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Die Spieler von GC reagieren nach dem Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem Grasshopper Club Zuerich und dem FC St. Gallen im Letzigrund, am Samstag, 4. Mai 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Zu 99,9 Prozent steigt GC in die Challenge League ab. Bild: KEYSTONE

GC-Präsident Rietiker will «kämpfen bis zum Schluss» – doch die Mathematik sträubt sich

Der erste Abstieg des Rekordmeister rückt immer näher: Man wird sich bald daran gewöhnen müssen, den Namenszug der Grasshoppers in einer Tabelle mit Rapperswil-Jona, Wil, Kriens und/oder Chiasso zu lesen.



Der Samstag, 4. Mai 2019, war der Tag, an dem sich die Grasshoppers mit dem 0:1 gegen St. Gallen in der Praxis aus der höchsten Liga verabschiedet haben. Nur die Mathematik wehrt sich noch eisern, auch wenn sie die Wahrscheinlichkeit des Abstiegs mit etwas mehr als 99.9 Prozent veranschlagen muss. Der letzte Abstieg der Hoppers passierte im Frühling 1949. Wer damals zur Welt kam, ist heute im Erlebensfall 70 Jahre alt.

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Die Highlights des Spiel GC vs. St.Gallen. Video: YouTube/SRF Sport

In der Saison des historischen Falls zeigen die Hoppers auf dem Platz Leistungen, die des Rekordmeisters unwürdig sind. Im Herbst blieben sie mit einem deutlich negativen Saldo hinter den eigenen Erwartungen zurück, und danach, ab Ende November, gewannen sie in 17 Anläufen kein Spiel mehr. Feuerwehrmann Uli Forte konnte den Brand nicht mehr löschen, weil es nichts mehr zu löschen gab. Die Mannschaft war schon bis auf die Grundmauern niedergebrannt, wenn sie überhaupt je ein Fundament hatte.

Noch wollen es bei GC aber nicht alle einsehen. Präsident Stephan Rietiker schreibt heute in einer Stellungnahme: «Der Ligaerhalt ist angesichts der Punktedifferenz und des Torverhältnisses in den vier verbleibenden Runden äusserst schwierig geworden. Ungeachtet dessen wird die Mannschaft bis zum Schluss kämpfen. Das sind wir unserem Publikum und den Fans schuldig.»

Uli Forte, der neue Trainer des Grasshopper Club Zuerich, und GC-Praesident Stephan Rietiker, rechts, sprechen an einer Medienkonferenz am Dienstag, 9. April 2019 in Zuerich. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Forte und Rietiker haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Bild: KEYSTONE

Die Statistik spricht jedoch eine andere Sprache: In der laufenden Saison schneiden die Zürcher so schlecht ab wie niemals zuvor. Nach 32 Runden stehen sie bei 24 Punkten (0.75 Punkte pro Spiel) und bei einer Tordifferenz von minus 27. Ähnlich schlecht – 26 Punkte, minus 23 Tore – waren sie nach 32 Runden nur in der Saison 2011/12. Damals jedoch konnte nichts passieren, weil einerseits Neuchâtel Xamax im Zug des Skandals um Bulat Tschagajew zwangsrelegiert wurde und andererseits der FC Sion wegen seiner Transfervergehen mit einem Abzug von 36 Punkten belegt wurde.

