Sport
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epa04123618 President of FC Bayern Munich Uli Hoeness and his wife Susanne Hoeness leave regional court II after the verdict was announced in Munich, Germany, 13 March 2014. Uli Hoeness, the president of German football champions Bayern Munich, was sentenced to three and half years in jail on Thursday after being found guilty of evading taxes estimated at 27.2 million euros (38 million dollars) by a court in Munich. The footballing boss had previously admitted to dodging millions of euros in taxes. His defence team had asked the court for a suspended sentence, while prosecutors had demanded a jail sentence of five and half years. Hoeness is to appeal his conviction for tax evasion.  EPA/ANDREAS GEBERT

Uli Hoeness und seine Frau verlassen das Gericht durch den Hinterausgang. Bild: EPA/DPA

Tweets, Videos und Bilder

Hoeness' schwarzer Tag

Uli Hoeness muss wegen Steuerhinterziehung dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Sein Anwalt hat Rekurs eingelegt. Alle Details zum vierten Prozesstag finden Sie in unserem Liveticker.



Dreieinhalb Jahre Haft für Uli Hoeness: Ist das Urteil gerecht?

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Peter
Philipp Dahm
Marius Egger
Alles vorbei
von Philipp Dahm
Mit diesem Tweet beenden wir den Liveticker vom (vorerst) letzten Prozesstag. Wir hoffen, dass unsere Berichterstattung informativ gewesen ist und werden Sie am Freitag über die Reaktionen des FC Bayern München informieren. Guten Tag allerseits.


Englische Ironie: Hoeness «would never happen in UK»
von Philipp Dahm
Spannend: Auch international findet der Richterspruch Beachtung.
















Grammatik und Zynismus
von Philipp Dahm
Boris Becker, der im Wirtschaftsbeirat des FC Bayern sitzt, hält eigentlich zu seinem Vereinskollegen. Er ist aber auch enttäuscht.



Eine Twitter-Nutzerin will das so nicht stehen lassen.

Das sagen die Verfahrensbeteiligten
In diesem Beitrag von TV Bayern kommt Gerichtssprecherin Andrea Titz zu Wort, die Gründe für das Urteil nennt. Ausserdem sagt Hoeness-Verteidiger Hanns Feigen, warum er Rekurs einlegen wird. Interessantes Detail: Auch die Staatsanwaltschaft behält sich vor, gegen den Richterspruch vorzugehen (Video: YouTube/TVBayernTV).
«Ära zu Ende»
Eine Zusammenfassung des Sport-Informations-Dienst (Video: YouTube/SID).
Wer wird neuer Bayern-Boss?
Der FC Bayern München will erst morgen Freitag darüber informieren, wie es nach der Verurteilung von Uli Hoeness weitergeht. Es gilt jedoch als sicher, dass er als Präsident zurücktreten muss. Über die Nachfolge wird bereits intensiv spekuliert. Als interner Favorit gilt der in der Öffentlichkeit wenig bekannte Finanzchef Karl Hopfner (61), ein enger Vertrauter von Hoeness (Bild).
Karl Hopfner Executive Board Vice Chairman of German FC Bayern Muechen, watches the draw of the games for the Round of 16 of the UEFA Champions League 2012/13 at the UEFA Headquarters in Nyon, Switzerland, Thursday, December 20, 2012. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Hoch gehandelt wird auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (72). Er gehört als Vorsitzender des Verwaltungsbeirats und Mitglied des Aufsichtsrats seit Jahren zum Verein und hat beste Verbindungen zu einflussreichen politischen Kreisen. Bei der Fanbasis ist Edmund Stoiber allerdings weniger populär.

Der ehemalige Bayern-Star Paul Breitner (62) bringt alle Voraussetzungen mit, doch viele Fans können mit dem ewigen Stänkerer nichts anfangen. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (58) wäre fachlich geeignet, doch nachdem er zwei Luxus-Uhren nicht versteuert hat, ist er vorbestraft. Und der ehemalige Präsident Franz Beckenbauer (68) könnte in der Not zwar einspringen, aber eigentlich wollte er kürzer treten.
Alles zum Fall Hoeness
Sämtliche Berichte, Hintergründe und Reaktionen zum Prozess gegen Bayern-Präsident Uli Hoeness finden Sie zusammengefasst auf dieser Seite.
«Ein überraschendes Urteil»
«Spiegel»-Gerichtreporterin Gisela Friedrichsen bezeichnet das Urteil im Video-Interview als «überraschend». Es komme selten vor, dass das Gericht weder dem Antrag der Staatsanwaltschaft noch jenem der Verteidigung folge. Interessant sei, dass das Gericht keinen besonders schweren Fall konstatiert habe. Seine «Spielsucht» sei Hoeness positiv angerechnet worden. Der Vorsitzende sei trotzdem sehr deutlich geworden. Er habe auch Wert darauf gelegt, dass es keinen Unterschied gegeben habe, ob das Verfahren einen Prominenten oder einen No-Name betroffen habe.
Video: YouTube/spiegeltv
Neues Buch über Uli Hoeness
Punktgenau zum Urteil gegen Uli Hoeness wird bei der Leipziger Buchmesse ein neues Porträt des Fussball-Managers vorgestellt. Unter dem Titel «Nachspiel» zeichnet der frühere «Stern»-Reporter Peter Bizer Aufstieg und Fall des FC-Bayern-Präsidenten nach. «Wer den Menschen Hoeness von früher Jugend kennt, konnte davon nicht überrascht sein. Gnadenlos ehrgeizig wurde Uli Hoeness zu einem oft zwiespältig gedeuteten Phänomen», heisst es in der Verlagsankündigung.

