Switzerland at the Dragao stadium in Porto, Portugal, 05 June 2019.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Kann die Schweiz gegen England feiern? Und falls ja, in welcher Aufstellung? Bild: EPA/KEYSTONE

Ein Testpflichtspiel für die Nationalmannschaft – wer darf gegen England spielen?

In der Partie um den dritten Platz gegen England geht es für die Schweiz vor allem um die Ehre, aber auch um Geld. Aus Sicht der Ersatzleute wäre es wohl opportun, wenn sie vor den Ferien noch einmal Auslauf erhielten. Kommt Noah Okafor zu seinem ersten Einsatz oder zählt Vladimir Petkovic auf üblichen Verdächtigen?

christian brägger, porto / ch media



Sie sind Granit Xhaka, Yann Sommer und Ricardo Rodriguez. Sie spielen bei Arsenal, Gladbach und Milan. Sie spielen immer, sind unverzichtbar. Im Klub, im Nationalteam. Sie sind Josip Drmic, Yvon Mvogo und François Moubandje. Sie spielen bei Gladbach, Leipzig und Toulouse. Sie spielen wenig, sind ersetzbar. Im Klub, im Nationalteam. Es ist ihr Los, im zweiten Glied zu stehen.

Trainer Vladimir Petkovic hat die Nations League auch dazu ausgerufen, neue Gesichter in die Nationalmannschaft zu bringen, sie aufzufrischen. Deshalb teilte er nach der WM in Russland zum Auftakt der Länderspielsaison fünf Routiniers mit, vorerst nicht auf sie zu zählen.

ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS LARA GUT UND VALON BEHRAMI GEHEIRATET HABEN --- Switzerland's soccer player Valon Behrami boards the plane on the eve of an international friendly soccer match between Spain and Switzerland at the Milano Malpensa Airport, in Milano, Italy, Saturday, June 2, 2018. The Swiss team plays Spain in Villarreal on Sunday in preparation for the upcoming 2018 Fifa World Cup in Russia. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Packt nie mehr seine Koffer für die Nationalmannschaft: Valon Behrami. Bild: KEYSTONE

Valon Behrami reagierte enerviert und trat unter lautem Getöse zurück, in aller Ruhe nahmen Gelson Fernandes und später auch Blerim Dzemaili Abschied. Er schicke keine Länderspielkarrieren in Pension, hat Petkovic mehrmals betont. Doch sie beginnen unter ihm zu verstummen mit der Folge, dass Johan Djourou und noch mehr Captain Stephan Lichtsteiner in einer Art Schwebezustand sind. Sie, die 181 Länderspiele vereinen, sind im Stand-by-Modus.

Million mehr, Million weniger

Das Ziel der Schweiz war es, das Final Four zu gewinnen. Diesen Titel kann sie nach dem 1:3 gegen Portugal – es war die vierte Niederlage der Saison – nicht mehr holen. Im Spiel um Platz drei geht es gegen England in Guimarães am Sonntag ab 15 Uhr also nur noch um Ehre – und Geld. Neben der Antrittsprämie von 4,5 Millionen Euro gibt es für den Turnierdritten 3,5, für den Vierten 2,5 Millionen Euro.

Es ist Kaffeesatzlesen, wie Petkovic mit dem kleinen Final, ein in ein Pflichtspiel verkleideter Test, umzugehen gedenkt. Geht der Tessiner gegen den nächsten Grossen des Weltfussballs nochmals in die Vollen, auch wegen der vom Punkteschnitt her schlechtesten Saison für ihn als Nationalcoach? Oder bringt der Tessiner Drmic, den Stürmer? Mvogo, den Goalie, Moubandje, den Linksverteidiger? Oder den Flügel Noah Okafor, den ersten Spieler mit Jahrgang 2000, den Petkovic ins Kader berufen hat?

Okafor sagt: «Ursprünglich war ich ja da, um Luft beim A-Nationalteam zu schnuppern.» Der erste (Teil-)Einsatz des Baslers in einem Pflichtspiel machte jedenfalls Sinn, zumal das Talent dann festgespielt wäre und nicht mehr für Nigeria auflaufen dürfte, das Heimatland des Vaters.

Switzerland's midfielder Granit Xhaka, left, Switzerland's midfielder Noah Okafor, center, and Switzerland's midfielder Renato Steffen, right, in action during a training session at the Dragao stadium in Porto, Portugal, Tuesday, June 4, 2019. Portugal will face Switzerland on June 5 in their UEFA Nations League semi-final soccer match in Porto. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Kommt Youngster Noah Okafor (Mitte) zu seinem ersten A-Länderspiel? Bild: KEYSTONE

Petkovic ist ehrgeizig, stolz. Ein positives Resultat gegen die Nummer vier der Fussballwelt würde ihn und seine Spieler mit einem guten Gefühl in die Ferien entlassen; es wäre der erste Sieg gegen die Engländer seit 38 Jahren.

Am 10.  Juni 2015 schickte Petkovic im letzten Spiel vor den Sommerferien in der EM-Qualifikation gegen Litauen die stärkste Formation aufs Feld; aber damals brauchte er die Punkte, weil die Schweiz schlecht in die Kampagne gestartet war. Auch zwei Jahre später in der WM-Qualifikation bei den Färöer Inseln nahm Petkovic die Sache ernst, es gab keine Experimente und Belohnungen vor den Sommerferien.

«Sind hier nicht in den Ferien»

«Wir sind nicht hierhergekommen, um zwei Spiele zu verlieren», sagt Manuel Akanji. «Wir sind hier nicht in den Ferien, wollen zeigen, dass wir gegen Topgegner mithalten können und uns mit dem dritten Platz verabschieden,» sagt Xherdan Shaqiri. Während für die Stammspieler die Ausgangslage eine deutliche ist, schielen jene Schweizer auf einen Einsatz, die nah dran sind wie Edimilson Fernandes.

Was würdest du an Petkovics Stelle tun?

Oder Michael Lang, dem eine nächste Runde als Reservist auf der rechten Seite droht, weil Kevin Mbabu an ihm vorbeigezogen ist. Petkovic ist es aber auch, der stets sagt: «Wir müssen nur ans Heute denken und immer das Maximum herausholen.» Es ist denkbar, dass Lang am Sonntag gegen England spielt und Nico Elvedi in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt. Zwei, drei Modifikationen würden die Schweizer nicht auseinanderreissen.

Police spotters watch as English supporters drink and sing on Friday, June 7, 2019 in the city center of Porto, Portugal, the day after England lost their UEFA Nations League semifinal soccer match against the Netherlands. England will play Switzerland in a third place play-off match on upcoming Sunday. (AP Photo/Martin Meissner)

Die englischen Fans wollen einen Sieg sehen – und halten die portugiesische Polizei auf Trab. Bild: AP/AP

Auf der anderen Seite steht Englands Nationaltrainer Gareth Southgate vor demselben Problem. Es ist kaum vorstellbar, dass er die Liverpool- und Tottenham-Profis im Final Four ein zweites Mal schont. Dafür ist der Druck in der Heimat zu gross. (aargauerzeitung.ch)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
demian
09.06.2019 12:52registriert November 2016
Nur der Sieg zählt! Testen kann man auch gegen Gibraltar.
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