Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Koeln, 19.09.2015 - Fussball Bundesliga, 1. FC Koeln - Borussia Moenchengladbach, Trainer Lucien Favre (Gladbach) - Foto: Norbert Schmidt/Pixathlon (EQ Images) SWITZERLAND ONLY

Favre gibt den Rücktritt. 
Bild: Pixathlon

«Ich muss diese Entscheidung für Borussia und die Zukunft treffen» – Favre gibt in Gladbach überraschend den Rücktritt

Lucien Favre zieht sich per sofort zurück in Mönchengladbach. Der Trainer des Tabellenletzten reagiert damit auf den komplett missratenen Saisonstart mit fünf Niederlagen in Serie.



«Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein.»

Lucien Favre über seinen Rücktritt.

Paukenschlag in Gladbach: Lucien Favre und Borussia Mönchengladbach gehen ab sofort getrennte Wege. Im Verlauf des Sonntags fanden mehrere Gespräche mit der Klubführung statt. Zunächst setzte der Verein alles daran, den Schweizer umzustimmen. Aber Favre hielt an seinem Entschluss fest.

Er glaube nicht mehr daran, den Umschwung schaffen zu können. Die Equipe brauche neue Impulse, so der Romand. «Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein. Da muss ich ehrlich zu mir und meinen Partnern professionell sagen: Es geht um den Verein, um den Mythos Borussia! Ich muss diese Entscheidung für Borussia und die Zukunft treffen», erklärte Favre in einem persönlichen Statement.

ARCHIV --- ZUM RUECKTRITT VON LUCIEN FAVRE ALS GLADBACH-TRAINER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- epa03818260 Borussia Moenchengladbach's head coach Lucien Favre reacts during the German Bundesliga season opener match FC Bayern Munich vs. Borussia Moenchengladbach in Munich, Germany, 09 August 2013...(ATTENTION: EMBARGO CONDITIONS! The DFL permits the further utilisation of up to 15 pictures only (no sequential pictures or video-similar series of pictures allowed) via the internet and online media during the match (including halftime), taken from inside the stadium and/or prior to the start of the match. The DFL permits the unrestricted transmission of digitised recordings during the match exclusively for internal editorial processing only (e.g. via picture databases).)  EPA/ANDREAS GEBERT

Vier Jahre und sieben Monate war Favre bei Gladbach der Dirigent an der Seitenlinie.
Bild: EPA

Er sei lange genug im Geschäft, um zur Erkenntnis zu gelangen, «dass es jetzt an der Zeit ist und die beste Entscheidung für den Verein und die Mannschaft eine Veränderung herbeizuführen.»

Schlimmster Auftakt seit Bundesliga-Debüt

Vier Jahre und sieben Monate war der 57-jährige Westschweizer am Niederrhein tätig. Er führte den fünfmaligen Titelträger innerhalb von vier Saisons aus der Versenkung an die erweiterte deutsche Spitze und im letzten Frühling erstmals in der Vereinsgeschichte direkt in die Champions League.

Vom Jubelsturm über die beste Rückrunde - fünf Punkte vor Bayern München - seit den goldenen Siebzigerjahren ist nichts mehr zu spüren. Der schlimmste Auftakt zur Saison seit dem Debüt in der Bundesliga vor 50 Jahren überschattet alle, die Euphorie ist wie weggeblasen, im Borussia-Park herrscht Tristesse pur. Im Cup auf St. Pauli (4:1) deutete noch nichts auf den epochalen Absturz hin. Aber das 0:4 in Dortmund warf erste Fragen auf. Zwei vermeidbare 1:2-Niederlagen gegen Mainz und in Bremen vergrösserten die Negativdebatte. Und beim 0:3 gegen den HSV grassierte bereits panische Angst. Das 0:1 im Derby gegen Köln war der eine Fehltritt zu viel für Favre.