Bizer hatte schon nach der Fussball-WM 1974 unter dem Titel «Der programmierte Weltmeister» ein Buch über Hoeness geschrieben. Schon damals habe er ihn «ziemlich kritisch» gesehen, hiess es. Dem neuen Porträt sind zwei Aufsätze angefügt: Redakteur Jörg Albrecht von der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» liefert ein Psychogramm von Machtmenschen in Führungspositionen, der Psychoanalytiker Christian Kraus beschreibt narzisstische Persönlichkeiten.
Being Uli Hoeness (vor 37 Jahren)
von Philipp Dahm
Zeiten ändern sich. Am 12. Juni 1976 war Uli Hoeness noch ein preisgekrönter Profifussballer und zu Gast in der deutschen Talkshow «Je später der Abend». Neben ihm war die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek eingeladen, die 2004 den Literaturnobelpreis gewann.

Sie berichtete von ihrem liberalen Eheleben, in dem es für die emanzipierte Gattin nie Thema war, Socken stopfen zu müssen. «Ja, das ist eine Sache, die ich bei mir nicht erdulden könnte», sagte Hoeness laut der Abschrift, die die Website Kuvi veröffentlicht hat. «Ich bin eben der Meinung, dass es in der Ehe gewisse Dinge gibt, die der eine macht, und gewisse Dinge, die der andere macht. Dazu gehört zum Beispiel Socken waschen.» Und weiter: «Im Unterschied vielleicht zu Frau Jelinek, möchte ich eine unheimlich saubere Wohnung vorfinden. Ich kann mich nur wohl fühlen, wenn es sauber und aufgeräumt ist, wenn ich nachhause komme, und ich habe bisher nicht den Eindruck gehabt, als würde diese Auffassung meine Frau stören.»

Wenn der Mann seine Meinung in den letzten drei Jahrzehnten nicht geändert hat, wird er im Gefängnis wenig Freude haben, sofern das Urteil rechtskräftig wird. Frau Hoeness war übrigens mal Zahnarzthelferin. «Und eines Tages, als es einfach zuviel wurde – wir haben ein relativ grosses Haus, wir haben eine Tochter von zehn Monaten und einen Hund – hat sie gesagt, ich möchte den Beruf nicht mehr ausüben.» Der Moderator bemerkte: «Sie haben eben so den Hund und das Kind in einem Atemzug genannt.» Darauf Hoeness: « Ja! Ich persönlich muss sagen... Der Hund war vorher da, und ich bin der Meinung, dass natürlich bei uns der Hund nicht eine untergeordnete Rolle spielt. Ich muss sagen, dass mir unser Hund schon sehr gefehlt hat, als wir ihn neulich ins Krankenhaus geben mussten. Ich glaube, ich möchte unsere Familie schon in vier einteilen.»
15:52 Ist das Urteil halb so schlimm?
Spiegel Online liefert eine Einschätzung des Urteils: Dreieinhalb Jahre Haft klingen womöglich härter als das, was Uli Hoeness nun wirklich bevorsteht: Zum einen ist es möglich, dass die Strafe bereits nach der Hälfte der Zeit zur Bewährung ausgesetzt wird, etwa wenn sich Hoeness im Gefängnis gut führt und die Rückfallgefahr als gering eingeschätzt wird.

Auch ist es möglich, dass Hoeness bereits nach wenigen Wochen das Gefängnis tagsüber wieder verlassen darf. Über den Freigang zur Arbeit in Freiheit entscheidet der Gefängnisleiter. Nur auf den Besuch von Abend- und Auslandsspielen des FC Bayern muss Hoeness wohl auf lange Zeit verzichten.
Hoeness-Gezwitscher
von Philipp Dahm
Zum Thema «Bayern-Resolution»



Zum Thema «Club-Tradition»



Zum Thema «Aböseumme»



Zum Thema #GerechtigeitSiegt

15:40 FC Bayern: Heute keine Infos
Der FC Bayern München hat eine Mitteilung veröffentlicht: «Die entsprechenden Gremien des FC Bayern München eV und der FC Bayern München AG, also Präsidium, Verwaltungsbeirat und Aufsichtsrat, werden nun nach dem Abschluss des Verfahrens gegen Uli Hoeness kurzfristig zu Beratungen zusammenkommen und anschliessend entsprechend zeitnah, aber nicht mehr heute, darüber informieren.»
Keine Spieler = keine Kommentare
von Philipp Dahm
Der FC Bayern ist wieder online, doch unter «News» erfahren Besucher bloss, dass die Mannschaft heute trainingsfrei hat. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Ziemlich bedient: Herr und Frau Hoeness
von Philipp Dahm
FILE - In this March 10, 2014 file picture, Bayern Munich President Uli Hoeness arrives at the regional court in Munich, Germany. Bayern Munich president Uli Hoeness has been found guilty of tax evasion and sentenced to 3 years, 6 months in prison Thursday March 13, 2014. . The 62-year-old Hoeness, one of the most powerful figures in German soccer, was charged with dodging 3.5 million euros (US $4.85 million) in taxes through an undeclared Swiss bank account. When his trial opened Monday he admitted to avoiding 15 million euros more. Then it came out through an examination of documents he provided to investigators shortly before the trial that he owed 27.2 million euros in total.  (AP Photo/Sven Hoppe, Pool)
Susanne Hoeness, , wife of  Uli Hoeness, the president of Bayern Munich soccer club , waits in the courtroom in Munich, Germany, Thursday March 13, 2014.  Uli Hoeness is accused in a tax evasion case that could land the German soccer legend in prison. Bavarian prosecutors filed charges against Hoeness after he reported himself to authorities for having a previously undeclared Swiss bank account. The verdict is expected today. (AP Photo/Sven Hoppe, Pool)
(Bilder: Keystone)
#sULIdaritaet mit Hoeness
von Philipp Dahm
Dass sich im Internet derart viel Spott und Häme über Hoeness ergiessen, gefällt aber noch lange nicht jedem.