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bild: srf

Die sich ablösenden Cheftrainer Thorsten Fink, Tomislav Stipic und Uli Forte schickten in der laufenden Saison bei GC 39 verschiedene Spieler auf den Platz. 39 Spieler bedeuten mehr als das Anderthalbfache eines gängigen Kaders. Legt man die 24 gewonnenen Punkte auf die eingesetzten Spieler um, ergeben sich 0.61 Punkte pro Spieler. Die Young Boys waren effizienter. Mit 24 Spielern holten sie 82 Punkte, Das sind 3.41 Punkte pro Spieler. (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 06.05.2019 13:12
    Highlight Highlight Man braucht einen Zählrahmen, um all die Fehler aufzuzählen, die bei GC in den letzten Jahren gemacht wurden. In der grossen Mehrzahl von der Vereinsführung. Ich habe grosse Zweifel, dass dies in naher Zukunft besser wird, wenn ich lese, was der neue GC-Präsident in in seiner jüngsten Stellungnahme absondert. Anstatt sich mit dem unvermeidlichen Abstieg abzufinden und mit aller Macht alle Weichen für einen sofortigen Wiederaustieg und eine erfolgreiche Zukunft zu stellen, gibt er eine völlig absurde Durchhalteparole durch. Er sollte sein Amt sofort wieder zur Verfügung stellen.
  • sherpa 06.05.2019 13:08
    Highlight Highlight Rietiker ist ein Traumtänzer!
  • Der Kritiker 06.05.2019 12:55
    Highlight Highlight Ich wünsche mir jetzt schon, dass GC nach der nächsten Saison wieder oben ist, denn ohne GC ist die Meisterschaft auch nicht das Wahre. Ob er dies jedoch unter dieser Führung schafft, wage ich zu bezweifeln.
  • FischersFritz 06.05.2019 12:51
    Highlight Highlight Traditionsclub vor leeren Zuschauerrängen, da braucht es weder einen Master in Finance noch Sportmanagement: Das musste dort enden wo GC jetzt ist.
  • Knety 06.05.2019 12:04
    Highlight Highlight Einerseits schade um diesen ehemals grossen Verein. Anderseits ist es einfach nur logisch, dass GC dort steht wo sie jetzt stehen.
  • TanookiStormtrooper 06.05.2019 12:01
    Highlight Highlight Dann machen wir doch etwas Mathe:
    Damit GC den Barrage-Platz noch zu erreichen kann muss
    - Xamax jetzt jedes Spiel verlieren
    - GC jedes Spiel gewinnen
    - Fürs Torverhältnis müsste GC jedes Spiel mit durchschnittlich 2 Toren Vorsprung gewinnen, ausser Xamax verliert alle Spiele mit einem durchschnittlichen 3 Tore Rückstand
    Mathematisch ist der Ligaerhalt noch möglich, praktisch gesehen sind sie aber nicht erst letzte Woche abgestiegen.
  • Herr Ole 06.05.2019 11:53
    Highlight Highlight Was für einen Sinn die Rechnung mit Punkten pro eingesetztem Spieler hat, verstehe ich nicht.
    • Der Kritiker 06.05.2019 12:49
      Highlight Highlight Die macht als KPI sehr wohl Sinn. Ist aber nur als ein Teil des Ganzen zu betrachten.
  • Leon1 06.05.2019 11:48
    Highlight Highlight Ich kann mich tiptop daran gewöhnen, gerne auch auf Dauer ;)

    Wobei die Punkte gegen GC, die man zuletzt recht zuverlässig geholt hatte, wird St.Gallen in der nächsten Saison vermissen
    • DogiDog 06.05.2019 12:09
      Highlight Highlight Ihnen, als Fan eines klassischen Liftclubs gönne ich die Schadenfreude. Abgesehen von ein paar Auf- und Abstiegen gibts ja in der Ostschweiz sportlich nicht viel zu feiern ;)
    • Estelle P!nk 06.05.2019 12:39
      Highlight Highlight Der St. Galler Meistertitel liegt lediglich 3 Jahre weiter zurück als eurer 😂
    • Leon1 06.05.2019 13:57
      Highlight Highlight Nicht nur meine Schadenfreude, die ganze Fussballschweiz freut sich. Offensichtlich interessiert es auch in Zürich die wenigsten; wenn man die halbe Fankurve mit Plastikstreifen überziehen muss, damit wenigstens dort der Eindruck entsteht, GCNiederhasli hätte noch eine nennenswerte Anzahl an Zuschauern.

      Das ist ja das witzige daran. Während sich andere Vereine ihrer sportlichen Schwächen durchaus bewusst sind, hört man bei euch seit Jahren nur "GC Rekordmeister! Än Institution!"

      Sportlich wäre GC in diesem Jahrzehnt schonmal abgestiegen, dass man's jetzt endlich geschafft hat war überfällig
    Weitere Antworten anzeigen
  • Big Ben 06.05.2019 11:26
    Highlight Highlight Jetzt muss in aller Konsequenz am Team für die nächste Saison in der Challenge League gebaut werden.
    Vier Spiele unter dem Motto "Vorstellungsgespräch".
    Wer dann nicht kann oder will --> abfahre bitte!!!
    • hopplaschorsch12 06.05.2019 13:48
      Highlight Highlight da müssen noch einige abfahren. Dieses Team hätte auch in der Challenge League hartes Brot zu kauen!
    • TanookiStormtrooper 06.05.2019 15:11
      Highlight Highlight Wenn die Geldgeber keine Lust mehr haben wird es an dieser Front auch nicht einfacher. Auch in der Challenge League kicken die Spieler nicht Gratis. Wenn z.B. der FC Aarau mehr zahlt, dann gehen sie wohl eher dahin, als bei GC zu bleiben. Vollgas geben sollten die Spieler sicherlich, ob sie es aber tun um bei GC zu bleiben, oder sich mit ihrer Leistung für einen anderen Klub empfehlen wollen ist dann ganz unterschiedlich.

Die letzte Hoffnung

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Ja, die Grasshoppers hatten keine andere Wahl. Acht Spiele verbleiben dem Rekordmeister, um den Abstieg aus der Super League noch zu verhindern. Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Xamax …

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