19.09.2015; Koeln; Fussball 1. Bundesliga - 1. FC Koeln - Borussia Moenchengladbach; 
Trainer Lucien Favre (Gladbach) (Schueler/Expa/freshfocus)

Die Niederlage im Derby gegen Köln war für Favre ein Fehltritt zuviel. 
Bild: Schueler/freshfocus

Zurück bleibt ein Scherbenhaufen

Von der totalen Verunsicherung wurde auch der Chef-Stratege selber erfasst. Favre wog ab, zweifelte, stellte um, bemühte sich fast fieberhaft, aber ergebnislos um neue taktischen Lösungen. Die im Sommer auf zwei Schlüsselpositionen veränderte Equipe ist aus der Balance geraten. Besserung in absehbarer Zeit hielt der Westschweizer nun offenbar nicht mehr für möglich. Drei Tage vor dem nächsten Heimspiel gegen Augsburg und einen Woche vor dem womöglich kursweisenden Duell mit dem ebenso schlecht gestarteten VfB verliess er den Ort seiner wertvollsten Erfolge in Deutschland freiwillig.

26.04.2015; Moenchengladbach; Fussball 1. Bundesliga - Borussia Moenchengladbach - VfL Wolfsburg; Trainer Lucien Favre (Gladbach) jubelt (Uwe Speck/Witters/freshfocus)

Extremer geht's kaum: Favre hatte in der letzten Saison noch viel zu lachen. Er coachte Gladbach auf den dritten Tabellenplatz. 
Bild: Uwe Speck/freshfocus

Zurück bleibt ein Scherbenhaufen, der eigentlich so gar nicht zu einem Mann passt, der in über 70 Prozent seiner 153 Bundesliga-Einsätze mit Mönchengladbach nicht verloren hat und einen Vertreter der wirtschaftlichen Mittelklasse zu vier einstelligen Tabellenplätzen führte. Favres Abgang wird dem Klub womöglich erheblich zusetzen. Die Borussia plante langfristig mit dem Romand, der sich in Deutschland einen erstklassigen Ruf geschaffen hat.

Der «Fohlenflüsterer» («Zeit») erhielt zuletzt Lob von allen höheren Instanzen. «Favre stellte die Glaubwürdigkeit des Klubs wieder her», lobte Ottmar Hitzfeld in einem Interview mit der Sportinformation Anfang Jahr. Zum zweiten Mal wird ihm nun aber eine desaströse Startphase zum Verhängnis. Bei seiner ersten Station in Berlin sackte er von Position 4 aus direkt ans Ende der deutschen Klubskala - die Entlassung war unausweichlich. In Gladbach bestimmte hingegen Favre den Zeitpunkt der Trennung. (si/ndö)

Gladbach nimmt Stellung

Die Stellungsnahme zum Rücktritt des Vereins. 

Reaktionen aus dem Netz

Dir gefällt diese Story? Dann like uns doch auf Facebook! Vielen Dank! 💕

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

9
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

102
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

78
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

111
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

145
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

117
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

86
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

9
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

102
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

78
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

111
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

145
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

117
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

86
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • maxi 21.09.2015 08:41
    Highlight Highlight
    Play Icon