Supporters of Bayern Munich President Uli Hoeness hold a banner reading in Bavarian dialect 'Dear Uli, We say thank you for everything', gather outside the regional court in Munich March 13, 2014. A German court convicted Hoeness of tax evasion on Thursday and sentenced the soccer manager who turned Bayern Munich into one of the world's most successful clubs to three years and six months in jail. Judge Rupert Heindl ruled Hoeness's voluntary disclosure - that he had failed to pay taxes - was incomplete and thus did not meet a vital requirement needed for amnesty under German tax laws designed to encourage tax evaders to come clean.                        REUTERS/Michael Dalder (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER CRIME LAW BUSINESS)
(Bild: Keystone)
15:21 Bayern-Aufsichtsrat berät über Urteil
Der FC Bayern München wird sich zum Urteil gegen Präsident Uli Hoeness nicht äussern. Laut Mediendirektor Markus Hörwick ist dagegen eine kurze schriftliche Erklärung des Aufsichtsrates im Laufe des Tages zu erwarten. Der Aufsichtsrat werde kurzfristig zu einer Beratung zusammenkommen und dann zeitnah über das Ergebnis informieren, teilte der Autobauer Audi mit. Audi-Chef Rupert Stadler ist einer der beiden Vizechefs des Aufsichtsrats, dem Hoeness vorsitzt.
15:09 Kein besonders schwerer Fall
Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, äusserte sich zur Abweichung des Urteils vom Antrag der Staatsanwaltschaft: Die Kammer habe «eine andere Gewichtung vorgenommen. Das steht dem Gericht zu.» Die Staatsanwaltschaft habe der Bevölkerung eine Bewährungsstrafe nicht zumuten wollen. Urteilsgründe und Argumente werden in den kommenden Tagen «untersucht», dann entscheidet die Staatsanwaltschaft über eine Revision.

Einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung konnte Richter Heindl in Hoeness' Verhalten nicht erkennen. Allerdings habe der Bayern-Manager vorsätzlich gehandelt, betonte Heindl in der Urteilsbegründung. «Das bloße Berufen darauf, die Bank habe quasi alles allein gemacht, nehmen wir ihnen nicht ab.»
Notarzt im Brennpunkt
von Philipp Dahm
Nicht nur im Internet schlagen die Wellen hoch, auch vor Ort in München scheint das Urteil heftige Reaktionen hervorzurufen.




Dass das Verdikt in Deutschland wie eine Bombe eingeschlagen hat, zeigt auch die Tatsache, dass die ARD nach der Tagesschau um 20.15 Uhr die Sondersendung Brennpunkt ins Programm gehievt hat, die eigentlich schweren Krisen vorbehalten ist.
14:57 Es geht in die zweite Runde
Hoeness-Verteidiger Hanns Feigen kündigt Revision an: «Wir werden das Urteil natürlich mit dem Rechtsmittel der Revision angreifen.» Staatsanwalt von Engel hat sich noch nicht entschieden. Der Bundesgerichtshof prüft gemäss Spiegel Online aber nur, ob juristisch alles sauber abgelaufen ist. Eine völlig neue Beweisaufnahme findet nicht statt.

Erst wenn der BGH ein Urteil beanstandet, werden neue Beweise aufgenommen. Das Gericht hebt dann das Urteil auf und verweist es zurück an ein Landgericht – im Normalfall eine andere Kammer des Gerichts, das die ursprüngliche Entscheidung gefällt hat. Bestätigt der BGH dagegen das Urteil, ist es rechtskräftig.
Deutschland, deine Steuersünder
Uli Hoeness liebt es, Erster zu sein. Doch in diesem Fall hätte er wohl gerne darauf verzichtet: Hoeness ist der erste Prominente Deutschlands, der nach einem wegweisenden Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ins Visier der Steuerfahnder geraten ist. Erst seit der Entscheidung von 2012 gilt verbindlich, dass ab einer hinterzogenen Summe von einer Million Euro keine Haft auf Bewährung mehr möglich ist. Alle anderen prominenten Steuersünder wurden vor dieser Verschärfung ertappt.

Boris Becker ist einer der Prominenten, der bei einer früheren Festsetzung der Grenze von einer Million Euro ins Gefängnis hätte müssen. Becker wurde 2002 in München zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und 500'000 Euro Geldbusse verurteilt, weil er 1,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen hatte. Die Anklage wollte ihn für dreieinhalb Jahren ins Gefängnis schicken. «Es wäre für mich gar nicht auszumalen gewesen, hätte ich ins Gefängnis gemusst», reagierte der Ex-Tennisstar auf das Urteil.
Der ehemalige Tennis-Profi Boris Becker steht am 18. September 2003 von Fotografen umringt in einem Muenchner Gerichtssaal. Becker wurde damals vom Insolvenzverwalter der Firma Sportgate auf Zahlung von 1,5 Millionen Euro verklagt. Dem frueheren Tennis-Star Boris Becker droht im Zusammenhang mit der insolventen Sportgate Aktiengesellschaft eine Zahlung von 1,5 Millionen Euro. Das geht aus einem am Montag 8. Mai 2006 in Karlsruhe verkuendeten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor. Der Fall muss nun vom Oberlandesgericht Muenchen neu verhandelt werden.(KEYSTONE/AP Photo/Jan Pitman)
Peter Graf, der Vater der zweiten deutschen Tennis-Ikone Steffi Graf, musste hingegen ins Gefängnis. 1997 verurteilte das Landgericht Mannheim Graf zu drei Jahren und neun Monaten Haft, weil er dem Staat die Steuern auf Siegprämien seiner Tochter vorenthalten hatte. Graf, der zuvor schon in Untersuchungshaft gesessen hatte, kam 1998 wieder frei und stand vor den Trümmern seines Lebens. Seine Tochter suchte sich einen neuen Manager, Grafs Ehe mit Steffis Mutter Heidi wurde geschieden.

Klaus Zumwinkel, langjähriger Chef der Deutschen Post, kam ähnlich wie Becker denkbar knapp am Gefängnis vorbei. Zumwinkel geriet durch den Ankauf einer Steuer-CD aus Liechtenstein ins Visier der Ermittler. Er musste am Ende 3,9 Millionen Euro an Steuern nachzahlen, dazu eine Geldstrafe von einer Million Euro. Ausserdem erhielt er zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Paul Schockemöhle, früher einer der besten Springreiter der Welt, steht für einen der ersten Steuerfälle mit grosser Aussenwirkung. Schockemöhle hatte in Liechtenstein Millionen gebunkert, 1997 deckte ein Informant dies auf. Schockemöhle musste deshalb knapp 11,6 Millionen Euro nachzahlen und bekam eine Haftstrafe von elf Monaten auf Bewährung. Wie jetzt Hoeness hatte Schockemöhle damals eine Selbstanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft erklärte zunächst, dass diese erst nach Beginn der Ermittlungen eingegangen sei und deshalb nicht strafbefreiend wirken könne. Dies blieb aber umstritten – als Kompromiss kam es zu der milden Bewährungsstrafe.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe Prominenter mit kleineren Steuervergehen. Gegen die Moderatorin Verena Pooth stellte die Staatsanwaltschaft 2010 nach Zahlung von 30'000 Euro die Ermittlungen rund um angeblich unversteuerte Spekulationserlöse ein. Moderator Patrick Lindner musste 150'000 Euro Steuern nachzahlen, weil er falsche Angaben zur Vermietung seiner Villa in den 90er Jahren gemacht hatte. Ebenfalls 150'000 Euro musste Freddy Quinn zahlen – er hatte angegeben, in Monaco zu leben, obwohl er tatsächlich in Hamburg wohnte.
Knast-Abo für Hoeness anyone?
von Philipp Dahm
Wer moralisch so hoch geflogen ist und so tief fällt, muss sich so Einiges gefallen lassen. Eine Auswahl:











14:54 Hoeness bleibt auf freiem Fuss
Uli Hoeness bleibt trotz seiner Verurteilung zu einer Haftstrafe ohne Bewährung zunächst auf freiem Fuß. Das Landgericht München II hielt den gegen Hoeness bestehenden Haftbefehl zwar aufrecht. Dieser bleibt nach den Worten von Richter Rupert Heindl aber außer Vollzug gesetzt. «Der Angeklagte ist nicht in Haft genommen worden», sagt Sprecherin Andrea Titz.
14:51 «Auf Zeit gespielt»
Gerichtssprecherin Andrea Titz erläutert die Urteilsbegründung: «Es handelt sich nicht um eine knapp gescheiterte Selbstanzeige.» Die Unterlagen, die Hoeness zur Verfügung gestellt hatte, hätten nicht ausgereicht. Zudem sei er getrieben gewesen von der Angst vor der Entdeckung. Hoeness habe «auf Zeit gespielt». Vor dem Gericht demonstrieren Hoeness-Fans gegen den Urteilsspruch.
Supporters of Bayern Munich President Uli Hoeness gather outside the regional court in Munich March 13, 2014. A German court convicted Hoeness of tax evasion on Thursday and sentenced the soccer manager who turned Bayern Munich into one of the world's most successful clubs to three years and six months in jail. Judge Rupert Heindl ruled Hoeness's voluntary disclosure - that he had failed to pay taxes - was incomplete and thus did not meet a vital requirement needed for amnesty under German tax laws designed to encourage tax evaders to come clean.                        REUTERS/Michael Dalder (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER CRIME LAW BUSINESS)
14:50 «Das ist Ihr Fehler, Herr Hoeness!»
Rupert Heindl liest Hoeness die Leviten, berichtet Focus Online aus dem Gerichtssaal: «Sie hatten nicht alle Dokumente beisammen, die sie für die Selbstanzeige brauchten – und haben es trotzdem riskiert. Das ist Ihr Fehler, Herr Hoeness! Und nicht der Ihrer Berater.»
14:34 Freispruch war kein Thema
Richter Rupert Heindl führt in seiner Urteilsbegründung aus, dass ein Freispruch nie zur Debatte stand. Das entspricht der Einschätzung fast aller Prozessbeobachter. Mit den Unterlagen, die Hoeness zum Zeitpunkt der Selbstanzeige vorlagen, war keine wirksame Selbstanzeige möglich, so Heindl. Die Gesamtsumme an hinterzogenen Steuern betrage 28,4 Millionen Euro. Auf die bereits bekannten 27,2 Millionen kämen noch 1,2 Millionen Solidaritätszuschlag dazu. Hoeness verfolgt die Ausführungen des Richters mit grosser Aufmerksamkeit.


von Philipp Dahm
Das Internet bricht zusammen. Sowohl die Medien ...



... wie auch die Website des FC Bayern, die offline ist, ...