    Etwa so stellt sich Gladbach aktuell an.
  • Plöder 21.09.2015 03:25
    Highlight Highlight Ich weiss nicht was ich zu den Kommentaren, die ich bis jetzt las, schreiben soll.
    Das eine ist aber Klar. Bei einem Herr Saibene lobte man ihn, sowie auch Klopp für Ihre Charakterstärke ein zu sehen, dass sie nicht mehr die richtigen sind.
    Bei Favre wird das selbe - genau das selbe - als Charakterschwäche und Feigheit goutiert!
    Ich versteh's einfach nicht?! Wir Menschen - ich inklusive - verstehen uns bestens eine für uns geeignete Doppelmoral anzueignen.
    Leider ist es in der Zeit des Internets so, dass das nicht vergessen geht...
  • San Lukas 20.09.2015 23:25
    Highlight Highlight Ich finde es ein bisschen zu früh. Es ist ja auch erst der 5. spieltag um jetzt 4 (erfolgreiche) Jahre hinzuschmeissen :(
  • Karl33 20.09.2015 22:54
    Highlight Highlight jetzt können ja die deutschen medien eine ersatz stellen. da gibts etliche sportjournalisten, die wussten alles immer besser als favre. mal den kicker.de fragen, ob seine besserwisserjournis es jetzt auch besser wissen.
  • Clank 20.09.2015 21:26
    Highlight Highlight Schwach!
    Ein guter Trainer bleibt auch bei einer Krise und überwältigt diese. Vor allem wenn man sogar trotz 5 Niederlagen in Folge immer noch das Vertrauen der Clubführung und der Fans hat. Schade!
  • UncleHuwi 20.09.2015 21:22
    Highlight Highlight Respekt Herr Favre...sonst werden die Trainer immer beim kleinsten Misserfolg rausgeworfen. Dem ist er mit seiner Entscheidung und dem sofortigen Rücktritt zuvorgekommen. Kann ich nachvollziehen! Andererseits finde ich es sehr schade für Gladbach. Ein sympathischer Club. Es hat lange viel zusammengepasst und gut funktioniert. Ich wünsche Favre nur das beste...er wird keine Mühe haben einen neuen Arbeitgeber zu finden:) Good luck Lucien
  • Darkside 20.09.2015 20:46
    Highlight Highlight Ich finde das ein bisschen feige. Kaum läufts mal nicht rennt man davon? Schade.
    • Ralphster 20.09.2015 21:26
      Highlight Highlight Wie man so was feig nennen kann, es zeugt eher von Charakter. Weisst auf wie viel Geld er durch seinen Rücktritt verzichtet? Ich nicht, aber es wird sehr viel sein.
    • Darkside 20.09.2015 21:59
      Highlight Highlight Naja Geldprobleme hat er nach so vielen Jahren Bundesliga bestimmt nicht. Zudem wird er jederzeit einen neuen gut bezahlten Job finden. In meinen Augen stiehlt er sich aus der Verantwortung und hinterlässt einen Scherbenhaufen in einem Verein der trotz der aktuellen Situation an ihm festgehalten hätte und langfristig mit ihm plante.
  • iceman999 20.09.2015 20:20
    Highlight Highlight Hut ab vor diesem Mann. Echt ein Trainer mit Format.
    • Mia_san_mia 20.09.2015 21:47
      Highlight Highlight Was? Wieso Hut ab? Bisher konnte man das sagen, aber das ist eine Enttäuschung. Ich war ein grosser Fan von ihm, aber wies aussieht kann er unter Druck nicht arbeiten.
  • AJACIED 20.09.2015 20:12
    Highlight Highlight Wow!! Nach allem hinundher hätte ich schon gedacht das es brenzlig wird. Aber das einer der beiden Seiten schon nach 5 Spieltagen exkl. Sevilla Match die Segel streicht. 😯. Hät allerspätestens den 10 Spieltag getippt.
    Naja lieber früher als "zu" spät.
    Schade nach einer so positiven entwicklung des Vereins. So ist das Geschäft!!
  • TanookiStormtrooper 20.09.2015 20:12
    Highlight Highlight Wenn ein paar Vereine in der Schweiz nur noch ein bisschen gewartet hätten, dann hätte man jetzt einen guten Trainer verpflichten können...
    • 8004 Zürich 20.09.2015 22:09
      Highlight Highlight Nach Pep so ziemlich der renommierteste BL-Trainer und neben Kloppo der meistgehandelte zukünftige Bayern-Trainer soll gerade für "ein paar" Vereine in der Schweiz eine Option darstellen?! Niemand in der Schweiz könnte Favre verpflichten...
    • Karl33 20.09.2015 22:55
      Highlight Highlight naja, schätzte favre würde jeden trainerposten der welt kriegen, wenn grad wo ein posten frei wäre.
  • Androider 20.09.2015 19:55
    Highlight Highlight Favre hat der Borussia viel Gutes getan & mit seinem Rücktritt zeigt er wahre Grösse. Ich wünsche ihm alles gute für die Zukunft und dass er bei einem neuen Verein ebenso erfolgreich sein wird. #respect
  • Thanatos 20.09.2015 19:49
    Highlight Highlight Der weiss definitiv was er tut! Diese Aktion lässt seine wahre Intelligenz durchsickern. Seine Chancen auf einen neuen Job sind sicher gut.

Petr Cech steht wieder zwischen die Pfosten – aber er hat die Sportart gewechselt

Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Die tschechische Goalielegende Petr Cech, jahrelang bei Chelsea und bis diesen Sommer bei Arsenal tätig, kehrt ins Tor zurück. Allerdings nicht etwa als Fussballgoalie.

Nein, der 37-Jährige hat sich Guildford Phoenix, einem Eishockeyteam aus der vierthöchsten englischen Liga, angeschlossen, wie diverse Medien und auch Eliteprospects bestätigen.

«Nach 20 Jahren Profifussball wird das für mich eine wunderbare Erfahrung. Ich kann den Sport ausüben, den ich …

Artikel lesen
Link zum Artikel