... wie auch die Bürger. Die allerdings mehr vor Lachen.







Mit Blick auf «Koan Neuer»-Plakate vor dem Wechsel des Goalies zu Bayern:

14:28 Das Aus als Bayern-Präsident?
Peter Danckert, der ehemalige Vorsitzende des Sportausschusses im deutschen Bundestag, sagte dem Fernsehsender N24: «Ich denke, dass Hoeness aus diesem Urteil Konsequenzen ziehen und seine Präsidentschaft beim FC Bayern niederlegen muss.» Der deutsche Fussball-Rekordmeister will sich zunächst nicht zum Urteil äussern. Hintergrund ist offenbar die Einspruchsfrist, die beide Parteien nach dem Richterspruch haben.
Selbst das SZ-Magazin lästert
von Philipp Dahm

14:17 Selbstanzeige war ungültig
Das Landgericht München II stufte die Selbstanzeige von Hoeness zu seinem Vontobel-Konto als ungültig ein und befand ihn der Steuerhinterziehung für schuldig. Das Gericht blieb mit seinem Urteil zwei Jahre unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, beide Parteien können in Revision gehen: Die nächste Instanz ist der Bundesgerichtshof in Karlsruhe.


Autsch! Der ist fies!
von Philipp Dahm

14:13 Hoeness bleibt gefasst
Hoeness zeigt laut Focus Online bei der Urteilsverkündung keine Reaktion. Er sitzt gefasst da. Die Urteilsbegründung steht noch aus.
Kriminelle im Fussball
von Philipp Dahm
Das Haft-Urteil gegen Hoeness ist noch nicht rechtskräftig, doch nun muss sich der Bayern-Mann an seinen eigenen Worten messen lassen.


14:10 Drei Jahre und sechs Monate
Das Urteil steht fest: Drei Jahre und sechs Monate. Wird dieses Urteil rechtskräftig, müsste Uli Hoeness tatsächlich ins Gefängnis. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass er in die Berufung geht.
Schonmal gut: Deutscher Rechtsstaat gestärkt
von Philipp Dahm

14:00 Gleich geht es um die Wurst
Uli Hoeness ist zurück im Justizpalast, nun beginnt das Warten auf das Urteil. Deutsche Medien gehen mit Berufung auf Experten davon aus, dass es sich näher beim Antrag der Staatsanwaltschaft bewegen wird als bei jenem der Verteidigung.


Der Hoeness-Effekt: Aufs Urteil spekulieren
von Philipp Dahm
Kann man tatsächlich online darauf wetten, ob Uli Hoeness ins Gefängnis muss? Die deutsche Redaktion von Vice hat bei dem entsprechenden Wettanbieter nachgefragt. Der dementierte. Dann das Dementi des Dementis.

«betsafe scheint über ihre Wetten ähnlich viel Überblick zu haben wie Uli Hoeness über seine Spekulationen», bemerken die Kollegen treffend. «Eben hat sich die Firma noch einmal gemeldet und zugegeben, dass es die Wette doch gegeben hat ‹und diese auch weiterhin auf unserer Seite verfügbar ist›.» Wer da noch mitmachen will, muss sich sputen...
Der Countdown läuft
von Marius Egger

Wer ist die «Frau in Rot»?
Sie ist so etwas wie das öffentliche Gesicht im Hoeness-Prozess. Andrea Titz steht als Gerichtssprecherin den Medien Red und Antwort. Die 44-Jährige, im Hauptberuf Oberstaatsanwältin, scheint das Rampenlicht zu geniessen. Die «Frau in Rot», wie sie das Münchner Boulevardblatt «tz» getauft hat, präsentiert sich in eleganten Outfits und mit High Heels.
epa04121343 Spokesperson of the court Andrea Titz issues a statment to journalists on the third day of trial against defendant Uli Hoeness, the president of German soccer club FC Bayern Munich, at the Palace of Justice in Munich, Germany, 12 March 2014. Lawyers for Uli Hoeness accepted a tax office estimate that he had evaded taxes totalling 27.2 million euros (38 million dollars). At his trial a day earlier, prosecutors had raised the amount of taxes Hoeness is accused of evading to that amount. He was originally accused of evading 3.5 million euros after admitting last year that he held a Swiss bank account.  EPA/MARC MUELLER / POOL
epaselect epa04121341 Spokesperson of the court Andrea Titz (C) issues a statment to journalists on the third day of trial against defendant Uli Hoeness, the president of German soccer club FC Bayern Munich, at the Palace of Justice in Munich, Germany, 12 March 2014. Lawyers for Uli Hoeness accepted a tax office estimate that he had evaded taxes totalling 27.2 million euros (38 million dollars). At his trial a day earlier, prosecutors had raised the amount of taxes Hoeness is accused of evading to that amount. He was originally accused of evading 3.5 million euros after admitting last year that he held a Swiss bank account.  EPA/MARC MUELLER / POOL
Das Kandidatenkarussell dreht sich
von Marius Egger
Zwei Drittel der Deutschen fordern laut einer repräsentativen Umfrage den sofortigen Rücktritt von Uli Hoeness als Bayern-Präsident. Die Freunde vom Münchner Merkur haben sich schon mal der Frage nach möglichen Nachfolgern angenommen. Die Namen:

Karl Hopfner (langjähriger Vorstand) wird als möglicher Übergangs-Kandidat gehandelt.
Edmund Stoiber gilt laut Merkur tatsächlich als Option 2 hinter Hopfner. Problem: die Basis stehe nicht unbedingt hinter ihm.
Paul Breitner gilt als Spezi von Hoeness, wird aber nicht von allen Fans geliebt
Karl-Heinz Rummenigge will laut Merkur nicht den Posten wechseln
Franz Beckenbauer hat laut Merkur keine Zeit

In den Startlöchern steht da offenbar keiner so richtig beim FC Bayern. Das Fazit des Merkurs kommt denn auch nicht überraschend: «Generell gilt freilich die Hoffnung: Es soll mit Hoeneß weitergehen. Ein Freispruch wäre da das beste Zeichen.»
Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.
Bet & Win – heute mit: Margot Honecker
von Philipp Dahm
Margot Honecker, Jahrgang 1927, ist auch heute noch ein politischer Mensch. Die Witwe von Erich Honecker führt 15 Jahre nach dem Ende der DDR quasi den Kampf ihres verstorbenen Mannes fort.




Mit Rechts(staat)streitereien kennt sich die Dame aus. Ihre Prognose für das kommende Urteil:


Finanzblog sieht «Kernproblem für Vontobel»
von Philipp Dahm
Ein Schweizer Finanz-Blog beleuchtet die Rolle der Bank, die Hoeness' Spekulationen abgewickelt hat. «Das Kernproblem für Vontobel ist, dass Hoeness ausschliesslich vom vormaligen Chef des Devisenhandels betreut worden war, und das über Jahrzehnte. Dieser führte alle Aufträge selbst aus», weiss Inside Paradeplatz. Der deutsche Angeklagte konnte «an einem Tag einen zweistelligen Millionenbetrag gewinnen oder verlieren», heisst es weiter. «Von wo aber kam das viele eigene Geld, das Hoeness für seine Wetten benötigte?» Ein Vontobel-Sprecher widersprach, es habe bei der Betreuung des Kunden «eine entsprechende Stellvertreter-Regelung» gegeben. Risikolimiten auf Tagesbasis würden intern ständig kontrolliert.
Bleibt Hoeness Bayern-Präsident?
Der Aufsichtsrat des FC Bayern München will nach dem Urteil über die Zukunft von Uli Hoeness an der Spitze des Kontrollgremiums entscheiden. Das sagte Aufsichtsrats-Mitglied und VW-Konzernchef Martin Winterkorn bei der Bilanz-Pressekonferenz des Autobauers: «Wir warten jetzt das gerichtliche Urteil ab und dann äussern wir uns dazu.»
«Bild» urteilt – ein guter Freund wendet sich ab
von Philipp Dahm
Die «Bild»-Zeitung ist bis zum Bekanntwerden des Fall Hoeness' nicht gerade als grösster Kritiker des Bayern-Manns aufgefallen. Nun die Kehrtwende: «Hoeness hat nicht nur betrogen, er hat auch gelogen», kommentiert die Zeitung. Weiter wird spekuliert, er könnte in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Landsberg geschickt werden. «Bekanntester Insasse: Adolf Hitler, der in Haft sein Buch ‹Mein Kampf› schrieb.» Zumindest an der medialen Front hat Hoeness den Krieg offenbar verloren.
Aussicht auf Bewährung
Auch wenn sich das Gericht der Forderung des Staatsanwalts anschliesst, muss Uli Hoeness nicht unbedingt fünfeinhalb Jahre ins Gefängnis: Wenn die Hälfte der Strafe abgelaufen sind, kann der Rest zur Bewährung ausgesetzt werden. Bei der Entscheidung darüber werden Faktoren wie Persönlichkeit der verurteilten Person, die Rückfallgefahr und das Verhalten des Verurteilten im Vollzug einbezogen. Auch nach zwei Dritteln der Haftzeit kann eine solche Entscheidung getroffen werden. (Spiegel Online)
12:30 Der Stand der Dinge im Hoeness-Prozess
Die Verhandlung im Fall Hoeness ist beendet. Die Staatsanwaltschaft fordert fünfeinhalb Jahre Gefängnis für den Präsidenten des FC Bayern München. Eine Bewährung wäre in diesem Fall nicht möglich. Die Verteidigung dagegen plädiert «höchstens» für eine Bewährungsstrafe. Ein Freispruch dürfte damit definitiv vom Tisch sein.

Nun berät das Gericht über das Urteil. Alles steht und fällt dabei mit der Selbstanzeige von Uli Hoeness und wie viel Gewicht ihr eingeräumt wird. Die meisten Beobachter gehen von einer unbedingten Haftstrafe aus, doch einzelne Experten halten eine Bewährung für durchaus möglich. Das Urteil wird frühestens um 14 Uhr verkündet.

Mit dem heutigen Urteilsspruch steht auch fest, dass das Gericht die rund 70'000 Seiten von der Bank Vontobel nicht genauer überprüfen lässt. Damit bleibt es wohl bei der hinterzogenen Summe von 27,2 Millionen Euro. Hoeness wird diesen Betrag abliefern müssen, plus Zinsen und eine Busse.
Wer den Schaden hat...
von Marius Egger
...braucht für den Spott im Internet nicht zu sorgen.

Wie viel wiegen eigentlich 27.2 Millionen Euro?
von Marius Egger
In 500 Euro Scheinen: 60,63 kg
In 10 Euro Scheinen: 1,96 Tonnen
In 1 Euro Münzen: 204 Tonnen.
Würde man die 1 Euro Münzen stapeln, gäbe dies einen Turm von 63,63 Kilometern.

Wir haben übrigens nicht selber gestapelt. Die Informationen stammen von dieser Webseite.
Als die Welt noch in Ordnung war
von Philipp Dahm
Vor der Urteilsverkündung ist es Zeit, tief durchzuatmen und alles nochmal Revue passieren zu lassen, fand das deutsche Fussball-Magazin 11 Freunde.


Neu im Sortiment: Knackiwurst
Bei der Twitter-Community sorgt der Hoeness-Prozess für kreative Höhenflüge. Eine kleine Auswahl:








Das Urteil der «Bild»-Zeitung
von Marius Egger
Die mächtige Boulevard-Zeitung hat ein erstes Urteil schon gefällt. «Uli Hoeneß muss nach dem Urteil von allen seinen Ämtern zurücktreten. Seine Funktionärs-Karriere ist vorbei!», schreibt Hoeness-Kenner Alfred Draxler in einem Kommentar in der «Bild». Der endet folgendermassen: «Wie immer es ausfallen wird: Der strahlende, der mächtige Bayern-Boss ist danach Geschichte. So weh das auch tut, nicht nur seinen Freunden…»
Gedanken vor dem Urteil

Ein Song für Uli
von Marius Egger
Ich habe versprochen, ich suche einen Pro-Uli-Hoeness-Song. Lange musste ich nicht suchen. Nicht herausgefunden habe ich aber, wer dieser Zamjo & T-Sm ist. Aufgefallen ist der in der Vergangenheit mit dem Song «Danke Bayern (Meistersong 2013)». Jetzt hat er mit «Mia San Uli» nachgedoppelt. Verdacht: Er gehört er zu den 491 Bayern-Mitarbeitern und beschallt vor dem Spiel die Umkleidekabine.
11:18 Das Schlusswort von Uli Hoeness
Der Angeklagte hat das Schlusswort. Er fasst sich kurz: «Ich habe dem Vortrag von Herrn Feigen nichts mehr hinzuzufügen.» Damit ist das Verfahren beendet. Ab 14 Uhr geht es weiter, dann wird das Urteil erwartet.


11:13 Verteidigung verlangt Bewährung
Verteidiger Feigen beantragt eine Bewährungsstrafe für Uli Hoeness und die Aussetzung des Haftbefehls. Es werde für ihn nicht einfach, die Steuern nachzubezahlen. Das werde geschehen unter Aufbietung aller Kräfte. Eine konkrete Strafhöhe hat die Verteidigung nicht gefordert. Das sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz im Anschluss an das Plädoyer.
Hoeness und die «BVB-Strafe»


Danke an den watson-User mit dem Namen Filmorakel. Er hat uns in der Kommentarspalte auf dieses Bild aufmerksam gemacht. Auf Twitter dreht der auch grad seine Runden.
27.2 Millionen Euro oder 9.066.666 Stadionwürste
von Marius Egger
Die Steuerschuld von Uli Hoeness ist in drei Prozesstagen in astronomische Höhen geschnellt. Erst ging man von 3.5 Millionen Euro aus, jetzt sind es bereits 27.2 Millionen Euro. Klar, dass man diese Zahl irgendwie greifbar machen will. Die Webseite wievielschuldetuli.de hat schon mal ein paar Müsterchen zusammengetragen. Dass man 2.761.421 Oktoberfest-Mass kaufen könnte etwa. Oder 123 Bundeskanzler-Jahresgehälter. Oder 9.066.666 Stadionwürste. Die Würste hätte der Hoeness immerhin schnell zusammen. Seine Wurstfabrik produziert rund 4 Millionen Würste. Pro Tag.
10:44 Verteidigung hebt Selbstanzeige hervor
Nun hält Verteidiger Hanns Feigen (Bild) sein Plädoyer. «Es gibt keine festgelegte Form für eine Selbstanzeige», betont der Jurist. Feigen weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Selbstanzeige im Nachhinein ergänzt werden darf, wenn Unterlagen nicht rechtzeitig vorlagen. Er räumt aber ein, dass eine wirksame Selbstanzeige «knapp verfehlt» wurde. Ein Freispruch dürfte damit selbst für die Verteidigung vom Tisch sein.
epa04118343 Defendant Uli Hoeness (R), President of German soccer club FC Bayern Munich, and his attourney Hanns W. Feigen (L) arrive for his trial at the Palace of Justice in Munich, Germany, 10 March 2014. The tax evasion trial against the president of German soccer club FC Bayern Munich, Uli Hoeness was opened the same day.  EPA/SVEN HOPPE
«Atemlos in den Knast» feat. Uli Hoeness
von Marius Egger
Wissen Sie, was passiert, wenn man ein niedersächsisches Radioteam nimmt, eine grosse Prise Helene Fischer beimischt und alles mit Würstchen-Ulis Wutrede salzt? DER Song zum Prozess. «Atemlos, in den Knast» feat. Uli Hoeness dreht auf Twitter grad seine Runden. Die Verballhornung aus dem Norden Deutschlands können Sie hier hören. Ich schaue mich mal um, obs aus dem Mia-san-Mia-Land ein musikalisches Gegenstück gibt.
10:25 Staatsanwalt verlangt fünfeinhalb Jahre
Staatsanwalt Achim von Engel hat sein Plädoyer beendet. Er beantragt eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Es handle sich um einen besonders schweren Fall von Steuerhinterziehung, die Selbstanzeige von Hoeness sei ein «Schnellschuss» gewesen. Der Bayern-Präsident könne zwar beträchtliche Verdienste vorweisen, doch das sei kein wesentlicher Milderungsgrund.

10:19 Die Frau an seiner Seite
Ehefrau Susi war während der gesamten Dauer des Prozesses im Gerichtssaal anwesend. Sie ist seit mehr als 40 Jahren mit Uli Hoeness verheiratet, das Ehepaar hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Hoeness hat seine Frau in einem Interview als «schärfste Gegnerin» seiner Zockerei bezeichnet, trotzdem steht sie nun fest an seiner Seite.
Susanne Hoeness, , wife of  Uli Hoeness, the president of Bayern Munich soccer club , waits in the courtroom in Munich, Germany, Thursday March 13, 2014.  Uli Hoeness is accused in a tax evasion case that could land the German soccer legend in prison. Bavarian prosecutors filed charges against Hoeness after he reported himself to authorities for having a previously undeclared Swiss bank account. The verdict is expected today. (AP Photo/Sven Hoppe, Pool)
9:57 Staatsanwalt beginnt mit Plädoyer
Nach einem letzten Hickhack zwischen Anklage und Verteidigung erklärt Richter Rupert Heindl die Beweisaufnahme für abgeschlossen. Damit dürfte es definitiv noch heute zu einem Urteil kommen. Staatsanwalt Achim von Engel (Bild) beginnt mit seinem Plädoyer. Er wirft Hoeness laut Focus Online vor, er habe auch nach dem Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz im November 2012 keine Eile gehabt, sein Konto bei der Bank Vontobel offenzulegen. Erst als der «Stern» zu recherchieren begonnen habe, sei er aktiv geworden.
German prosecutor Achim Engel arrives for the trial against Bayern Munich President Uli Hoeness at the regional court in Munich, Germany, Monday, March 10, 2014. Hoeness is accused in a tax evasion case that could land the German soccer legend in prison. Bavarian prosecutors filed charges against Hoeness after he reported himself to authorities for having a previously undeclared Swiss bank account. (AP Photo/Sven Hoppe, Pool)
9:40 Doch Bewährung für Hoeness?
Nach wie vor wird heftig über das mögliche Urteil für den Bayern-Boss spekuliert. Der ehemalige Steuerfahnder und Buchautor Frank Wehrheim kann sich vorstellen, dass der Prozess mit einer positiven Überraschung für Hoeness endet, sprich mit einer Bewährungsstrafe, wie er im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte. Seine Selbstanzeige sei «die komplizierteste, die wohl je vor Gericht gelandet ist».


9:32 Hoeness im Gerichtssaal
Uli Hoeness ist im Gericht angekommen. «Bild» verweist darauf, dass er seine bordeauxrote «Glückskrawatte» trägt, die er auch beim Champions-League-Sieg des FC Bayern München und zu anderen großen Anlässen gebunden hatte.
Bayern Munich President Uli Hoeness arrives with his lawyer Hanns W. Feigen (L) for the verdict in his trial for tax evasion at the regional court in Munich March 13, 2014. A German judge signalled he would rule on Thursday whether the president of Bayern Munich soccer club had evaded 27 million euros ($37.44 million) in tax, after a third day in court ended in less than two hours of testimony. The sentence - which could be up to 10 years in jail - could come the same day. The trial of 62-year-old Hoeness, admired by many for turning Bayern into one of the world's top teams, has stunned Germans.                        REUTERS/Michael Dalder (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER CRIME LAW BUSINESS)
Grossandrang in München
Tag der Entscheidung im Hoeness-Prozess: Zahlreiche Menschen wollen die Urteilsverkündung im Münchner Justizpalast live miterleben. Die ersten Schaulustigen standen laut Spiegel Online bereits um 2 Uhr früh an.


Drei mögliche Szenarien
Heute beginnt der letzte Verhandlungstag im Fall Uli Hoeness. Erst wird die Beweisaufnahme abgeschlossen, dann folgen die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Im Anschluss wird das Gericht sein Urteil fällen, davon gehen praktisch alle Beobachter aus. Es dürfte auf eine genaue Überprüfung der gelieferten Bankdaten verzichten und sich in einer Art «Deal» mit einer Nachzahlung der geschätzten 27,2 Millionen Euro – eine Summe, die von der Verteidigung nicht bestritten wird – sowie einer Busse zufrieden geben.

Umstrittener ist die Frage, wie es mit einer möglichen Gefängnisstrafe aussieht. Drei Szenarien stehen im Raum:

- Freispruch: Ein solches Verdikt wäre eine absolute Sensation, zumal Uli Hoeness von Anfang an zugab, dass er Steuern hinterzogen hat.

- Bedingt: Dies ist bei einer Haftstrafe bis zwei Jahren möglich. Vor Prozessbeginn gingen die meisten Beobachter von diesem Szenario aus. Doch dann «explodierte» die hinterzogene Summe regelrecht, von anfangs 3,5 Millionen auf 27,2 Millionen Euro.

- Unbedingt: Für Steuerhinterziehung ist eine Gefängnisstrafe bis zehn Jahre möglich. Experten gehen inzwischen davon aus, dass Uli Hoeness zu drei bis fünf Jahren verurteilt wird und der Präsident des FC Bayern München also tatsächlich ins Gefängnis muss.

Noch ist allerdings einiges unklar. Entscheidend wird sein, wie das Gericht die Selbstanzeige von Uli Hoeness beurteilt. Die Staatsanwaltschaft hält sie angesichts der Entwicklung im Prozess für ungültig, Hoeness' Anwälte widersprechen. Je nachdem könnte er den Kopf doch noch aus der Schlinge ziehen. Die erfahrene «Spiegel»-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen glaubt, dass die Datenlieferung von Uli Hoeness, ob verspätet oder nicht, bei der Urteilsfindung eine grosse Rolle spielen dürfte: «Ohne die Mithilfe von Uli Hoeness käme der bayerische Staat nicht so schnell an die vielen Millionen, auf die er sich jetzt freuen darf.»

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